27.01.2017

Hauspreise: Rheda zeigt, wo der Hammer hängt!

Rheda zeigt, wo der Hammer hängt

Rheda zeigt, wo der Hammer hängt

Während in der Vergangenheit verschiedene größere Schlachtunternehmen ihre Markteinschätzung in der Regel im Wochenverlauf sehr frühzeitig kundtaten und in eine Diskussion über die weitere Preisentwicklung einstiegen, hat sich die Situation in den letzten Monaten grundlegend geändert. Alle Blicke gehen nur nach Rheda! Und Rheda zeigt, wo der Hammer hängt! So auch in dieser Woche.

 

Der Schweinemarkt zeigte sich zu Wochenbeginn flott, der Bedarf der Schlachtunternehmen war groß. Partien waren durchweg gesucht, von den Vermarktern wurden teils schon Aufschläge für kurzfristig zu vermarktende Partien gezahlt. Bereits am Freitag der vergangenen Woche wurde von der ISN wie auch von anderen Marktbeteiligten über einen möglichen Notierungsaufschlag spekuliert, eine entsprechende Einschätzung auch im Marktbericht kommuniziert. Auch Anfang dieser Woche änderte sich an der allgemeinen Einschätzung nichts, die Auktion der Internet Schweinebörse deutete am Dienstag aufgrund der ausgesprochen regen Nachfrage am Lebendmarkt die Markterwartung mit einem Plus von 5 Cent für die anstehende Notierung an.

 

Alles schaut nach Rheda

Da sich von den großen Schlachtunternehmen aktuell weder die Vion, noch die Westfleisch oder Danish Crown mit einer eigenen Marktmeinung positionieren, schaute vor der Notierung wie gewohnt alles nach Rheda. Und von hier kamen über die Einkäufer der Standorte nur leise und teils sogar widersprüchliche Signale. Dies wurde von der grünen Seite dahingehend interpretiert, es angesichts eines schleppenden Fleischgeschäftes nicht zu übertreiben.

 

Nach der Veröffentlichung der Notierung am Mittwochmittag ließ man dann doch die Katze aus dem Sack. Zwar dauerte die Entscheidung im Hause Tönnies dem Vernehmen nach bis kurz nach 16 Uhr, dann aber soll es geheißen haben: Hauspreis bei unverändert 1,52 €! Die anderen großen Schlachtunternehmen sprangen nach dem Signal aus Rheda ebenfalls auf den fahrenden Zug auf. Auch sie wollen (oder können) den von der VEZG veröffentlichten Notierungspreis nicht zahlen.

 

In dieser Woche wird der Branche deutlich vor Augen geführt, wer die Preisentwicklung in Deutschland und damit auch in Europa bestimmt. Besonders bedenklich: Ist die Dominanz jetzt so weit, dass Tönnies auch im eigentlich freundlichen Markt bei knappem Angebot die Preise diktieren kann?

 

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