Halbjahresbilanz ASP in Deutschland: Fallzahlen 2026 deutlich unter Vorjahresniveau
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland zeigt im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Rückgang bei den Fallzahlen. Von Januar bis Juni wurden bundesweit 623 ASP-Fälle bei Wildschweinen registriert – rund 60 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2025 mit 1.623 Fällen. Die Hauptschwerpunkte des Seuchengeschehens liegen aktuell in Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Im letzten Jahr war Hessen das am stärksten betroffene Bundesland. Das Geschehen beschränkt sich hierzulande weiterhin ausschließlich auf Wildschweine.
Die Entwicklung der ASP-Fallzahlen zeigt einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Während im ersten Halbjahr 2025 noch 1.623 Fälle bei Wildschweinen festgestellt wurden, waren es in den ersten sechs Monaten 2026 lediglich 623 Nachweise. Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung bleibt die ASP in Deutschland präsent. Allerdings beschränkt sich das Geschehen weiterhin ausschließlich auf Wildschweine. Bei Hausschweinen wurde auch 2026 kein einziger ASP-Ausbruch festgestellt.

Die drei Hauptschwerpunkte des ASP-Geschehens in Deutschland liegen aktuell in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Hessen (Karte Stand 14.07.2026) ©FLI
NRW neuer Mittelpunkt des Seuchengeschehens
Die regionale Verteilung zeigt eine deutliche Verschiebung des ASP-Geschehens im Vergleich zum Vorjahr. Während Hessen im ersten Halbjahr 2025 mit 1.557 ASP-Fällen bei Wildschweinen das mit Abstand am stärksten betroffene Bundesland war, wurden dort von Januar bis Juni 2026 nur noch 35 Fälle registriert. Der starke Rückgang zeigt, dass die umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen in der Region Wirkung erzielt haben.
Gleichzeitig hat sich der Schwerpunkt der ASP nach Nordrhein-Westfalen verlagert. Mit 517 Fällen entfielen dort im ersten Halbjahr 2026 bundesweit die meisten Nachweise. Das Bundesland ist damit aktuell das Zentrum des deutschen ASP-Geschehens. Mit großem Abstand folgt Sachsen (86 Fälle). Brandenburg (8 Fälle), Rheinland-Pfalz (3 Fälle) und Baden-Württemberg (1 Fall) spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle.
Damit liegen die drei Hauptschwerpunkte der Seuche aktuell in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen. In diesen Regionen werden die Bekämpfungsmaßnahmen fortlaufend überprüft und an die Lage angepasst. Sachsen galt zwischenzeitlich sogar als ASP-frei. Nach erneuten Nachweisen bei Wildschweinen mussten dort jedoch wieder entsprechende Schutz- und Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Brandenburg: Rückschlag in der Uckermark
Auch Brandenburg hatte die ASP in den vergangenen Jahren durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Im Februar 2026 konnten in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße die letzten Restriktionszonen aufgehoben und in freies Gebiet überführt werden. Lediglich der Schutzkorridor entlang der polnischen Grenze blieb bestehen. Im Juli 2026 wurde die ASP jedoch nach mehr als einem Jahr ohne Nachweis erneut bei zwei Wildschweinen im Landkreis Uckermark nachgewiesen. Die Fundorte lagen innerhalb der bestehenden Sperrzone II nahe der deutsch-polnischen Grenze.
Fazit: Erfolg mit permanentem Restrisiko
Die Halbjahresbilanz 2026 fällt aus Sicht der Tierseuchenbekämpfung überwiegend positiv aus. Die Zahl der ASP-Fälle bei Wildschweinen ist gegenüber dem Vorjahr massiv zurückgegangen, und die Seuche bleibt weiterhin auf die Wildschweinpopulation beschränkt.
Besonders bemerkenswert ist die regionale Verschiebung des Seuchengeschehens. Hessen, das im ersten Halbjahr 2025 mit 1.557 Fällen noch das Zentrum der ASP in Deutschland war, verzeichnete 2026 lediglich 35 Nachweise. Der massive Rückgang belegt, dass die etablierten Schutz- und konsequenten Bekämpfungsmaßnahmen – von der Kadaversuche über Zäunungen bis hin zur Bejagung – eine entscheidende Wirkung zeigen. Gleichzeitig entwickelte sich Nordrhein-Westfalen mit 517 Fällen zum aktuellen Brennpunkt des Seuchengeschehens.
Auch wenn die Gesamtstatistik sinkt, machen die anhaltenden Nachweise in NRW und die erneuten Funde in Sachsen und Brandenburg deutlich, dass das Risiko eines Eintrags weiterhin hoch ist. Wachsamkeit, konsequente Bekämpfungsmaßnahmen und hohe Biosicherheitsstandards bleiben daher entscheidend, um ein Übergreifen auf Hausschweinbestände auch künftig zu verhindern.
