01.06.2021

Großbritannien: Brexit lässt EU-Schweinefleischhandel sinken

Durch den Brexit ist der Handel von Vieh und Fleisch zwischen der EU und Großbritannien deutlich zurückgefahren worden (Quelle: AgE)

Durch den Brexit ist der Handel von Vieh und Fleisch zwischen der EU und Großbritannien deutlich zurückgefahren worden (Quelle: AgE)

Der Schweine- und Schweinefleischhandel zwischen der Europäischen Union und Großbritannien wurde durch den Brexit deutlich zurückgefahren. Hauptgründe dafür sind der gestiegene Bürokratieaufwand und Probleme in der Logistik, berichtet Agra Europe (AgE). 

 

Handelsvolumen im Fleischsektor schrumpft

Der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union hat zu einem deutlichen Rückgang des beiderseitigen Handels mit Vieh und Fleisch geführt. Dies geht zumindest aus Daten der Brüssler Kommission hervor, die aufgrund des Brexit nur zeitverzögert für die ersten beiden Monate 2021 vorliegen. Demnach waren die EU-Fleischausfuhren einschließlich Nebenerzeugnissen von Schweinen, Rindern und Schafen zuzüglich des Lebendtierhandels gegenüber Januar und Februar 2020 um 27,0 % auf 164.340 t Schlachtgewicht rückläufig. Die Importe aus dem Vereinigten Königreich brachen gar um die Hälfte auf 32.260 t ein. Zwar bilden zwei Monate eines Jahres nur einen Ausschnitt ab, doch der Trend zu einem deutlich geringeren Handelsvolumen im Vieh- und Fleischsektor ist klar erkennbar. Die neue, umfangreiche Bürokratie und Logistikprobleme im Grenzverkehr dürften dafür die Hauptgründe sein.

 

Starke Einbußen bei Schweinefleischexporten nach Großbritannien

Von dem rückläufigen Warenaustausch waren ausnahmslos alle Tierarten betroffen. Am bedeutendsten blieben im Januar und Februar 2021 die EU-Schweinefleischexporte in das Vereinigte Königreich mit 121.621 t; das waren allerdings 21,0 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Lebendexport von Schweinen kam in dieser Zeitspanne indes völlig zum Erliegen. Die Schweinefleischimporte der EU-Mitgliedsländer aus Großbritannien waren mit einem Minus von 63,8 % auf 10.275 t besonders stark rückläufig.