20.09.2013rss_feed

Fokus Schwein 2013: Mehr Tierwohl ja, aber Deutschland muss wettbewerbsfähig bleiben

Zum siebten Mal jährte sich die Vortragsveranstaltung Fokus Schwein, die in diesem Jahr auf dem Stoppelmarkt in Vechta stattfand.

 

Über 550 interessierte Besucher konnten die Veranstalter – die BRÖRING Unternehmensgruppe aus Dinklage, Boehringer Ingelheim Vetmedica und die Justus-von-Liebig Schule Vechta – begrüßen und waren sehr zufrieden mit der Resonanz, die auch zeigt: Die Themen trafen den Nerv des Publikums und die Referenten konnten mit ihrem Fachwissen viele wichtige Informationen vermitteln.

 

Hermann Steep, Geschäftsführer bei Cargill, wies auf die gestiegene Nachfrage nach Getreide sowie die zunehmend volatiler werdenden Märkte hin. Mehr Bevölkerungswachstum verlangt mehr Nahrung und steigender Wohlstand führt zu mehr Fleischkonsum. Das treibt die Getreidepreise hoch. Derzeit jedoch sieht er die Märkte entspannt aufgrund weltweit guter Ernten.

 

Aarestrup Chinesen überollen Europa erstmal nicht

Hans Aarestrup, Geschäftsführer der Danske Svineproducenter (LaDS), räumte mit der Befürchtung auf, dass Deutschland demnächst von chinesischem Schweinefleisch überrollt wird. Die Chinesen sind nicht wettbewerbsfähig, viele Probleme hindern sie noch an einer erfolgreichen Produktion. Trotzdem sollten die EU-Landwirte sich nicht auf ihren Leistungen ausruhen. Mit Blick auf die Politik warnte er vor zu hohen Auflagen hinsichtlich Tier- und Umweltschutz. Schweine mästen kann so gut wie jeder, und Transport ist günstig. Sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig, kommt das Fleisch bald woanders her.

 

Aktiver kommunizieren

Dr. Rolf Nathaus, Tierarzt, Vet-Team Reken, appellierte an Tierärzte und Landwirte, sich offensiver in die derzeitige Diskussion um Tierwohl und Tierhaltung einzubringen. Wir müssen aktiver kommunizieren, was wir tun, und aus der Defensive herauskommen, denn der Verbraucher weiß viel zu wenig über Tierproduktion. Er entwickelt derzeit dazu ein Info- und Presseportal für die Schweinehaltung: www.wikipig.de.

Dr. Wilhelm Jäger, Tönnies Fleisch, empfahl der Branche, sich auf die gesellschaftliche Diskussion rund ums Tierwohl einzulassen. Wir sollten uns den Herausforderungen stellen und Verbesserungen beim Tierwohl, die wissenschaftlich fundiert sind, auch umsetzen.

Er machte klar, dass der Lebensmitteleinzelhandel die Richtung vorgebe. So will beispielsweise die REWE demnächst für ihre Eigenmarken nur noch Fleisch von GVO-frei gefütterten Schlachttieren verwenden. Wir müssen in die Diskussion einsteigen, obwohl es nicht so viel GVO-freies Futter gibt, so Jäger. Egal ob Verbraucher oder LEH, die Kundenwünsche müsse man ernst nehmen.

 

 


REWE will Import-Soja durch europäische Eiweißquellen ersetzen

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