21.12.2017rss_feed

Ferkelkastration: Deutschland diskutiert und die Nachbarn handeln

Nur noch ein Jahr ist es hin bis zum gesetzlich vorgegebenen Ende der betäubungslosen Kastration in Deutschland. Während hierzulande insbesondere die Ferkelerzeugung mangels Alternativen auf ein Desaster zusteuert, schaffen die Nachbarn Dänemark und Belgien nun konkrete Lösungen.
ISN: Die Politik muss nun ohne lange zu lamentieren auch in Deutschland weitere Optionen in der Kastrationsfrage – z.B. den vierten Weg – eröffnen, wenn ihr daran gelegen ist, die Ferkelerzeugung in Deutschland zu halten!


Dänemark setzt auf die Lokalanästhesie

Dänemark setzt auf die Lokalanästhesie

Dänemark geht den vierten Weg

Während in Deutschland immer noch kontrovers über den vierten Weg – also die Ferkelkastration mit Lokalanästhesie, die der Landwirt durchführen darf - diskutiert wird, schaffen die Nachbarn im Norden längst Fakten. Von politischer Seite wurde aus Dänemark schon vor einigen Monaten kommuniziert, diesen vierten Weg zu gehen. Aus verschiedenen Gesprächen, die wir seitens der ISN mit den dänischen Kollegen geführt haben, ist nun auch klar geworden, in Dänemark hat man sich längst auf diesen Weg gemacht. Im kommenden Frühjahr soll dieser auch rechtlich verankert werden. Die Ferkelerzeuger in Dänemark sollen dann in Sachen Lokalanästhesie geschult werden. So werden Sie in die Lage versetzt, spätestens ab 2019 in Ihren Betrieben die Kastration unter Lokalanästhesie mit Procain selbst durchführen zu können.   


Belgien verschiebt die Ziele

Auch in Belgien hat man erkannt, dass die Schweinehaltung im eigenen Land durch den Verzicht auf die Kastration männlicher Ferkel massiv an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und auf ein Desaster zusteuern würde. Anders als in Deutschland ist dort kein Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration gesetzlich geregelt – dort hatte der Sektor vor vier Jahren zugesagt, ab dem 1.1.2018 auf die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel zu verzichten. Die Zielmarke (1.1.2018) wird laut jüngsten Meldungen (z.B. in susonline.de) nicht erreicht, insbesondere weil in Deutschland wie auch in Asien als Hauptabnehmer von belgischem Schweinefleisch Vorbehalte gegen Eberfleisch bestünden. Ein neues Ausstiegsdatum hat man – wohl aus gut nachvollziehbaren Gründen – nicht verkündet.

 

Die ISN meint:

Die Aktivitäten der Belgier und Dänen machen noch einmal sehr deutlich, dass die Politik auch in Deutschland weitere Optionen – z.B. den vierten Weg – für Ferkelerzeuger in der Kastrationsfrage eröffnen muss. Das was bisher an Alternativen auf dem Tisch liegt, reicht nicht aus, um die Ferkelerzeugung in Deutschland zu halten. Denn Ferkel aus Deutschland werden massiv an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Importferkeln verlieren, wenn in anderen Herkunftsländern ganz andere Lösungen möglich sind. Abgesehen davon ist es unbegreiflich, dass in einem gemeinsamen Europa Ferkelerzeuger in Schweden und demnächst auch in Dänemark die Lokalanästhesie selbst durchführen dürfen, in Deutschland dieser vierte Weg aber zerredet wird - Zumal das Procain, welches in Dänemark eingesetzt wird, auch in Deutschland für die Anwendung beim Schwein zugelassen ist und lediglich eine Indikationserweiterung erfahren müsste. Jetzt ist keine Zeit mehr für langes Lamentieren, jetzt müssen auch hierzulande Fakten geschaffen werden.

Das Beispiel Dänemark zeigt: Wo ein politischer Wille ist, da findet sich auch ein Weg.   

 


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