13.08.2021

EU-weite Verfütterung von Tiermehl voraussichtlich bald wieder zugelassen

Schweine am Futtertrog ©ISN

Schweine am Futtertrog ©ISN

Aller Voraussicht nach wird das Verfütterungsverbot tierischer Produkte bald wieder gelockert werden. Weder das Europaparlament noch der Rat haben ein Veto gegen den entsprechenden delegierten Rechtsakt der Brüsseler Behörde eingelegt. So dürften zukünftig Geflügelmehle wieder im Schweinefutter erlaubt sein, berichtet Agra Europe (AgE).

ISN: Das ist der richtige Weg, denn tierische Proteine sind ernährungsphysiologisch für Schweine hoch wertvoll. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit ist eine Rückführung dieser Rohstoffe in den Nährstoffkreislauf zu begrüßen.

 

Vor einer eingeschränkten EU-weiten Verfütterung von Tiermehlen an Monogastrier liegen keine weiteren Stolpersteine mehr. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission gegenüber Agra Europe klarstellte, ist die Frist, in der das Europaparlament oder der Rat ein Veto gegen den entsprechenden delegierten Rechtsakt der Brüsseler Behörde einlegen können, am 04.08.2021 abgelaufen. Eine Veröffentlichung der neuen Regeln im EU-Amtsblatt sei daher aller Voraussicht für Ende dieses Monats geplant.

 

Verfütterung von Geflügel-Tiermehl an Schweine soll zugelassen werden

Konkret sehen die neuen Regularien vor, dass die Verfütterung von Tiermehlen von Schweinen an Geflügel sowie von Geflügelmehlen an Schweine wieder ermöglicht werden soll. Seit der Krise um die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) vor gut zwei Jahrzehnten ist dies in der Europäischen Union nicht mehr zugelassen. Ebenfalls geplant ist die Erteilung einer Erlaubnis für die Verfütterung von Insektenmehl.

 

EU-Kommission sieht keine Gesundheitsgefahren

Die Kommission hatte zuletzt klargestellt, dass eine Zulassung zu verantworten sei, da es in Europa seit Jahren keinen BSE-Fall mehr gegeben habe. Unterstrichen wurde von der Brüsseler Behörde zudem, dass man bei den vorhandenen strengen Kontrollmechanismen keine Gesundheitsgefahren sehe. Zuletzt war ein Versuch der Fraktionen der Grünen/EFA sowie der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken (GUE/NGL), im zuständigen EU-Umweltausschuss ein Veto gegen das Kommissionsvorhaben einzulegen, gescheitert. Der zweite Anlauf für ein Veto über das Plenum des Europaparlaments wurde zunächst in den beiden Fraktionen ebenfalls diskutiert, dann aber verworfen.

 

Die ISN meint:

Es ist ein gutes Signal, dass das EU-Parlament diese Entscheidung nun mitträgt. Aus Sicht der Schweinehalter ist dieser Weg genau richtig und zu unterstützen. Tierische Proteine sind ernährungsphysiologisch für Schweine hoch wertvoll. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit ist eine Rückführung dieser Rohstoffe in den Nährstoffkreislauf zu begrüßen. Mit den heutigen Möglichkeiten zur Rückverfolgbarkeit bei der Verarbeitung von tierischen Nebenprodukten haben sich die Voraussetzungen gegenüber der in früheren Jahren praktizierten Tiermehlverarbeitung und -verfütterung deutlich verbessert.