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EU-Schweinepreise: Ruhiger Jahreswechsel nach Krisenjahr – Nase vorn für Dänemark und Spanien

2020 12 29

Das Jahr am europäischen Schlachtschweinemarkt endet nach vielen Turbulenzen in 2020 nun sehr ruhig. Die Notierungen in den europäischen Mitgliedsländern zeigen über die Feiertage und den Jahreswechsel keine Veränderung und bleiben stabil auf aus Erzeugersicht katastrophal niedrigem Niveau.

 

Der Start ins Jahr 2020 verlief auf gesamteuropäischer Ebene vielversprechend. Die korrigierten Notierungen für Schlachtschweine hatten zunächst ein hohes Ausgangsniveau bis die Coronapandemie schließlich die Welt und auch den europäischen Schlachtschweinemarkt auf den Kopf stellte. Der Vergleich der durchschnittlichen, auf den ISN-Standard korrigierten Notierungen zeigt deutliche Unterschiede in den Auswirkungen der Pandemie in den verschiedenen Ländern. Die deutsche Notierung lag im Jahresdurchschnitt um 9 % unter dem Mittelwert des Vorjahres. Die korrigierte spanische Notierung lag im Jahresdurchschnitt lediglich 1 % unter Vorjahreswert, während die korrigierte dänische Notierung sogar um 6 % über dem Durchschnitt des Vorjahres lag.

 

Insgesamt war der deutsche Schlachtschweinemarkt im Krisenjahr 2020 besonders stark betroffen. Im Juli erreichte die Katastrophe durch die vierwöchige Schließung des Schlachtstandorts von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gigantische Ausmaße. Infolge der coronabedingten Marktverwerfungen und des Schweinestaus rutschte die deutsche Notierung innerhalb von 18 Wochen um 55 Cent ab. Die spanische Notierung gab im gleichen Zeitraum um knapp 30 Cent nach.

 

Infolge des ASP-Ausbruchs bei Wildschweinen in Ostdeutschland brachen quasi über Nacht viele wichtige Drittlandsmärkte für deutsches Schweinefleisch weg. Deutsche Ware drängte somit verstärkt auf den innereuropäischen Markt und der Konkurrenzdruck nahm zu. Die Notierungsverläufe zeigen, dass die dänischen und spanischen Marktteilnehmer schließlich in der zweiten Jahreshälfte spürbar von einer guten Nachfrage nach Schweinefleisch, vor allem aus China profitierten und damit einen Wettbewerbsvorteil hatten. Hier zeigt sich, wie wichtig Drittlandsmärkte für die nachhaltige Vermarktung des gesamten Schlachtkörpers und damit die Wertschöpfung sind.

 

Italien war im Frühjahr als erstes europäisches Land mit voller Wucht von der Pandemie betroffen. Das zeigte sich auch sich in einem beispiellosen Notierungsverfall von korrigierten fast 90 Cent in den ersten 23 Wochen des Jahres. Nach Erreichen des Tiefpunkts konnte der italienische Markt aufgrund einer engen Versorgungslage jedoch wieder deutlich aufholen.



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