05.07.2021

EU-Schweinefleischexporte im ersten Jahresdrittel noch deutlich im Plus

EU-Schweinefleischexporte von Januar bis April 2020/2021

EU-Schweinefleischexporte von Januar bis April 2020/2021

Der stockende Schweinefleischexport aus der EU in Drittländer und konkret in Richtung China zeichnet sich in den Exportzahlen vom ersten Jahresdrittel 2021 noch nicht ab. Stattdessen lagen sowohl die Ausfuhrmenge als auch die Einnahmen von Januar bis April 2021 auf einem Rekordniveau. Während Deutschland als einstmals größter EU-Schweinefleischexporteur Deutschland aufgrund der Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einen Rückgang seines Drittlandsabsatzes um 54,8 % hinnehmen musste, profitierten besonders Spanien, die Niederlande und auch Dänemark vom Absatzplus, berichtet Agra Europe (AgE).

 

EU-Schweinefleischabsatz um 24% gesteigert

Der mittlerweile stockende Schweinefleischexport aus der Europäischen Union (EU) nach China ist in den jüngsten Handelsdaten erst in Ansätzen sichtbar. Nach Angaben der Brüsseler Kommission haben die 27 Mitgliedstaaten von Januar bis April 2021 insgesamt 2,11 Mio. t Schweinefleisch und Nebenerzeugnisse - gemessen in Schlachtgewicht - an Drittstaaten verkauft; das waren 41. 640 t oder 24,3 % mehr als in der Vorjahresperiode. Nicht enthalten ist darin der Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich, da aktuelle Daten fehlen. Auch die Exporterlöse legten zu; sie erhöhten sich um 14,4 % auf 4,64 Mrd. Euro zu. Sowohl die Ausfuhrmenge als auch die Einnahmen lagen auf einem Rekordniveau für das erste Jahresdrittel. Mit Abstand größter Kunde war China, wohin die EU-Schweinefleischlieferungen gegenüber den ersten vier Monaten 2020 um 16,6 % auf annähernd 1,25 Mio. t zunahmen.

 

Chinageschäft schwächt seit April ab

Eine gewisse Abschwächung der Ausfuhrdynamik war jedoch bereits erkennbar, denn im ersten Quartal hatte der Vorsprung auf das Vorjahresniveau noch bei 26,2 % gelegen. Im März lieferten die EU-Anbieter noch 332.400 t in die Volksrepublik, im April waren es nur noch 291.400 t. Insgesamt erreichte das Chinageschäft mit Schweinefleisch im ersten Jahresdrittel einen Wert von 2,70 Mrd. Euro.  

 

Philippinen sind jetzt zweitwichtigster EU-Kunde

Flott lief der Absatz von Schweinefleisch und Nebenerzeugnissen in vielen anderen asiatischen Staaten. So orderten die Philippinen in der Gemeinschaft mit 132.310 t mehr als drei Mal so viel Ware wie im ersten Jahresdrittel 2020 und wurden zum zweitwichtigsten EU-Kunden. Zudem konnte die Verkaufsmenge nach Vietnam auf 57.170 t mehr als verdoppelt werden und die Lieferungen nach Hongkong stiegen um fast ein Drittel auf 91.170 t an. Lediglich die Verschiffung von Schweinefleisch nach Japan geriet arg ins Stocken und war um 22,5 % auf 105.210 t rückläufig.

 

Die Spanier und Niederländer profitieren

Von dem gesteigerten internationalen Interesse an Schweinefleisch profitierte Spanien am meisten; es steigerte seine Drittlandsausfuhren gegenüber den ersten vier Monaten 2020 um 65,3 % auf 811.820 t. Die dahinter rangierenden Dänen konnten sich über ein Exportplus von 24,4 % auf 349.610 t freuen; die Niederlande verbuchten einen Zuwachs von 34,7 % auf 291.420 t. Der einstmals größte EU-Schweinefleischexporteur Deutschland verzeichnete dagegen aufgrund der Probleme mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einen Rückgang seines Drittlandsabsatzes um 54,8 % auf nur noch 173.910 t.