31.05.2021

EU-Schweinefleischexporte erreichen neue Rekordhöhen

Schweinefleischexporte der EU von Januar bis März 2021 (Quelle: AgE)

Schweinefleischexporte der EU von Januar bis März 2021 (Quelle: AgE)

Gegenüber dem schon hohen Niveau der Vorjahresperiode legten die Schweinefleischexporte der EU-Mitgliedsstaaten im 1. Quartal 2021 nochmals um 30% zu. China treibt den Absatz als stärkster Kunde weiterhin massiv an. Hinzu kommt ein Importsog von den Philippinen, wo die heimische Produktion durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) stark eingebrochen ist, berichtet Agra Europe (AgE).

 

Export in Drittländer um 30% gesteigert

Die Schweinefleischexporte aus der Europäischen Union haben im ersten Quartal 2021 neue Rekordhöhen erreicht. Nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission wurden von den 27 Mitgliedstaaten - ohne Berücksichtigung des Handels mit Großbritannien - insgesamt 1,60 Mio. t einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittländer verkauft; das entsprach einer Steigerung von 370.960 t oder 30,1 % gegenüber dem schon hohen Niveau der Vorjahresperiode. Zudem legten die Exporteinnahmen um 490 Mio. Euro oder 16,6 % auf 3,44 Mrd. Euro zu. Vor zwei Jahren hatte sich der Ausfuhrerlös im ersten Quartal nur auf 1,95 Mrd. Euro belaufen.

 

Asiatische Länder ordern insgesamt mehr Ware

Getragen wurde der Ausfuhrboom zum Jahresauftakt 2021 vom flotten Export nach Asien. Mit Abstand größter Kunde war China, wohin die EU-Schweinefleischlieferungen um 325.250 t oder 26,2 % zunahmen. Diese Geschäfte allein hatte einen Wert von 2,02 Mrd. Euro. Aber auch andere asiatische Länder orderten spürbar mehr Ware in der Gemeinschaft. Hier sind in erster Linie die Philippinen mit einem Exportplus von rund 160 % auf 96.140 t zu nennen. Die dortige Regierung ist aktuell an höheren Einfuhren interessiert, um den Preisanstieg am heimischen Schweinefleischmarkt wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu mildern.

Auch in Vietnam hat die Tierseuche zu einer Angebotsverknappung von Schweinefleisch geführt; die EU-Exporte dorthin legten gegenüber dem ersten Jahresviertel 2020 um zwei Drittel auf 37.490 t zu. Größeren Appetit auf Schweinefleisch aus der EU hatte auch Hongkong, dessen Bezüge um 83,6 % auf 74.820 t zunahmen. Das Geschäft mit Südkorea, welches im vergangenen Jahr um ein Viertel eingebrochen war, erholte sich im ersten Quartal 2021 mit einem Ausfuhrzuwachs von 2,8 % auf 52 490 t indes nur langsam. Deutliche Einbußen verzeichnete der Absatz in Japan mit einem Minus von 23,2 % auf 77.820 t.

 

Spanien profitiert enorm 

Mit Abstand größter Exporteur unter den EU-Mitgliedstaaten war Spanien. Dessen Ausfuhr von Schweinefleisch in Drittstaaten erhöhte sich von Januar bis März im Vergleich zur Vorjahresperiode um 75,5 % auf 621.310 t. Treiber waren vor allem die florierenden Verkäufe nach China. Das zweitplatzierte Dänemark profitierte ebenfalls vom Importbedarf Asiens und steigerte seine Ausfuhrmenge insgesamt um 28,9 % auf 272.250 t. Deutschland musste hingegen aufgrund der ASP-bedingten Einfuhrsperren vieler außereuropäischen Ländern einen starken Rückgang seiner Schweinefleischexporte hinnehmen, und zwar um 52,3 % auf 134 830 t. Davon entfielen rund 57.000 t auf Nebenerzeugnisse und Speck.

 

Die ISN meint:

Auch wenn am deutschen Schlachtschweinemarkt in den letzten Wochen leichte Preissteigerungen durchgesetzt werden konnten, bleibt das Preisniveau für Ferkelerzeuger und Schweinemäster weiter ruinös. Neben den Absatzsteigerungen am Inlandsmarkt durch Corona-Lockerungen und gesteigerte Grillaktivitäten, sind Wiederöffnungen von Drittlandsmärkten für deutsches Schweinefleisch dringend notwendig. Daher ist es besonders wichtig, die Verhandlungen mit China und anderen Drittstaaten zur Wiederöffnung der jeweiligen Märkte für deutsches Schweinefleisch weiter voranzutreiben.

Auch wenn das BMEL in den vergangenen Monaten durch intensive Verhandlungen die Wiederöffnung einiger Drittlandsmärkte erreichen konnte, darf hier nicht nachgelassen werden, damit die deutschen Erzeuger schnellstmöglich wieder stärker am globalen Schweinefleischhandel partizipieren können