01.03.2023rss_feed

EU: Deutlicher Rückgang der Schweinefleischexporte in 2022 – insbesondere nach China

Aus der Europäischen Union wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5,25 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittstaaten exportiert.

Aus der Europäischen Union wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5,25 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittstaaten exportiert.

Die Schweinefleischexporteure der Europäischen Union haben im letzten Jahr 15 % weniger Ware an Drittlandskunden verkauft als im Vorjahr. Insbesondere die eingebrochenen Schweinefleischlieferungen nach China haben die Gesamtausfuhren der EU nach unten gedrückt, berichtet AgE.

 

Laut vorläufigen Daten der EU-Kommission wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5,25 Mio. t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen aus der Europäischen Union in Drittstaaten exportiert; das waren 957.100 t oder 15,4 % weniger als 2021. Dies machte sich auch bei den Ausfuhreinnahmen bemerkbar, die um 891 Mio. Euro oder 6,1 % auf 13,67 Mrd. Euro sanken. Abgeschwächt wurde der Erlösrückgang durch die höheren Verkaufspreise am Weltmarkt.

 

Absatz nach China um 40 % eingebrochen

Der Schweinefleischexport der Mitgliedstaaten nach China war gegenüber 2021 um 1,03 Mio. t oder 40,1 % auf 1,54 Mio. t rückläufig. Grund dafür war die höhere Eigenproduktion der Volksrepublik und die dortige Nachfrageschwäche wegen Corona. Dies bekamen 2022 auch die Wettbewerber Brasilien und USA bei ihren Exporten zu spüren. Der Einbruch der EU-Lieferungen fiel bei gefrorenen Hälften und Teilstücken mit etwa 50 % deutlich stärker aus als bei den Schlachtnebenerzeugnissen mit 16 %. Bei Schweinespeck belief sich das Minus sogar auf fast 90 %.

 

Exportrückgänge in Großbritannien und Vietnam

Nach China war das Vereinigte Königreich zweitwichtigster Drittlandskunde für EU-Schweinefleisch. Nach den bisher und noch nicht ganz vollständigen Daten nahmen die Lieferungen auf die Insel gegenüber 2021 um rund 9 % auf 842.700 t ab, was vor allem an der weniger georderten Frischware lag. Ansonsten war auch der Schweinefleischexport nach Vietnam mit einem Minus von 32,1 % auf 89.450 t stark rückläufig. Im Jahr 2021 war dorthin wegen Versorgungsengpässen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) noch eine Rekordmenge geliefert worden; nun fiel der Bedarf wieder kleiner aus.

 

Geschäft mit Japan und den Philippinen ausgeweitet

Anderenorts konnten die EU-Schweinefleischexporteure jedoch Absatzerfolge verbuchen. So legten die Ausfuhren zu den Großkunden Japan und Philippinen jeweils um gut 20 % zu. Dynamisch liefen die Geschäfte auch mit Südkorea und Australien, wohin die Liefermengen um 11,9 % beziehungsweise 19,0 % zulegten. Das relativ stärkste Wachstum wies mit 36,5 % auf 86.500 t die Ausfuhr nach Serbien auf.

 

Spanien weiterhin größter EU-Exporteur

Größter Schweinefleischexporteur der EU blieb Spanien mit 1,62 Mio. t; das waren allerdings 16,9 % weniger als im Vorjahr. Der Handel mit Großbritannien ist hierin wegen lückenhafter Datenlage noch nicht enthalten. Dies trifft auch für Deutschland zu, für welches beim Drittlandsexport ein Minus von einem Drittel auf 274.200 t ausgewiesen wird.


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