02.09.2026rss_feed

Endgültige Viehzählungsergebnisse bestätigen deutlichen Rückgang der Betriebszahlen

Stabile Bestände, aber weniger Schweinehalter: Dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr weiter fort ©ISN nach Destatis

Stabile Bestände, aber weniger Schweinehalter: Dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr weiter fort ©ISN nach Destatis

Rund 14.550 schweinehaltende Betriebe gibt es in Deutschland noch. Damit setzt sich der Strukturwandel unvermindert fort: Während der Schweinebestand zuletzt leicht zulegte, sinkt die Zahl der Betriebe weiter deutlich. Besonders stark zeigt sich der Rückgang in der Sauenhaltung.

ISN: Die endgültigen Viehzählungsergebnisse bestätigen den anhaltenden Trend zu Betriebsaufgaben. Angesichts des hohen wirtschaftlichen Drucks und der stetig steigenden Anforderungen steigen immer mehr Betriebsleiter aus der Schweinehaltung aus.

 

Nach den endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung gab es zum Stichtag 3. Mai 2026 nur noch rund 14.550 schweinehaltende Betriebe. Das waren etwa 700 Betriebe beziehungsweise 4,6 % weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2016 ist die Zahl der Betriebe damit um rund 41 % zurückgegangen.

Die endgültigen Ergebnisse wurden gegenüber den vorläufigen Zahlen noch etwas nach unten korrigiert. Der bereits in den vorläufigen Zahlen erkennbare Rückgang bestätigt sich in den endgültigen Ergebnissen und fällt sogar etwas deutlicher aus.

 

Schweinebestand bleibt nahezu stabil

Zum Stichtag wurden in Deutschland rund 20,95 Millionen Schweine gehalten. Das waren etwa 38.000 Tiere beziehungsweise 0,2 % mehr als im Vorjahr. Gegenüber 2016 liegt der Schweinebestand jedoch rund 23 % niedriger. Da die Zahl der Betriebe deutlich stärker zurückgeht als der Tierbestand, setzt sich der Trend zu größeren Produktionseinheiten fort. Während ein Betrieb 2016 durchschnittlich rund 1.100 Schweine hielt, waren es 2026 etwa 1.400 Tiere.

Bei den Mastschweinen (inkl. Jungschweinen unter 50 kg) bliebt der Bestand mit 13,04 Mio. Tieren im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (+ 0,2 %). Auch der Ferkelbestand änderte sich mit einem Plus von 0,2 % nur geringfügig auf 6,51 Mio. Tiere.

 

Weniger Betriebe in der Sauenhaltung

In der Sauenhaltung setzte sich der Strukturwandel deutlich fort. Der Bestand an Zuchtsauen verringerte sich leicht um 0,2 % auf rund 1,39 Millionen Tiere. Gleichzeitig sank die Zahl der Betriebe mit Sauen um etwa 200 beziehungs­weise 4,1 % auf rund 4.690 Betriebe. Gegenüber 2016 gibt es damit rund 48 % weniger sauenhaltende Betriebe.

 

Die ISN meint:

Die endgültigen Ergebnisse der Viehzählung bestätigen, was sich bereits in den vorläufigen Zahlen gezeigt hatte: Der Trend der Betriebsaufgaben reißt nicht ab. Die Kombination aus anhaltendem Preisdruck und immer höheren Anforderungen an die Schweinehaltung in Deutschland bewegt immer mehr Betriebsleiter dazu, aus der Schweinehaltung auszusteigen. Aufgrund der anhaltend schlechten wirtschaftlichen Lage befürchten wir, dass bis zur nächsten Viehzählung sogar noch mehr Betriebe aufgeben. Die Betriebe verzeichnen derzeit im Durchschnitt Verluste von rund 40 Euro pro Schwein (Ferkelerzeugung und Mast zusammen).


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