14.08.2026rss_feed

DRV-Ernteschätzung: Hitzeschäden lassen Getreideernte um 10 % sinken

Der DRV hat seine Prognose für die diesjährige Getreideernte nach unten korrigiert ©Canva

Der Deutsche Raiffeisenverband sieht die Getreideernte 2026 aktuell bei 40,6 Mio. Tonnen und somit rund 10% weniger als 2025. Hitze und Trockenheit verursachten Einnahmeverluste von über 600 Mio. Euro. Besonders im Süden sind die Hitzeschäden spürbar, der Körnermais ist am stärksten betroffen. Trotz Ernteausfällen sieht der DRV die Versorgung gesichert, warnt aber vor Logistikproblemen durch niedrige Wasserstände, berichtet Agra Europe.

 

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen haben in der deutschen Landwirtschaft erhebliche Schäden verursacht. Nach Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) summieren sich die witterungsbedingten Einnahmeverluste bei Getreide und Raps rechnerisch auf mehr als 600 Mio. Euro. Insgesamt gingen durch die ungünstige Wetterlage rund 3 Mio. Tonnen Erntegut verloren.

 

Ein Zehntel weniger Getreide als im Vorjahr

Insgesamt rechnet der DRV in diesem Jahr mit einer Getreideernte von insgesamt 40,6 Mio. Tonnen. Das wären rund 10% weniger als im Vorjahr, als 45 Mio. Tonnen eingefahren wurden. Auch der Fünfjahresdurchschnitt von 42,5 Mio. Tonnen würde damit deutlich unterschritten.

Aufgeschlüsselt auf die wichtigsten Getreidekulturen dürfte sich 2026 nach Einschätzung des DRV folgendes Bild ergeben:

  • Winterweizen: 19,01 Mio. Tonnen (-15,4% zu 2025)
  • Wintergerste: 9,3 Mio. Tonnen (-2,1% zu 2025)
  • Körnermais: 4,2 Mio. Tonnen (-14,2% zu 2025)
  • Roggen: 2,7 Mio. Tonnen (-10,0% zu 2025)

 

Trockenheit: Starkes Nord-Süd-Gefälle

Regional zeigt sich laut DRV ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Während die Erträge im Norden und Osten Deutschlands dank ausreichender Niederschläge etwa auf Vorjahresniveau liegen, hat die Trockenheit insbesondere in Bayern, Südhessen und Baden-Württemberg deutliche Spuren hinterlassen. Besonders stark betroffen ist dort der Körnermais. Auch bei den Getreidequalitäten zeichnet sich ein durchwachsenes Bild ab. Wegen der noch laufenden Ernte könne zwar noch keine abschließende Einschätzung vorgenommen werden, in vielen Regionen dürften die angestrebten Qualitätswerte jedoch nicht erreicht werden, erklärte DRV-Getreidemarktreferent Guido Seedler bei der Vorstellung der Zahlen am Donnerstag (13.8.) in Berlin.

 

Versorgung bleibt gesichert

Insgesamt dürfte die diesjährige Getreideernte nach Einschätzung des DRV die drittschlechteste der vergangenen zehn Jahre werden. 2026 wird als Hitzejahr in die Geschichtsbücher eingehen. Nur die günstige Witterung im Frühjahr hat größere Schäden verhindert, erklärte Seedler.
Sorgen um die Versorgungssicherheit hält der Verband dennoch nicht für gerechtfertigt. Der jährliche Getreideverbrauch in Deutschland liege bei rund 40 Mio. Tonnen und werde damit rechnerisch durch die heimische Ernte gedeckt. Dies gelte auch vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und schlechter Ernten in anderen Teilen der Welt.

 

Logistik wird Hauptherausforderung

Nach Einschätzung des DRV dürfte in den kommenden Monaten somit weniger die verfügbare Menge als vielmehr die Logistik zur Herausforderung werden. Diese stehe derzeit gleich von mehreren Seiten unter Druck, warnte DRV-Vorstand Dr. Philip Spinne. Neben geopolitischen Krisen, die Transportketten stören könnten, beeinträchtigten vor allem die niedrigen Wasserstände die Binnenschifffahrt erheblich. Teilweise können Schiffe nur noch ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren, erklärte Spinne. Eine kurzfristige Verlagerung der Transporte auf Straße oder Schiene sei kaum möglich, da auch dort die Kapazitäten begrenzt seien.


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