18.03.2021rss_feed

Die EU will das Verfüttern von Tiermehlen wieder erlauben

Das Verfütterungsverbot von Tiermehl könnte wieder gelockert werden (Bild ©ISN)

Das Verfütterungsverbot von Tiermehl könnte wieder gelockert werden (Bild ©ISN)

Die Europäische Union plant, das Verfütterungsverbot tierischer Produkte zu lockern. So sollen Tiermehle von Schweinen zukünftig wieder an Geflügel verfüttert werden dürfen und Geflügelmehle wieder im Schweinefutter erlaubt werden, heißt es in einer Meldung vom CDU/CSU-Europaabgeordneten Jens Gieseke.

ISN: Das ist der richtige Weg, denn tierische Proteine sind ernährungsphysiologisch für Schweine hoch wertvoll. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit ist eine Rückführung dieser Rohstoffe in den Nährstoffkreislauf zu begrüßen.

 

Verfütterung von Tiermehlen seit 20 Jahren verboten

Details stellte die Kommission diese Woche in einer Anhörung des Umweltausschusses im Europäischen Parlament vor. Referatsleiter Eric Thévenard habe dabei berichtet, dass man die Verfütterung von Schweine-PAP (verarbeitete tierische Proteine (=processed animal proteins)) an Geflügel sowie von Geflügel-PAP an Schweine wieder ermöglichen wolle. Dies sei seit der BSE-Krise vor 20 Jahren verboten gewesen. Zusätzlich wolle man auch die Verfütterung von Insektenmehl erlauben.

Der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) hatte die Kommission schon vor Monaten aufgefordert, das Tempo in dieser Initiative deutlich anzuziehen. Dementsprechend erfreut zeigte sich der Niedersachse über die aktuellen Entwicklungen: Die Lockerungen sind richtig und längst überfällig. Wir können nicht vom Green Deal und von Kreislaufwirtschaft sprechen und gleichzeitig wertvolle tierische Proteine ungenutzt lassen.

 

Abhängigkeit von Futtermittelimporten mindern

Laut Kommission gebe es in Europa seit Jahren keinen BSE-Fall mehr. Die geplanten Regelungen stützten sich zudem auf wissenschaftliche Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Wiederkäuer seien explizit nicht für die Lockerungen vorgesehen. Und so sehe man bei entsprechenden Kontrollmechanismen keine Gesundheitsgefahren.

Gieseke stellte klar: Ich gehe davon aus, dass die Mitgliedstaaten die Initiative unterstützen. Besonders positiv ist die Nutzung von Insektenmehl. Er setze darauf, dass Unternehmen jetzt mutig voranschreiten. Mit der Nutzung verarbeiteter tierischer Nebenprodukte und mit der Nutzung von Insektenmehl könne die EU auch Importe von beispielsweise Soja reduzieren.

 

Nach Zustimmung der Mitgliedstaaten wird der Rechtsakt vermutlich im April dem Parlament vorgelegt. Hier besteht dann die Möglichkeit, dass noch ein Veto gegen den Entwurf eingelegt wird.

 

Die ISN meint:

Das ist der richtige Weg. Tierische Proteine sind ernährungsphysiologisch für Schweine hoch wertvoll. Auch aus Gründen der Nachhaltigkeit ist eine Rückführung dieser Rohstoffe in den Nährstoffkreislauf zu begrüßen. Wichtig ist, dass die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament diesen Weg nun mitträgt.


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