05.06.2026rss_feed

Deutsches Schlachtschweineangebot nahezu exakt auf Vorjahresniveau

Schlachtungen Grafik januar bis april 2026

Wer nach den Ursachen für die enttäuschende Preisentwicklung am Schweinemarkt sucht, schaut oft reflexartig auf die Angebotsseite. Doch die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Schlachtzahlen für das erste Drittel des Jahres 2026 belegen, dass sich das Angebot fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Eine Betrachtung des Lebendmarktes zeigt deutlich: Das aktuelle Preisproblem am Schweinemarkt stammt hauptsächlich von Problemen auf der Absatzseite.

 

Die neuen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für den Zeitraum von Januar bis April 2026 verdeutlichen die Stabilität auf dem deutschen Lebendmarkt. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wurden hierzulande insgesamt 15,05 Mio. Schweine gewerblich geschlachtet. Damit liegen sie praktisch genau (-0,1 %) auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, als 15,07 Mio. Schweine geschlachtet wurden.

 

Seitwärtsbewegung erwartet

Im weiteren Jahresverlauf deuten die letzten Viehzählungsergebnisse darauf hin, dass sich die Seitwärtsbewegung des Angebots fortsetzen dürfte. Die aktuellste ISN-Prognose geht von einer minimalen Steigerung der Schlachtungen von 0,3 % im Vergleich zum Vorjahr für das Gesamtjahr 2026 aus. Das Lebendangebot hat sich nach den dramatischen Bestandseinbrüchen der vergangenen Jahre mittlerweile auf einem historisch niedrigen Niveau eingependelt. Saisonal sorgen die üblichen Effekte dafür, dass das Schlachtaufkommen im Juni – genauso wie in den Vorjahren – etwa 5 bis 7 % unter den Mengen des Herbst- und Winterdurchschnitts liegt.

 

Auch EU-weit keine hohe Schlachtzahlen

Auf europäischer Ebene muss das Bild etwas differenzierter betrachtet werden. Vollständige offizielle Schlachtzahlen liegen EU-weit bisher zwar nur für den Januar vor, aus den ersten Zahlen wichtiger schweinehaltender Länder lässt sich aber ableiten, dass das Schlachtaufkommen in der EU im ersten Jahresdrittel leicht über dem Vorjahresniveau lag. Im weiteren Jahresverlauf rechnet die EU-Kommission jedoch mit rückläufigen Schlachtungen. Für das Gesamtjahr 2026 geht sie aufgrund der rückläufigen Sauenbestände bei den letzten Viehzählungen von -1,0 % weniger Schweineschlachtungen aus.

 

Das Augenmerk richtet sich auf die Nachfrageseite

Die Schlachtzahlen deuten darauf hin, dass die wesentlichen Ursachen für die fehlende Preisdynamik kaum auf dem heimischen Lebendmarkt zu finden sind. Das Augenmerk richtet sich vielmehr auf die Nachfrageseite. Insbesondere die reichliche Versorgung des EU-Binnenmarktes mit Fleisch – mitunter beeinflusst durch Einschränkungen im Drittlandsexport – dürfte hierbei eine wichtige Rolle spielen. Wie genau sich diese Warenströme und Drittlandsexporte aktuell darstellen, beleuchten wir im nächsten Artikel dieser Serie.



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