31.08.2023rss_feed

Deutscher Schweinebestand auf historischem Tiefstand – Endgültige Viehzählungsergebnisse veröffentlicht

Die Anzahl der Schweinehalter und gehaltenen Schweine in Deutschland ist seit Jahren deutlich rückläufig und die Ausstiegswelle in der deutschen Schweinehaltung rollt ungebremst weiter: Fast jeder zehnte Betrieb hat innerhalb nur eines Jahres die Schweinehaltung aufgegeben. ©eigene Darstellung nach Destatis

Die Anzahl der Schweinehalter und gehaltenen Schweine in Deutschland ist seit Jahren deutlich rückläufig und die Ausstiegswelle in der deutschen Schweinehaltung rollt ungebremst weiter: Fast jeder zehnte Betrieb hat innerhalb nur eines Jahres die Schweinehaltung aufgegeben. ©eigene Darstellung nach Destatis

Die Veröffentlichung der endgültigen Viehzählungsergebnisse zum Stichtag 3. Mai 2023 durch das Statistische Bundesamt zeigt, dass sich der deutsche Schweinebestand deutlich reduziert hat, auch wenn die Zahlen gegenüber den vorläufigen Ergebnissen noch etwas nach oben korrigiert wurden. Gegenüber dem Vorjahr ist der Schweinebestand damit deutlich um 6,2 % zurückgegangen und befindet sich derzeit auf einem historischen Tiefstand.

ISN: Die Zahlen sind erschreckend. Die Ausstiegswelle in der Schweinehaltung rast in dramatischem Tempo weiter. Hauptausstiegsursache ist nach wie vor die fehlende Planungssicherheit und Perspektive auf den Betrieben.

 

Wie Age berichtet, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) nun die endgültigen Ergebnisse der Viehzählung zum Stichtag 3. Mai 2023 veröffentlicht. Aufgrund von Nachmeldungen wurde der Gesamtbestand gegenüber den vorläufigen Ergebnissen um 235.200 Tiere auf 20,95 Mio. Stück nach oben korrigiert. Das Minus im Vergleich zur Vorjahreserhebung bleibt mit 6,2 % aber sehr deutlich. Absolut gesehen entspricht das einem Rückgang der Tierzahl um 1,39 Mio. Stück. Nicht verändert hat sich trotz der Korrekturen auch nicht die Tatsache, dass die Schweineherde hierzulande nun auf ein historisches Tief gesunken ist.

 

Korrektur in allen Tierkategorien

Korrekturen bei den endgültigen Zahlen gegenüber den vorläufigen Werten sind nicht ungewöhnlich. Die Statistiker aus Wiesbaden haben in allen Tierkategorien die Bestandszahlen gegenüber dem vorläufigen Ergebnis nach oben angepasst. Bei Ferkeln und Jungschweinen kamen die sie auf 9,86 Millionen (gegenüber den vorläufigen Zahlen rund 82.300 Tiere mehr) und bei den Mastschweinen auf 9,68 Millionen (rund 132.100 Tiere gegenüber den vorläufigen Zahlen mehr). Die Größe der Zuchtsauenherde wurde um 20.300 Tiere auf gut 1,39 Mio. Sauen nach oben korrigiert. Das Bestandminus im Vorjahresvergleich fiel dadurch mit 6,7 % (vorläufig geschätzt war ein Minus von 8,1 %) zwar etwas niedriger, aber immer noch sehr hoch aus. Zudem blieben auch etwas mehr Schweinehalter übrig; die ursprüngliche Zahl wurde von 15.900 auf 16.200 nach oben korrigiert. Im Mai 2022 waren es noch mit 17.860 noch weit mehr Betriebe und im Frühjahr 2021 sogar noch rund 19.800.

 

Die ISN meint:

Auch wenn die Zahlen etwas nach oben korrigiert wurden, bleiben sie erschreckend. Trotz inzwischen wieder erreichter Wirtschaftlichkeit in der Schweinehaltung rast die Ausstiegswelle im dramatischen Tempo weiter. Hauptausstiegsursache ist die nach wie vor fehlende Planungssicherheit und Perspektive auf den Betrieben. Schon lange ist die Politik gefordert, endlich die notwendige Sicherheit zu schaffen. Viele Schweinehalter zweifeln aber am Willen der Bundesregierung zu echten Lösungen, die ihnen wirklich weiter helfen – der Frust unter den Tierhaltern ist riesig. Das kürzliche Aus der Borchert-Kommission tut sein Übriges dazu.


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