20.10.2021

Chinesischer Schweinebestand nicht mehr auf Wachstumskurs

©Canva

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In China ist die Schweinefleischerzeugung in den ersten drei Quartalen 2021 gegenüber der schwachen Vorjahresperiode kräftig gestiegen, doch zeichnet sich langsam ein Ende des Wachstums ab. Experte sehen insbesondere den Zusammenbruch des Ferkelpreises verantwortlich für diese Entwicklung und erwarten einen Rückgang der chinesischen Schweineproduktion, berichtet AgE.

 

Wie der Sprecher des Nationalen Statistikbüros, Fu Linghui, diese Woche in Peking berichtete, nahm die Schweinefleischerzeugung gegenüber Januar bis September 2020 um 38,0 % auf 39,17 Mio. t zu; die Zahl der Schweineschlachtungen stieg dabei um 35,9 % auf 491,9 Mio. Tiere. Neben dem Wiederaufbau der Bestände nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) haben in den vergangenen Monaten laut Analysten die tief gefallenen Erzeugerpreise zu einer verstärkten Herdenliquidation geführt und so das Angebot erhöht.

 

Bestand erstmals wieder rückläufig

Dem Pekinger Statistikbüro zufolge gab es Ende September 437,64 Mio. Schweine in China; das waren 18,2 % mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich mit Ende Juni ist allerdings erstmals wieder ein leichter Bestandsrückgang festzustellen, und zwar um 1,5 Mio. Stück oder 0,3 %. Gleiches galt für die Sauen, deren Zahl Ende September mit 44,59 Mio. Tieren zwar um 16,7 % über dem Vorjahresniveau lag, gegenüber Juni aber um 1,1 Mio. Stück beziehungsweise 2,3 % rückläufig war. 

 

Ferkelpreis auf niedrigem Niveau

Die zuletzt erfolgte Abstockung der Sauenherde ist laut Experten auf den Zusammenbruch des Ferkelpreises zurückzuführen. Dieser lag der nationalen Erhebung zufolge zuletzt bei umgerechnet gut 41 Euro für ein Tier mit 20 kg. Vor einem Jahr waren noch Rekordpreise von mehr als 260 Euro je Ferkel zu erzielen. Die Erzeugerpreise für Mastschweine brachen vom Jahresbeginn bis Anfang Oktober um gut 70 % auf 1,36 Euro/kg Lebendgewicht ein. Doch scheint hier der Tiefpunkt überwunden zu sein, denn in den vergangenen zwei Wochen ist der Preis wieder auf 1,86 Euro/kg LG gestiegen. Dieses Niveau ist laut Analysten bei den hohen Futterkosten aber noch lange nicht kostendeckend.

 

Rückgang erwartet

Mehrere Marktbeobachter gehen davon aus, dass die lange Zeit nicht kostendeckender Preise wieder zu einem Rückgang der chinesischen Schweineproduktion führen werde. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostizierte kürzlich, dass nach einem Anstieg der Schweinefleischerzeugung in diesem Jahr um 27 % auf 46,0 Mio. t die Produktion im kommenden Jahr um rund 5 % auf 43,75 Mio. t sinken wird. Dies soll dann auch zu einem Anstieg der Importe gegenüber 2021 um gut 5 % auf 4,75 Mio. t Schweinefleisch führen; dies wäre das zweithöchste Niveau in der Geschichte.