Chinas Schweinefleischimporte weiter rückläufig - Eigenversorgung drängt Importe zurück

Trotz rückläufiger Gesamtimporte behauptete Spanien seine Spitzenposition vor den USA. Dänemark legte gegen den Trend zu, während Russland seine Lieferungen nahezu verdoppelte (© ISN nach AMI)
Chinas Einfuhren von Schweinefleisch und Nebenprodukten sind im ersten Halbjahr 2026 um 14 Prozent zurückgegangen. Während die Nachfrage nach Schweinefleisch deutlich nachließ, blieben Nebenprodukte allerdings gefragt. Spanien bleibt trotz Handelseinbußen wichtigster Lieferant, während Russland seine Exporte hingegen massiv ausbauen konnte.
Die neuesten chinesischen Außenhandelszahlen zeigen einen weiteren deutlichen Rückgang der Schweinefleischeinfuhren nach China im ersten Halbjahr 2026. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und des dänischen Dachverbandes der Land- und Ernährungswirtschaft Landbrug & Fødevarer (L&F) sank das gesamte Importvolumen aus frischem beziehungsweise gefrorenem Schweinefleisch und Nebenprodukten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 14 % auf etwa 947.000 t.
Deutlicher Rückgang bei Schweinefleisch
Bei den einzelnen Produktgruppen zeigt sich jedoch eine deutliche Zweiteilung. Während die Einfuhren von frischem und gefrorenem Schweinefleisch um signifikante 28 % auf rund 381.000 t einbrachen, blieb die chinesische Nachfrage nach Nebenprodukten mit etwa 566.000 t und einem minimalen Rückgang von lediglich 1 % nahezu stabil.
Spanien bleibt Marktführer
In der Betrachtung der einzelnen Lieferländer zeigen sich teils sehr unterschiedliche Entwicklungen. Spanien behauptete seine Position als wichtigster Lieferant für China, da das Land aufgrund eines Regionalisierungsabkommens trotz des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest größtenteils weiterhin liefern kann. Aufgrund der regionalen Sperrungen büßte Spanien im Vorjahresvergleich jedoch rund 15 % ein und kam auf etwa 230.000 t.
Dänemark und Russland gegen den Trend
Die USA folgen auf Rang zwei und profitierten vor allem von der stabilen Nachfrage nach Nebenprodukten, weshalb der Rückgang der US-Lieferungen mit einem Minus von rund 6 % auf etwa 160.000 t vergleichsweise glimpflich ausfiel. Dänemark trotzte hingegen dem allgemeinen Abwärtstrend und konnte seine Lieferungen nach China im ersten Halbjahr 2026 sogar um rund 4 % auf etwa 91.000 t steigern. Bemerkenswert war auch die deutliche Steigerung der Liefermengen aus Russland auf 49.000 t (+93,4 %).
Höhere Eigenversorgung bremst Importe
Der anhaltende Rückgang der chinesischen Gesamtimporte markiert die Fortsetzung einer Entwicklung, die nach dem historischen Importhöchststand in den Jahren 2020 und 2021 einsetzte. Ursächlich hierfür ist der erfolgreiche Wiederaufbau der heimischen Schweinebestände nach den massiven Verlusten durch die Afrikanische Schweinepest (ASP). China hat dadurch seine Eigenversorgung stark verbessert und ist deutlich weniger auf Importe angewiesen. Zudem machten in diesem Jahr sehr niedrige chinesische Inlandspreise die Lieferungen nach China für viele Exporteure wirtschaftlich unattraktiver.