19.08.2021

China: Wachstum der Sauenbestände stagniert

©Canva

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China hat seinen Schweinebestand in den letzten zwei Jahren enorm aufgestockt und liegt mittlerweile wieder auf dem Niveau von 2017 bei knapp 440 Mio. Tieren. Das Wachstum der Sauenherde ist im Juli 2021 allerdings zum Erliegen gekommen. Die chinesischen Schweinehalter machen derzeit bei einem vergleichsweise niedrigen Schlachtschweinepreis und hohen Futterkosten Verluste. Deshalb optimieren die Erzeuger jetzt ihre Herdenstruktur, berichtet Agra Europe (AgE).

 

Leichte Abnahme des Sauenbestands

In den vergangenen 21 Monaten ist der Sauenbestand in China kontinuierlich aufgestockt worden. Diese Entwicklung ist Ende Juli allerdings zum Stillstand gekommen. Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium heute mitteilte, nahm die landesweite Sauenpopulation gegenüber dem Vormonat um 0,5 % ab. Ein Ministeriumssprecher machte dafür die deutlich gesunkenen Schweinepreise verantwortlich. Der Schweinebestand insgesamt sei hingegen im Vergleich zum Juni um 0,8 % gewachsen und liege rund 31 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.

 

Schweinebestand insgesamt auf Niveau von 2017

Genaue Bestandszahlen wurden vom Landwirtschaftsministerium nicht genannt. Kürzlich wurde jedoch berichtet, dass es Ende Juni 2021 insgesamt 45,64 Millionen Sauen in China gegeben hat; das waren 9,34 Millionen Tiere oder 25,7 % mehr als zwölf Monate zuvor. Der Gesamtbestand an Schweinen nahm binnen Jahresfrist um 99,2 Millionen Stück beziehungsweise 29,2 % auf 439,11 Millionen Tiere zu. Damit sei die Herdengröße wieder auf den Stand von Ende 2017 gewachsen, dem letzten Jahr vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP), so das Ministerium.

 

Schlachtschweinepreis durch hohes Angebot unter Druck

Dem Pekinger Agrarressort zufolge ist das Lebendangebot infolge des Bestandsaufbaus wieder deutlich gewachsen, was zu einem starken Druck auf die Erzeugerpreise geführt hat. Der landesweite Schlachtschweinepreis lag gestern im Landesmittel bei rund 15 CNY (1,97 Euro) je Kilogramm Lebendgewicht; zu Jahresbeginn war es mit 36,66 CNY (4,81 Euro) noch mehr als doppelt so viel gewesen. Die Ferkelpreise sind in diesem Zeitraum sogar um rund 70 % abgestürzt. Die Pekinger Regierung hat zur Preisstützung Marktmaßnahmen wie Lagerhaltungskäufe eingeführt. Zudem wurden die Schweinefleischimporte stark zurückgefahren. 

Viele Erzeuger machen laut Agrarressort bei vergleichsweise hohen Futterkosten nun Verluste. Sie beschleunigten deshalb das Aussortieren leistungsschwacher Sauen und optimierten ihre Herdenstruktur. In der Hochpreisphase seien auch viele normale weibliche Schweine als Zuchtsauen gehalten worden, die dafür weniger geeignet gewesen seien. Aufgrund des Marktdrucks werde nun Qualität gegen Quantität getauscht, so das Ministerium. Dabei würden aber die Hochleistungssauen im Bestand verbleiben.