12.08.2021

Brandenburg: Erster ASP-Fall bei Wildschweinen im Landkreis Uckermark

Frischling ©Pixabay

Frischling ©Pixabay

Ein weiterer Landkreis in Brandenburg ist von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffen. Bei einem erlegten Frischling in der Uckermark südwestlich von Criewen ist heute das Virus festgestellt worden. Der Landkreis Uckermark hat die erforderlichen Krisenstrukturen aktiviert und die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Um eine eventuelle weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen, wird jetzt verstärkt nach Fallwild gesucht.

 

Ausbruch östlich vom ASP-Schutzzaun zu Polen

Wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) heute bekannt gab, wurde bei einem erlegten Frischling in der Uckermark südwestlich von Criewen heute die ASP festgestellt. Der Erlegungsort befindet sich östlich des ersten ASP-Schutzzaunes zu Polen rund 300 Meter von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Der Landkreis Uckermark hat die erforderlichen Krisenstrukturen aktiviert und die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Priorität hat jetzt die flächenhafte Fallwildsuche westlich des ASP-Schutzzaunes, um eine eventuelle Ausbreitung der Tierseuche frühzeitig zu erkennen.

 

Vandalismus und Diebstahl erschweren ASP-Bekämpfung

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher betonte: Derzeit beobachten wir, dass sich die ASP in Westpolen ungebremst nach Norden ausbreitet. Ich bin froh, dass wir mit dem Bau des zweiten festen Zauns entlang der Grenze begonnen haben, um einen Schutzkorridor an Oder und Neiße zu errichten. Das sind entscheidende Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung. Der regelmäßige Diebstahl von Batterien an Elektrozäunen, ganzer Tore oder Zaunelementen schadet uns allen und ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Es gibt Tierhalter, die hier um ihre Existenz kämpfen. Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest geht uns alle an! Jede und jeder ist gefordert, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu befolgen. Auch fordere ich alle Angler*innen, Spaziergänger*innen oder Radfahrer*innen auf, die installierten Tore in den Zäunen zu nutzen und nach dem Durchgang unbedingt wieder zu verschließen. Die ASP kann nur eingedämmt werden, wenn alle dabei mithelfen.

 

Brandenburg hat bereits entlang der gesamten brandenburgisch-polnischen Landesgrenze zu Polen eine feste Wildschweinbarriere zum Schutz vor der ASP errichtet. Am 24. Juni 2021 hat der Landeskrisenstab außerdem die Errichtung eines ASP-Schutzkorridors beschlossen. Die Baumaßnahmen des 2. Zaunes laufen.

 

Die ISN meint:

Der neue ASP-Fall in der Uckermark macht deutlich, wie hoch der Seuchendruck an der Landesgrenze zu Polen ist. Das Einwanderungsrisiko von mit ASP infizierten Wildschweinen aus Polen ist nach wie vor sehr hoch. Da jetzt ein weiterer Landkreis in Brandenburg betroffen ist, sollten die Alarmglocken noch mehr schrillen. Brandenburg ist in der Pflicht, die  Seuchenbekämpfung zu optimieren! Schwachpunkte müssen sofort abgestellt und die Bekämpfungsmaßnahmen wirksam umgesetzt werden.

Wir fordern deshalb die Verantwortlichen vor Ort auf: Nehmen Sie die Kritik der Landwirte in der Region endlich ernst und binden Sie diese direkt mit ein. Diese Spezialisten kennen sich sehr gut vor Ort aus und können wichtige Hilfestellungen geben.

Es ist existenziell bedeutend für die Schweinehaltung in ganz Deutschland, die ASP in den betroffenen Regionen optimal zu bekämpfen und eine Ausbreitung in andere Regionen zu verhindern.

Außerdem sollte jedem Schweinehalter vor Ort klar sein: Das Einhalten der Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen ist jetzt das A und O – und das gilt für jede Haltungsform und jeden Schweinebestand, egal wie klein oder groß er ist. Das hat oberste Priorität!