27.08.2021

ASP-Update 27.08.21: über 2.000 ASP-Fälle bestätigt

ASP Wildschweine ©Canva

Die Zahl der amtlich bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Deutschland hat knapp ein Jahr nach dem ersten Ausbruch die 2.000er Marke überschritten.

Nach Angaben des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) wurden bis zum 26.08.21 insgesamt 2.028 Infektionen nachgewiesen. Davon allein über 40 neue Fälle bei Wildschweinen in dieser Woche in den brandenburgischen Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in Frankfurt (Oder) Stadt und im sächsischen Görlitz. Bei den ASP-Fällen in Hausschweinebeständen ist es bislang bei drei betroffenen Betrieben geblieben.

 

Bund lehnt finanzielle Hilfe für betroffene Bundesländer ab

Nach einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) vom 26.08.21 wurde gestern bekannt, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) finanzielle Hilfe für Brandenburg wegen der Ausbreitung der ASP ablehne. In einem Brief vom 17.08.21 an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Axel Vogel soll der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Uwe Feiler aus Brandenburg dies verteidigt haben. Nach Angaben des rbb begründe Feiler das Vorgehen darin, dass für Maßnahmen der Gefahrenabwehr im Veterinärbereich grundsätzlich die Länder zuständig seien. Der Bund unterstütze auf anderen Wegen, wie zum Beispiel durch Tests des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) oder Verhandlungen mit Drittländern über den Fleischexport. Brandenburgs Agrarminister Vogel zeigte sich am Donnerstag im Landtag in Potsdam verärgert und kritisierte die Haltung des Bundes: Das ist nicht das Vorbild, das wir uns vorstellen, auch nicht die Unterstützung, die wir uns erwarten.

 

Spree-Neiße baut festen Zaun

Der Landkreis Spree-Neiße rüstet sich weiter gegen die Ausbreitung der ASP und hat am Donnerstag begonnen, einen festen Zaun zu bauen, der in den kommenden Monaten fertiggestellt werden soll. Das bestätigte der Landrat von Spree-Neiße, Harald Altekrüger gegenüber dem rbb. Der Zaun soll eine Länge von fast 100 km umfassen und die bisherige Lösung mit mobilen Zäunen ersetzen. Wir müssen verhindern, dass die Tiere weiter Richtung Westen wandern. Wir sind sozusagen das Bollwerk für ganz Deutschland, da wünsche ich mir eine entsprechende Unterstützung, so Altekrüger. An den Baukosten für den Zaun beteilige sich das Land. Altekrüger sehe aber auch den Bund und die EU in der Pflicht, für die Kosten aufzukommen, berichtet der rbb.


ASP-Update 24.08.21: Fast 2.000 ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg und Sachsen

Karte: ASP in Deutschland seit September 2020, Stand 20.08.2021 ©FLI

Karte: ASP in Deutschland seit September 2020, Stand 20.08.2021 ©FLI

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Brandenburg und Sachsen steigt nach wie vor stetig und der Infektionsdruck im Schwarzwildbestand ist weiterhin hoch. Bis heute (24.08.21) wurden nach Angaben des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) 1.993 Infektionen bei Wildschweinen amtlich bestätigt. Bei den ASP-Fällen in Hausschweinebeständen ist es bislang bei drei betroffenen Betrieben geblieben.

 

Bald ein Jahr ist der erste ASP-Befund im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis her, und das Infektionsgeschehen flaut nicht ab. Derzeit liegt die Gesamtzahl der amtlich bestätigten Fälle laut TSIS bei 1.996, drei Nachweise betrafen bisher brandenburgische Hausschweinebestände.

 

Kretschmer: Die betroffenen Länder dürfen nicht allein gelassen werden

In der vergangenen Woche wurden über 70 neue Infektionen bei Wildschweinen gemeldet, davon über 20 im sächsischen Kreis Görlitz. Dort informierte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer letzte Woche über die Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche, wie Agra Europe (AgE) berichtet. Er bezeichnete die zahlreichen getroffenen Maßnahmen des Landes als Bollwerk gegen die ASP. Der Kampf gegen die Tierseuche sei jedoch als europäische Aufgabe zu begreifen und setze auch ein solidarisches Miteinander von Bund und Ländern voraus.

Die Bekämpfung der ASP ist von erheblicher Bedeutung. Ich werbe sehr dafür, dass Bund und Länder sich deshalb im solidarischen Miteinander dieser Aufgabe stellen, betonte der Ministerpräsident. Sachsen dränge, wie auch Brandenburg darauf, dass der Bund und alle Bundesländer in solchen Krisenfällen zusammenstünden und anfallende Mehrkosten für erforderliche Sicherungsmaßnahmen gemeinsam schulterten. Die besonders betroffenen Länder dürfen nicht allein gelassen werden, so Kretschmer.

 

Landesbauernverband moniert Verwaltungsmodus der Verantwortlichen

Wie AgE weiter berichtet, mahnte der Landesbauernverband (LBV) in Brandenburg angesichts neuer ASP-Fälle eine größere und effektivere Kraftanstrengung bei der Seuchenbekämpfung an. Zwar seien die Errichtung eines zweiten Schutzzaunes an der Grenze zu Polen und die intensive Fallwildsuche richtige und wichtige Maßnahmen, doch die zugesagte Prüfung zur finanziellen Unterstützung der unverschuldet in Not geratenen Schweinehalter in den betroffenen Gebieten enthalte weder eine Zeitschiene, noch die Gewähr eines positiven Votums. LBV-Präsident Henrik Wendorff monierte den routinemäßigen Verwaltungsmodus der Verantwortlichen in der EU, im Bund, im Land und in den Landkreisen. Die Landwirte sähen sich einer ausgewachsenen Krise gegenüber, die vielen Berufskollegen die Existenz kosten könne, wenn nicht sofort erfolgversprechende Maßnahmen ergriffen würden.