22.11.2021

ASP-Update 22.11.21: Keine weiteren ASP-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

©FLI, Landesforst MV - Waldservice und Energie GmbH

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Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in der vergangenen Woche sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen bestätigt. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen haben seit dem Auftreten der ASP in einem Schweinemastbetrieb im Landkreis Rostock Anfang vergangener Woche zahlreiche Untersuchungen und eine intensive Fallwildsuche keine Hinweise auf weitere ASP-Fälle geliefert. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus geht deshalb nach wie vor von einem punktuellen Eintrag aus. Der Bestand ist inzwischen von der GESEVO GmbH geräumt worden. Backhaus lobte die gute Zusammenarbeit und das schnelle und konsequente Handeln aller Beteiligten.

 

ASP-Lage in Deutschland: 2.723 ASP-Fälle

 

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in der vergangenen Woche mehrere weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt. Betroffen sind vor allem der Landkreis Oder-Spree und die Stadt Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Nach aktuellen Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) gibt es derzeit insgesamt 2.719 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg und Sachsen (Stand 19.11.21). Die ASP-Funde liegen in den bisherigen Restriktionszonen.

 

Die ASP-Fälle in Hausschweinebeständen belaufen sich in diesem Jahr nun auf insgesamt vier betroffene Betriebe, nachdem die ASP letzte Woche erstmals in einem Hausschweinebestand in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Rostock aufgetreten ist und vor einigen Monaten 3 Kleinbestände in Brandenburg betroffen waren.

 

Bislang keine weiteren Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Wie Agra Europe (AgE) berichtet, gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit keine Hinweise darauf, dass sich die ASP weiter ausgebreitet hat. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus teilte heute bei einer Pressekonferenz mit, dass am Wochenende bei einer intensiven Suche mit Spürhunden und einer Spezialdrohne um den Ausbruchsbetrieb in Lalendorf herum kein einziges totes Wildschwein entdeckt worden sei. Auch alle Proben von Wild- und Hausschweinen, von denen in der letzten Woche bis zu 600 durchgeführt wurden, seien negativ gewesen. Damit gehen wir davon aus, dass wir es nach wie vor mit einem Punkteintrag zu tun haben, erklärte der Minister.

 

Betrieb inzwischen geräumt

Aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern geht hervor, dass der ASP-Ausbruchsbetrieb in Lalendorf noch am Freitag vollständig geräumt wurde. Am Samstag seien die technischen Anlagen gereinigt und desinfiziert worden. Backhaus lobte in der heutigen Pressekonferenz die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der zuständigen, seuchenerfahrenen GESEVO GmbH und den Behörden vor Ort.

Weiterhin gab er bekannt, dass das Gelände als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme  durch die Landesforstanstalt und das Technische Hilfswerk mit einem 6,4 Kilometer langen Elektrozaun vollständig eingezäunt wurde. Das zuständige Veterinäramt- und Lebensmittelüberwachungsamt sei weiterhin vor Ort und überwache die Gesamtsituation.

 

Eintragsursache nach wie vor unbekannt

Über die Eintragsursache in den Mastbetrieb im Kreis Rostock gibt es laut AgE noch kein abschließendes Untersuchungsergebnis der Epidemiologien des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Dieses ist laut Backhaus zeitnah zu erwarten. Bekannt sei mittlerweile aus der Genomanalyse, dass die Virusvariante in Mecklenburg-Vorpommern derjenigen entspreche, die auch im Norden Brandenburgs beziehungsweise in Westpolen vorkomme. Dass wir bislang keine Nachweise bei Wildschweinen haben, ist für mich ein Zeichen dafür, dass unsere bisher getroffenen Maßnahmen im Bereich Forst und Jagd sowie im Veterinärwesen Wirkung entfalten, betonte Backhaus. Für das schnelle und konsequente Handeln nach dem ersten Ausbruch auf dem Schweinebetrieb dankte er ausdrücklich allen Beteiligten.

 

Appell an Schweinehalter: Biosicherheitsmaßnahmen strikt einhalten

Nun komme es darauf an, die Wildschweinpopulation im Land und insbesondere in der Sperrzone weiterhin engmaschig zu überwachen, erläuterte der Agrarressortchef. Sechs weitere Jagden in der Überwachungszone seien in den kommenden Wochen geplant. Da Wildschweine aus den Restriktionsgebieten nicht verwertet werden könnten und entsorgt werden müssten, habe das Ministerium einen Erlass für eine Entschädigung von 100 Euro/Tier erstellt. Von entscheidender Bedeutung sei es, dass alle Schweinehalter ihre Biosicherheitsmaßnahmen auf ein Höchstmaß steigerten und auch einhielten. Ziel sei es, so Backhaus, möglichst schnell wieder aus den Restriktionsmaßnahmen von EU-Seite entlassen zu werden. Sollte es bei dem Punkeintrag bleiben, könne dies möglicherweise im Februar der Fall sein.