22.10.2021

ASP-Update 22.10.21: Neue Kernzone im Landkreis Uckermark eingerichtet – Bayern verstärkt Vorsorgemaßnahmen

ASP in Deutschland seit September 2020, 2.454 Fälle bei Wildschweinen und 3 Ausbrüche bei Hausschweinen, Stand 22.10.2021 ©FLI

ASP in Deutschland seit September 2020, 2.454 Fälle bei Wildschweinen und 3 Ausbrüche bei Hausschweinen, Stand 22.10.2021 ©FLI

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat auch in dieser Woche mehrere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im Schwarzwildbestand der Länder Brandenburg und Sachsen amtlich bestätigt. Im Landkreis Uckermark in Brandenburg wurde nach der Bestätigung weiterer ASP-Fälle eine neue Kernzone eingerichtet sowie die bestehende Pufferzone und das gefährdete Gebiet erweitert. In Süddeutschland setzt Bayern verstärkt auf Präventionsmaßnahmen, nachdem sich die ASP im Nachbarbundesland Sachsen weiter in Richtung Westen ausgebreitet hat.

 

ASP-Lage in Deutschland: 2.457 ASP-Fälle

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in dieser Woche mehrere ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt. Betroffen sind vor allem die Stadt Frankfurt (Oder) in Brandenburg sowie der Landkreis Görlitz in Sachsen. Nach aktuellen Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) gibt es derzeit insgesamt 2.454 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg (1.877) und Sachsen (577).

Bei den ASP-Fällen in Hausschweinebeständen ist es bislang bei den bisherigen drei betroffenen Betrieben geblieben.

 

Landkreis Uckermark richtet neue Kernzone ein

Nachdem Spaziergänger im Landkreis Uckermark im Schwedter Ortsteil Blumenhagen letzte Woche einen Frischling aufgefunden hatten, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Verdacht auf eine Infektion mit dem ASP-Virus und den neuen ASP-Fall im Landkreis Uckermark am vergangenen Sonntag amtlich bestätigt. Der Landkreis teilte daraufhin mit, dass der ASP-Krisenstab Schutzmaßnahmen beschlossen habe. Dazu gehöre auch die Einrichtung einer Kernzone um den Fundort, die mit einem Elektrozaun gesichert werde. Die bereits bestehende Pufferzone und das gefährdete Gebiet im Landkreis Uckermark werde erweitert.

Nach einem Bericht der Märkischen Oderzeitung (MOZ) soll der Kreistag diese Woche für den Bau eines zweiten Schutzzauns und die Einführung einer Pürzelprämie für die Zeit zwischen dem 20. September 2021 und dem 15. Februar 2022 sowie über die Bereitstellung weiterer finanzieller Mittel zur Seuchenbekämpfung entschieden haben.

Die Befürchtung der Kreisverwaltung, dass weitere ASP-Fälle entdeckt würden, bestätigte sich bereits in dieser Woche. Nach Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) wurden fünf weitere infizierte Wildschweine in der Nähe des jüngsten Fundorts durch das FLI nachgewiesen.

 

Verdacht auf zweiten ASP-Fall in Meißen bestätigt – Bayern rüstet sich gegen ASP

Auch im sächsischen Landkreis Meißen hat sich der Verdacht auf ASP bei einem Frischling laut TSIS bestätigt. Mehr Informationen über den zweiten Fund in Meißen sind noch nicht bekannt. Der erste ASP-Fall im Landkreis Meißen nahe der Autobahn A 13 nordöstlich von Radeburg bei einem gesund geschossenen Wildschwein wurde letzte Woche durch das FLI amtlich bestätigt. Daraufhin wurden unverzüglich Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet.

Auch das benachbarte Bundesland Bayern zog mit einer Aufstockung der Vorsorgemaßnahmen gegen die ASP nach. Wie das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mitteilte, wurde die nächste Stufe des bayerischen ASP-Frühwarnsystems gestartet. Das Frühwarnsystem umfasse insbesondere eine flächendeckende Untersuchungspflicht aller erlegten sowie verendet aufgefundenen Wildschweine auf ASP in den grenznahen bayerischen Landkreisen zu Sachsen. Schweinehaltende Betriebe seien zudem aufgefordert, die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Der aktuelle Fall in Sachsen sei 150 km von der bayerischen Landesgrenze entfernt. Je früher eine Einschleppung erkannt werden könne, desto schneller und gezielter könne man reagieren.

Zu den weiteren Vorsorgemaßnahmen Bayerns gehört eine neue ASP-Hundestaffel mit mehr als 40 Kadaversuchhunden sowie ein Anreizprogramm zur intensiven Bejagung von Wildschweinen mit einer Aufwandsentschädigung von bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein und die Beschaffung von Zaunmaterial.