15.07.2021

ASP-Update 15.07.21: Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree erweitert

ASP in Deutschland seit September 2020, Stand 09.07.2021 ©FLI

ASP in Deutschland seit September 2020, Stand 09.07.2021 ©FLI

Aufgrund weiterer ASP-Fälle in Brandenburg, wurde das Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree erweitert. Zudem wurde die Fallwildsuche in dem entsprechenden Gebiet intensiviert. Beteiligt sind neben Jägern und Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks und der Freiwilligen Feuerwehren auch Reservisten der Bundeswehr.  Darüber hinaus will der Landkreis die Kontrollen an den ASP-Zäunen verstärken, weil es hier immer wieder zu Nachlässigkeiten kommt.  

 

Wie der Landkreis Oder-Spree in dieser Woche mitteilte, musste das bestehende ASP-Kerngebiet erweitert werden. Auslöser dafür waren Fallwildfunde in der angrenzenden Stadt Frankfurt (Oder) und in der Nähe von Biegen (Amt Odervorland), bei denen sich in der amtlichen Untersuchung der ASP-Verdacht bestätigt hat. Zum Kerngebiet 3 in Oder-Spree gehört jetzt der südlich der A 12 gelegene und unmittelbar an Frankfurt (Oder) grenzende Bereich des Landkreises.

In der neu gefassten Tierseuchen-Allgemeinverfügung wurden die Erweiterungen im Detail bekannt gegeben. Die Allgemeinverfügung listet zudem die bereits bestehenden Restriktionsgebiete im Landkreis Oder-Spree auf und bündelt damit die Festlegungen zur Bekämpfung der Tierseuche in einem Dokument. In allen Kerngebieten des Seuchengeschehens gelten besondere Restriktionen.

 

Fallwildsuche südlich der A 12 intensiviert

Laut dem Landkreis haben die bestätigten ASP-Fälle südlich der Autobahn A 12 eine Intensivierung der Fallwildsuche in diesem Bereich zur Folge. Ausgehend von den Fundorten suchen Jäger mit speziell für die Kadaversuche ausgebildeten Hunden, Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, von Freiwilligen Feuerwehren, Mitarbeiter des Landesforstbetriebes und seit Dienstag auch Reservisten der Bundeswehr nach verendeten Wildschweinen. Regelmäßig im Einsatz sind auch Drohnen. Ein Schwerpunkt der Suchtrupps sind Wasserläufe, da die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen, dass sich die mit der Afrikanischen Schweinepest infizierten Wildschweine oft in diese Bereiche zurückziehen.

 

Weitere Schwarzwild-Barriere in Höhe Fürstenwalde, Bad Saarow

Um die weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens nach Westen zu verhindern, soll vorsorglich eine weitere Schwarzwild-Barriere in Höhe Fürstenwalde, Bad Saarow und Wendisch-Rietz errichtet werden. Laut der Amtstierärztin von Oder-Spree, Petra Senger, stelle der Scharmützelsee aufgrund seiner bebauten Uferzone eine sehr wirksame Barriere dar. Diese wolle und müsse man nutzen, um im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest eine Chance zu haben. Bislang wurde in näherer Umgebung des Sees kein verendetes Schwarzwild gefunden.

 

Zauntore stets wieder verschließen – Kontrollen intensiviert

Was die Amtstierärztin und ihre Mitstreiter enorm ärgert, sind regelmäßig festzustellende Nachlässigkeiten an den Zaundurchgängen. Es verginge kein Tag, an dem man nicht auf offene Tore stoße. Das konterkariere alle Bemühungen und werfe die Seuchenbekämpfung zurück. Der Landkreis werde seine Kontrollen an den ASP-Zäunen verstärken und rufe jeden, der ein offenes Tor entdeckt, dazu auf, dies zu schließen.

 

Hausschweinebestand frei von der ASP

Auf der Haben-Seite im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest steht nach zehn Monaten, dass es gelungen ist, ein Übergreifen der für Schweine tödlichen Tierseuche auf Nutztierbestände zu verhindern. Damit es so bleibt, ist nach Aussage des Landkreises eine drastische Reduzierung der Wildschweinpopulation erforderlich. In den Kerngebieten des Seuchengeschehens und den um diese herum eingezäunten weißen Zonen sollen die Bestände auf nahe Null gebracht werden.


ASP-Update vom 12.07.21: Weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen

©Canva

©Canva

Die Zahl der amtlich bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland ist im Verlauf der letzten Woche weiter angestiegen. Derzeit gibt es nach Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) 1.521 bestätigte Fälle in Brandenburg und Sachsen.

 

1.521 ASP-Fälle bei Wildschweinen

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in der vergangenen Woche mehrere weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt. Betroffen sind die Landkreise Oder-Spree, Frankfurt (Oder) Stadt und Spree-Neiße in Brandenburg sowie der Landkreis Görlitz in Sachsen. Nach aktuellen Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) gibt es mittlerweile insgesamt 1.521 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg und Sachsen.

 

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von der Afrikanischen Schweinepest.