08.11.2021

ASP-Update 08.11.21: Untersuchungspflicht für erlegte Wildschweine gilt jetzt in ganz Sachsen

ASP in Deutschland seit September 2020 ©FLI

ASP in Deutschland seit September 2020 ©FLI

Die Zahl der amtlich bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Brandenburg und Sachsen ist im Verlauf der letzten Woche weiter angestiegen. In Sachsen wurde nach den ASP-Fällen im Landkreis Meißen das ASP-Frühwarnsystem nun auf das ganze Bundesland ausgedehnt. Der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Ernährung Landwirtschaft, Uwe Feiler, informierte sich  am Freitag über die Bekämpfung der ASP auf den Truppenübungsplätzen der Bundeswehr und bedankte sich für die Unterstützung der Bundeswehr in den gefährdeten Gebieten in Brandenburg und Sachsen.

 

ASP-Lage in Deutschland: 2.623 ASP-Fälle

Stand: 08.11.2021 - 12 Uhr

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in der letzten Woche mehrere ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt. Betroffen sind vor allem der sächsische Landkreis Görlitz sowie das Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Im Landkreis Meißen in Sachsen wurden zwei weitere Fälle von ASP amtlich bestätigt. Nach aktuellen Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) gibt es derzeit insgesamt 2.620 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg und Sachsen.

Bei den ASP-Fällen in Hausschweinebeständen ist es bislang bei den bisherigen drei betroffenen Betrieben geblieben. Die Seuche ist für den Menschen ungefährlich.

 

Sachsen weitet ASP-Frühwarnsystem aus

Als Reaktion auf den positiven Fund von mit ASP infizierten Wildschweinen im sächsischen Landkreis Meißen, über 60 Kilometer von den bisherigen ASP-Funden im Landkreis Görlitz entfernt, wurde in der vergangenen Woche das bestehende ASP-Frühwarnsystem auf ganz Sachsen ausgedehnt. Das teilte das Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt am 04.11.2021 mit. Damit gilt nun eine flächendeckende Pflichtuntersuchung für alle erlegten Wildschweine auf ASP, die mit einer entsprechenden Aufwandsentschädigung honoriert wird. Staatssekretär Sebastian Vogel, Leiter des ASP-Krisenstabes, erklärte, dass das ASP-Frühwarnsystem bisher gut funktioniert habe und betonte die Dringlichkeit bei der Bekämpfung der Tierseuche, um weitere Einzeleinträge so frühzeitig wie möglich zu erkennen.

Ein weiteres, wichtiges Element des Überwachungssystems sei die Anzeigepflicht und Beprobung von verendet aufgefundenen Wildschweinen (Fall- und Unfallwild) und krank erlegten Wildschweinen Ist das Virus in die Wildschweinpopulation eingedrungen, ist ein Nachweis bei diesen Tieren am wahrscheinlichsten, so Vogel.

 


Parlamentarischer Staatssekretär Feiler informiert sich bei Bundeswehr über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ©BMEL

Parlamentarischer Staatssekretär Feiler informiert sich bei Bundeswehr über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest ©BMEL

Parlamentarischer Staatssekretär Feiler informiert sich bei Bundeswehr über ASP-Bekämpfung

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mitteilte, informierte sich der Parlamentarische Staatssekretär, Uwe Feiler in der vergangenen Woche über die Bekämpfung der ASP auf den Truppenübungsplätzen der Bundeswehr und besuchte dazu am Freitag den Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen. Um den Betrieb des Truppenübungsplatzes auch nach dem Ausbruch der ASP gewährleisten zu können, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, wie die Einzäunung des Platzes, ein hoher Jagddruck und ein lückenloses Wildmonitoring. Vor Ort stellte Standortkommandant Oberstleutnant René Pierschel die Maßnahmen im Einzelnen vor. Nach Aussage der Bundesforsten ist der Truppenübungsplatz in vielen Bereichen nun fast frei von Schwarzwild.

Uwe Feiler dankte den zuständigen Stellen von Bundeswehr über Bundesforst bis hin zu den Kommunen und der Jägerschaft über ihre Mithilfe bei dieser Aufgabe sowie der Bundeswehr für die gute Zusammenarbeit beim Bau von Schutzzäunen in den gefährdeten Gebieten in Brandenburg und Sachsen sowie der Kadaversuche. Die Bekämpfung der ASP erfordert eine gemeinsame Kraftanstrengung von allen Beteiligten. Ich sehe hier große Bereitschaft auf allen Seiten, die für die Tierseuchenbekämpfung zuständigen Behörden der Bundesländer zu unterstützen, mahnte Feiler.