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ASP-Update 08.10.2020: 53 bestätigte Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg – Weiße Zone um erstes Kerngebiet wird eingerichtet

Karte: Weiße Zone um das erste Kerngebiet (MSGIV Brandenburg)

Karte: Weiße Zone um das erste Kerngebiet (MSGIV Brandenburg)

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat drei weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Brandenburg bestätigt. Zwei Fundorte liegen im ersten Kerngebiet, ein weiterer im Landkreis Märkisch-Oderland im zweiten Kerngebiet. Als weitere Maßnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung der ASP wird um das erste Kerngebiet nun eine weiße Zone eingerichtet. Zudem wurde mit dem Bau eines festen Zauns entlang der Neiße-Oder-Grenze begonnen.

 

Insgesamt jetzt 53 ASP-Fälle

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) heute bekannt gab, hat das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – die Tierseuche in entsprechenden Proben von drei weiteren toten Wildschweinen nachgewiesen.

Laut Angaben des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg handelt es sich bei allen drei um Fallwild. Zwei Kadaver wurden innerhalb des ersten Kerngebiets bei Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) gefunden, ein weiterer Kadaver im zweiten Kerngebiet in Bleyen (Märkisch-Oderland).

Der positive Fund in Märkisch-Oderland sei bereits stark verwest gewesen, so das Ministerium. Eine erste epidemiologische Untersuchung des FLI anhand von Fotos habe ergeben, dass dieser Kadaver schätzungsweise mindestens vier Wochen vor der Entdeckung schon am Fundort gelegen haben muss. Hierbei handele es sich um eine Bache, die im Rahmen der Fallwildsuche, versteckt im Dickicht nahe der Stelle des ersten Fundes, gefunden und daraufhin beprobt wurde.

Derzeit liegt die Gesamtzahl der bestätigten ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg bei 53. Hausschweinebestände sind nach wie vor nicht betroffen.

 

 

Einrichtung einer weißen Zone um das erste Kerngebiet

Neben der Information zu den neuen Funden teilte Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher heute mit, dass eine sogenannte weiße Zone um das erste Kerngebiet Sembten/Neuzelle eingerichtet werde. Dabei handele es sich um einen ca. 5 Kilometer breiten Streifen, der das Kerngebiet wie ein Halbkreis mit einer Fläche von rund 285 Quadratkilometer auf dem Gebiet der Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald umschließt. Die weiße Zone werde mit zwei festen Zaunreihen gesichert. Bei der Planung des Streckenverlaufs seien ortskundige Jäger und Landwirte beteiligt gewesen. Der Bau des äußeren Zauns habe jetzt begonnen und werde von externen Firmen durchgeführt, die vor Ort zum Teil auch von Landwirten unterstützt werden. Die Kosten für den Zaunbau werden vom Land Brandenburg getragen. Sobald beide Zaunreihen fertiggestellt sind, soll in der weißen Zone der Schwarzwildbestand im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung soweit wie möglich reduziert werden.

Mit der ‚Zone Blanche‘ haben Belgien und Frankreich es gemeinsam geschafft, das Infektionsgeschehen einzugrenzen. Dies ist eine wirklich effektive Maßnahme, Infektionsketten zu unterbrechen. In der ‚weißen Zone‘, die in Brandenburg jetzt eingerichtet wird, wurde bereits intensiv nach verendeten Wildschweinen gesucht. Bislang gibt es hier keine positiven Fälle. Sollten ASP-Fälle außerhalb des bestehenden Kerngebietes festgestellt werden, müssen wir die ‚weiße Zone‘ entsprechend vergrößern, erklärte Verbraucherschutzministerin Nonnemacher.

 

Bau eines festen Zauns entlang der Neiße-Oder-Grenze

Parallel zur Einrichtung der weißen Zone werde an der brandenburgisch-polnischen Seite zudem entlang Oder und Neiße zur Gefahrenabwehr ein fester Wildschutzzaun gebaut, damit keine weiteren infizierten Tiere mehr über die Grenze wechseln können, so Nonnemacher. Mit dem Bau sei im Landkreis Spree-Neiße am 24.09.2020 begonnen worden. Bisher wurden die ersten vier Kilometer entlang der Neiße durch den Landesforstbetrieb gebaut, der insgesamt für ein rund elf Kilometer langes Stück bis zur Bundesautobahn 15 zuständig ist. Entlang der restlichen Kreisgrenze werde der feste Zaun im Auftrag des Landkreises Spree-Neiße gebaut. Mit diesen Bauarbeiten sei heute an der Kreisgrenze zum Landkreis Oder-Spree an der Neißemündung begonnen worden. Auch im Landkreis Oder-Spree laufen die Vorbereitungen für den Zaunbau auf Hochtouren.



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