02.07.2021

ASP-Update 02.07.21: Schutzzaun zu Polen fertiggestellt

Wildschutzzaun in Brandenburg © MSGIV, MLUK

Wildschutzzaun in Brandenburg © MSGIV, MLUK

Der letzte Abschnitt des Zaunbaus entlang dem deutsch-polnischen Grenzverlauf zum Schutz gegen die Einwanderung von mit der ASP infizierten Wildschweinen ist nun fertiggestellt. Derzeit gibt es nach Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) 1.469 bestätigte Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg und Sachsen.

 

Fester Zaun von Usedom bis Görlitz

Wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz Brandenburg (MSGIV) in dieser Woche mitteilte, ist das letzte Teilstück der rund 255 Kilometer langen festen Wildschweinbarriere zum Schutz vor ASP entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze fertig gestellt. Es handelte sich um 15 Kilometer durch Polderflächen im Landkreis Uckermark. Mit der trockenen Witterung konnte auch hier der temporäre Elektrozaun durch einen festen Zaun ersetzt werden. Die übrigen Zaunkilometer sind bereits seit mehreren Wochen mit Festzaun geschlossen.

Mit dem Zaunschluss hat Brandenburg den größten Teil der festen Wildschweinbarriere entlang dem deutsch-polnischen Grenzverlauf realisiert, die damit von der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern bis Görlitz in Sachsen reicht.

 

670 Kilometer Festzaun verbaut

Die Leiterin des ASP-Krisenstabs, Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer kommentierte die Fertigstellung des Zaunbaus: Der feste Zaun entlang Oder und Neiße gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Der Kampf gegen die ASP ist eine Mammutaufgabe. Wir stehen immer wieder vor Schwierigkeiten wie Munitionsfunden oder aufgeweichten Böden. Insgesamt hat Brandenburg in den vergangenen Monaten rund 670 Kilometer Festzaun entlang der Grenze und der Kerngebiete verbaut. Zum Vergleich: Dänemark hat 70 Kilometer, Belgien 300 Kilometer innerhalb eines Jahres gebaut. Ohne die unermüdliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Land und den Landkreisen, den Veterinärämtern und den beteiligten Baufirmen wäre dies so nicht möglich gewesen. Dafür vielen Dank!

 

Hoher Seuchendruck aus Polen

Laut dem MSGIV seien in letzter Zeit verstärkt positive ASP-Funde in Polen nahe der Grenze zu Brandenburg oder auch unmittelbar am festen Zaun festgestellt worden. Wir sehen, dass die Zäune wirken und die Seuche eingrenzen. Innerhalb der doppelt umzäunten Weißen Zonen gibt es nur noch vereinzelte Fälle, was zeigt, dass diese Zonen wirken. Bislang können wir die Seuche im Osten des Landes halten. Doch der Seuchendruck aus Polen ist enorm. Der Landeskrisenstab hat darum vergangene Woche beschlossen, einen zweiten Zaun entlang des Grenzverlaufs zu bauen, so Heyer-Stuffer.

>> Siehe ASP-Update vom 25.06.21: Landeskrisenstab Brandenburgbeschließt Schutzkorridor zu Polen

 

1.469 ASP-Fälle bei Wildschweinen

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat in der vergangenen Woche mehrere weitere ASP-Fälle bei Wildschweinen festgestellt, vorwiegend in Brandenburg in den Landkreisen Oder-Spree und Frankfurt (Oder) Stadt. Nach aktuellen Angaben des Tierseuchen-Informationssystems (TSIS) gibt es mittlerweile 1.196 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg und Sachsen.

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind nach wir vor frei von der Afrikanischen Schweinepest.