31.07.2013

ASP in Russland: Verbot der Schweinehaltung in privaten Haushalten angedacht

Schweinepest_Sperrbezirk

Im Kampf gegen die weiter grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) wird in Russland derzeit über ein Verbot der Schweinehaltung in privaten Haushalten nachgedacht.

 

Betroffen wären private Hofwirtschaften der Bevölkerung sowie kleinere Landwirtschaftsbetriebe. Die Maßnahme wurde jetzt von Arkadij Dworkowitsch vorgeschlagen, der als stellvertretender Ministerpräsident unter anderem für den Agrarbereich zuständig ist. Laut Dworkowitsch soll das Verbot für alle Schweinehalter gelten, die nicht dazu in der Lage sind, effektive Schutzmaßnahmen gegen die gefährliche Tierseuche zu gewährleisten. Die Betroffenen sollten allerdings beim Umstieg auf die Haltung anderer Nutztiere oder die pflanzliche Erzeugung unterstützt werden, meldet Agra Europe.

 

Medwedew: Sensibler Eingriff

Regierungschef Dmitrij Medwedew erklärte sich mit dem Vorhaben einverstanden. Nach seinen Worten breitet sich die Seuche auch deshalb weiter aus, weil gerade Kleinproduzenten gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen.

Medwedew räumte jedoch ein, dass es sich beim Verbot der Schweinehaltung um einen sehr sensiblen Eingriff in die Gewohnheiten des russischen Dorflebens handele; deshalb dürften die betroffenen Haushalte nicht im Stich gelassen werden.

 

Sicherheitsvorkehrungen sollen zentralisiert werden

Nach Angaben von Dworkowitsch ist außerdem vorgesehen, die Zuständigkeit für die Sicherheitsvorkehrungen nach Ausbrüchen von Tierseuchen an föderale Behörden zu übertragen. Regionale und örtliche Stellen erwiesen sich häufig als wenig effizient und schlecht koordiniert.

Hin und wieder kämen die Verantwortlichen sogar in Versuchung, die Ausbrüche zunächst zu verschweigen oder erforderliche Gegenmaßnahmen hinauszuzögern. Dadurch werde die Seuchenbekämpfung erschwert und letztlich auch verteuert.

 

58 ASP- und 34 MKS-Ausbrüche

Nach Angaben des Moskauer Landwirtschaftsministeriums waren die regionalen Veterinärdienste Anfang vergangener Woche dabei, landesweit 58 ASP-Ausbrüche und 34 MKS-Fälle zu bekämpfen. Nachdem in der Provinz Belgorod erstmals die ASP auftrat, hat die dortige Verwaltung beschlossen, alle Schweine, die ohne entsprechenden veterinärsanitären Schutz gehaltenen werden, anzukaufen, um sie anschließend zu keulen. Der dafür angesetzte Preis liegt bei 1,40 € je Kilogramm Lebendgewicht.


Der erste bestätigte ASP-Fall in Belgorod, der angeblich Mitte Juli durch die Nachlässigkeit eines privaten Tierhalters verursacht wurde, hatte besondere Besorgnis ausgelöst, weil die Landwirtschaft in dieser Provinz stark auf die Schweineproduktion ausgerichtet ist. Rund ein Fünftel des landesweiten Schweinebestandes ist dort zuhause, berichtet Agra Europe.