05.07.2021rss_feed

ASP in Polen: Weitere Ausbrüche in Hausschweinebeständen

ASP-Situation in der EU (Quelle: BMEL)

ASP-Situation in der EU (Quelle: BMEL)

Nachdem es in Polen in der ersten Hälfte des Jahres noch relativ ruhig um die Afrikanische Schweinepest (ASP) war, reißen nun die Meldungen über erneute Ausbrüche der Tierseuche in Nutztierbeständen nicht ab. Zuletzt gab es Probleme mit Seuchenschutzmaßnahmen, weil einige Landwirte in Polen gegen die präventive Keulung protestieren und die Betriebe blockieren, berichtet Agra Europe (AgE).

 

Verschiedene Betriebsgrößen betroffen

Die oberste Veterinärbehörde bestätigte vor Kurzem neue Ausbrüche der hochansteckenden Tierseuche in drei weiteren Landwirtschaftsbetrieben. Die Infektionsherde lagen mit Fällen im Karpatenvorland, Podlachien sowie der Wojewodschaft Ermland-Masuren allerdings räumlich weit auseinander. Insgesamt haben die Behörden nun seit Jahresanfang elf ASP-Ausbrüche in Schweinehaltungen verzeichnet. Die aktuellen Fälle betreffen im Karpatenvorland und Podlachien kleinere Betriebe mit jeweils 27 und 54 Schweinen. In Ermland-Masuren ist die Krankheit laut den offiziellen Angaben jedoch in einem größeren Betrieb mit insgesamt 976 Tieren aufgetreten. Auf allen drei Betrieben soll es sich um Primärinfektionen handeln. Demnach konnte eine Einschleppung des Virus aus anderen Beständen ausgeschlossen werden. Entsprechend den seuchenrechtlichen Vorgaben wurde in sämtlichen Fällen die Keulung veranlasst und die üblichen Quarantänegebiete ausgewiesen.

 

Proteste gegen Keulung

Die Behörden und Vollzugsorgane stoßen allerdings auf Probleme bei den Seuchenschutzmaßnahmen. Diese resultieren nicht zuletzt aus Blockaden von Landwirten und der Bauernbewegung AGROunia. Diese protestieren vor allen gegen die amtlich verfügte Keulung aller Hausschweine im Umkreis von 1 km um bestätigte Seuchenherde. Wegen der Besetzungen und Straßensperren haben Behörden in der Region die Tötung der gesunden Bestände zeitweise ausgesetzt. Sie wollen aber aus Präventionsgründen grundsätzlich daran festhalten.

 

Exportländer verunsichert

Die seit einigen Wochen anhaltende Serie von ASP-Fällen in polnischen Betrieben sorgt auch in der exportorientierten dänischen Schweinebranche für Verunsicherung. Medienberichten zufolge befürchten dänische Lieferanten nun einen Einbruch der Nachfrage aus Polen, da viele Schweinehalter in dortigen Risikogebieten ihre Bestände zügig verkaufen, aber in vielen Fällen nur sehr zögerlich wieder einstallen. Der Poolpreis der dänischen Ferkelnotierung hatte vor diesem Hintergrund in den letzten vier Wochen bis zum vergangenen Freitag schon um umgerechnet etwa 17,50 Euro auf 49,10 Euro pro Ferkel nachgegeben.

 


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