12.01.2022

ASP: EU hebt Restriktionen um Ausbruchsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern vorzeitig auf

ASP: EU hebt Restriktionen um Ausbruchsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern vorzeitig auf ©ISN/Jaworr, FLI, Canva

ASP: EU hebt Restriktionen um Ausbruchsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern vorzeitig auf ©ISN/Jaworr, FLI, Canva

Gute Nachrichten für die Schweinehalter in Mecklenburg-Vorpommern: Die Restriktionen rund um den ASP-Ausbruchsbetrieb in Lalendorf im Landkreis Rostock werden bereits zum 15.01.2022 aufgehoben. Damit ist für diejenigen schweinehaltenden Betriebe, die sich in den eingerichteten Sperrzonen befinden, wieder eine uneingeschränkte Verbringung und Vermarktung ihrer Tiere möglich.

ISN: Gut so! Landwirtschaftsminister Backhaus hat in Abstimmung mit den anderen Beteiligten gute Arbeit geleistet! Durch die vorzeitige Aufhebung der Restriktionen entspannt sich die Situation für die schweinehaltenden Betriebe rund um Lalendorf deutlich.

 

Im November letzten Jahres war die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in einem Mastschweinebestand in Lalendorf im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden. Um den betroffenen Standort wurde umgehend eine Sperrzone eingerichtet. Für die darin befindlichen schweinehaltenden Betriebe war die Verbringung und Vermarktung ihrer Tiere nur noch in wenigen Ausnahmefällen und unter strengsten Auflagen möglich.

Nun hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsministerium nach Verhandlungen mit der EU-Kommission in Brüssel eine Aufhebung der Restriktionen rund um den Ausbruchsbetrieb zum 15.01.2022 erwirkt. Das gab das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern heute bekannt. Das Gebiet um Lalendorf gelte damit einen Monat früher als in einem EU-Durchführungsbeschluss ursprünglich festgelegt wieder als ASP-frei und schweinehaltende Betriebe in diesem Gebiet könnten ihre Tiere wieder uneingeschränkt verbringen und vermarkten. Neben dem guten Umgang Mecklenburg-Vorpommerns mit der ASP habe auch die Tatsache, dass keine weiteren ASP-Ausbrüche bei Haus- und Wildschweinen im Landkreis Rostock festgestellt wurden, zu der Entscheidung der EU-Kommission geführt.

 

Mecklenburg-Vorpommern erhält Anerkennung beim Umgang mit ASP

Sowohl bundesweit als auch gestern bei einem Austausch des Landwirtschaftsministeriums mit Vertretern von Schlachthöfen und der ISN habe Mecklenburg-Vorpommern Anerkennung beim Umgang mit der ASP geerntet. 

Auch weiterhin will Mecklenburg-Vorpommern das Thema ASP auf der Tagesordnung behalten. Backhaus kündigte an, auf der digitalen Amtschefkonferenz kommende Woche (20. Januar 2022) noch einmal eindringlich für mehr Solidarität unter den Bundesländern und beim Bund zu werben.

 

Backhaus fordert in der ASP-Bekämpfung eine führende Hand in Berlin

Was wir brauchen, ist eine führende Hand in Berlin. Ein zentraler Punkt ist zum Beispiel, dass wir EU- oder Bundesrecht deutschlandweit einheitlich auslegen müssen, so dass nicht jedes Bundesland seinen eigenen Weg aus der Krise finden muss. Die Interpretationsvorgaben müssen aus Berlin kommen, betonte Backhaus. Konkret ginge es zum Beispiel um die Frage, wie definiert man den Begriff Gebiet und können ganze Bundesländer, sofern bestimmte Regionen von der ASP betroffen sind, von der Schweinefleischvermarktung ausgeschlossen werden.

"Das sind ganz zentrale Punkte, die einer zügigen Klärung bedürfen und zwar nicht erst, wenn die großen traditionsreichen schweinehaltenden Gegenden, wie Vechta oder Cloppenburg, von ASP betroffen sind. Uns muss klar sein: Wir zerschlagen schon jetzt Lieferketten. Darunter leiden am Ende nicht nur die Landwirte als Produzenten, sondern auch das verarbeitende Gewerbe, der Handel und der Endverbraucher.

 

Die ISN meint:

Die konsequenten und ausdauernden Verhandlungen mit der EU-Kommission haben sich gelohnt! Landwirtschaftsminister Backhaus hat gute Arbeit geleistet! Durch die vorzeitige Aufhebung der Restriktionen entspannt sich die Situation für die schweinehaltenden Betriebe rund um Lalendorf deutlich, da sie ihre Schweine ab dem 15. Januar wieder uneingeschränkt vermarkten dürfen. Mecklenburg-Vorpommern zeigt ein herausragendes Krisenmanagement geprägt von Lösungswillen, um den Betrieben in dieser schwierigen Situation zu helfen und erweist sich als Vorbild für andere Bundesländer. 

Gleichzeitig sollte es alle Beteiligten zum Nachdenken und zum Handeln bringen, wie es gelingen kann, zur Ferkelvermarktung aus Sperrzonen eine passende Lieferkette aufzubauen, die von den verschiedenen Behörden auch akzeptiert wird und zur Entlastung von möglichen Tierschutzproblemen in den von den Sperren betroffenen Betrieben beitragen kann. Hierzu wird man noch ausführlich diskutieren müssen, um für die Zukunft praxisgerechte Lösungen zu ermöglichen, nicht zuletzt vor möglichen weiteren ASP-Ausbrüchen möglicherweise auch in viehdichteren Regionen. Gut, dass Mecklenburg-Vorpommern das Thema auf der Amtschefkonferenz nächste Woche einbringen und über die ASP-Situation berichten wird. Daraus müssen dann auch die richtigen Schlüsse gezogen werden. Im www.schweine.net werden wir darüber berichten.