17.07.2021

Aktualisierung 17.07.21: Dritter ASP-Fall in Hausschweinbestand in Brandenburg

Aktualisierung Samstag, 17.07.21: Dritter ASP-Fall in Hausschweinbestand in Brandenburg

Im Landkreis Märkisch-Oderland hat sich der Verdacht auf Afrikanische Schweinepest in einer weiteren Hausschweinhaltung bestätigt, wie das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz heute mitteilte. Bei dem Bestand handelt es sich um einen weiteren Kleinstbestand mit vier Mastschweinen, von denen zwei bereits verendet waren. Die übrigen zwei erkrankten Tiere mussten getötet werden. Alle Tiere seien zuvor im Stall gehalten worden.

Die Tierhaltung befindet sich in der Nähe der Kleinsthaltung, in der sich bereits am Donnerstag der Verdacht auf ASP bestätigt hatte. Der Bestand wurde durch das Veterinäramt des Landkreises gesperrt. Das Virus wurde zunächst vom Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), hat den Verdacht auf ASP heute bestätigt.

Die Ursache für den Infektionseintrag ist noch unklar, die notwendigen Ermittlungen sind eingeleitet. Das Veterinäramt wird dabei von der Task-Force des Landes und Spezialisten des FLI unterstützt. Das Krisenzentrum des Landes Brandenburg steht mit dem Veterinäramt des Landkreises in laufendem Kontakt.

Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher appellierte erneut an alle schweinehaltenden Betriebe und insbesondere auch an alle Kleinsthalter, die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern.


Die betroffenen Betriebe liegen an der polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße und im Landkreis Märkisch-Oderland (Bildquelle: FLI)

Die betroffenen Betriebe liegen an der polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße und im Landkreis Märkisch-Oderland (Bildquelle: FLI)

Erstmeldung vom 16.07.21:

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat heute in einer Pressemeldung darüber informiert, dass sich der Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Schweinen aus zwei Hauschweinbeständen in Brandenburg bestätigt hat. Das Nationale Referenzlabor – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat die Afrikanische Schweinepest in den Proben nachgewiesen. Die positiv getesteten Schweine stammen aus einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Es handelt sich damit um die ersten Fälle der ASP bei Hausschweinen in Deutschland. Bislang war die ASP in Deutschland nur bei Wildschweinen aufgetreten. Die Seuchenschutzmaßnahmen wurden von der Behörden bereits eingeleitet.

ISN: Ruhe bewahren! Auch wenn die ASP nun erstmals bei Hausschweinen in Deutschland festgestellt worden ist, besteht kein Grund zur Panik! Die beiden betroffenen Betriebe liegen innerhalb der bisher schon bestehenden Restriktionszonen in Brandenburg und sind bereits geräumt worden. Daher ändert sich die Lage für die deutschen Schweinehalter nicht gravierend. Schlachtunternehmen und Fleischeinkäufer dürfen jetzt nicht mit vorgeschobenen Argumenten Preisdruck auf den Schweinemarkt ausüben! Wer jetzt weiter den Preis drückt, nutzt die Situation schamlos aus.

 

Erstmals im Land Brandenburg - und damit bundesweit – wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) in 2 Hausschweinbeständen festgestellt. Es handelt sich um einen Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland. Beide Bestände wurden sofort durch die zuständigen Veterinärämter gesperrt und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

 

Sperrzonen werden eingerichtet

Über die bestehenden Sperrzonen wegen ASP bei Wildschweinen (Kerngebiete, gefährdete Gebiete, Pufferzonen) hinaus werden nun um die betroffenen Betriebe Schutzzonen und Überwachungszonen eingerichtet. Die Veterinärämter vor Ort führen die Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung durch. Das FLI unterstützt die epidemiologischen Untersuchungen.

Laut Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher werde bereits nach der Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände gesucht. Die dafür notwenigen Ermittlungen sind eingeleitet worden und werden durch die Task Force des Landes Brandenburg und Spezialisten des FLI unterstützt.

 

Regionalisierung greift weiterhin

Die Regionalisierung in der EU und damit die Möglichkeit des innergemeinschaftlichen Handels mit Schweinen und Schweinefleisch besteht weiter fort, da die betroffenen Hausschweinbestände in denselben Regionen wie die bisherigen ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen liegen.

 

Schweinehaltungen unterliegen hohen Biosicherheitsmaßnahmen nach der Schweinehaltungshygieneverordnung, um den Eintrag von Seuchenerregern von außen zu verhindern. Ein besonderes Ansteckungsrisiko besteht bei Auslauf- und Freilandhaltung von Hausschweinen, gerade in Kerngebieten und gefährdeten Gebieten. Darauf haben das BMEL und auch wir immer wieder hingewiesen.

 

Wir werden Sie heute und in den nächsten Tagen hier weiter über die aktuellen Entwicklungen informieren.

 

Die ISN meint:

Ruhe bewahren! Auch wenn die ASP nun erstmals bei Hausschweinen in Deutschland festgestellt worden ist, besteht kein Grund zur Panik! Die beiden betroffenen Betriebe liegen innerhalb der bisher schon bestehenden Restriktionszonen in Brandenburg und sind bereits geräumt worden. Daher ändert sich die Lage für die deutschen Schweinehalter nicht gravierend. kommentiert ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack die Lage. Mit Blick auf den Markt ist Deutschland durch die ASP beim Wildschwein für den Schweinefleischexport in viele Drittländer ohnehin gesperrt. Auf europäischer Handelsebene greift weiterhin das Regionalisierungsprinzip, wodurch sich aktuell keine Veränderungen für die deutschen Absatzmärkte in der EU ergeben. Zudem ist das Schlachtschweineangebot hierzulande äußerst niedrig. Es befindet sich auf dem Niveau von dem Jahr 2007, also einem geradezu historischen Tiefststand. so Staack weiter  Trotzdem ächzen die deutschen Schweinehalter aktuell bereits unter einem ruinösen Preistief. Konkret machen sie derzeit einen Verlust von 30-40 Euro je Tier. Wer jetzt trotz dieser beschriebenen Lage versucht, weiter den Preis zu drücken, der nutzt die Situation mit vorgeschobenen Argumenten schamlos aus. Wir erwarten von den Abnehmern in Deutschland daher ein klares Statement – ein mindestens stabiles Preisniveau ist jetzt das zwingende und richtige Signal an die deutschen Schweinehalter!

 

 


Mehr Informationen zum Hintergrund lesen Sie hier: