05.11.2020rss_feed

ASP-Bekämpfung: Austausch soll intensiviert werden

Zwei Wildschweine

Gestern kam erneut der zentrale Krisenstab Tierseuchen zusammen. Anlass waren die aktuellen Entwicklungen der Afrikanischen Schweinepest in der Wildschweinpopulation in Brandenburg und Sachsen. Das BMEL strebt einen intensiveren Austausch zwischen Bund und Ländern und auch mit den Nachbarländern Tschechien und Polen an.

ISN: Es ist gut, dass man bei der Bekämpfung der ASP koordiniert vorgehen will. Es reicht aber nicht, nur Gespräche zu führen, man muss jetzt auch konkrete Lösungen schaffen, wie man die Lage wieder in den Griff bekommen kann.

 

Nachdem in den letzten Wochen immer wieder neue Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Brandenburg dazugekommen sind und in der letzten Woche der erste ASP-Fall bei einem Wildschwein in Sachsen aufgetreten ist, wurde gestern erneut der Zentrale Krisenstab Tierseuchen einberufen. Unter der Leitung der Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Beate Kasch, hat sich der Krisenstab in einer Telefonkonferenz ein Bild von der Infektionslage und den Schutzvorkehrungen in den beiden von der Tierseuche betroffenen Bundesländern, Brandenburg und Sachsen, gemacht.

 

Ziel: weitere Ausbreitung der ASP verhindern

Die Staatssekretärin betonte gestern, dass die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der ASP das oberste Ziel sei. Kasch erklärte, dass die Bundesländer mit einer Grenze zu Polen - Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - regelmäßig mit dem BMEL und dem Friedrich-Loeffler-Insitut (FLI) gesondert ihre besondere Situation und Herausforderungen erörtern werden, um die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu intensivieren. Daneben werden sich das BMEL und die genannten Länder auf Fachebene mit den polnischen Kollegen austauschen. In der nächsten Woche werde Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Gespräch mit ihren polnischen und tschechischen Kollegen führen. Im Mittelpunkt des Gesprächs sollen die Maßnahmen auf beiden Seiten der Grenze stehen.

Im Krisenstab hatte Staatssekretärin Kasch den Bundesländern Brandenburg und Sachsen angeboten, erneut ein Experten-Team der Europäischen Kommission (EUVet-Teams) einzuladen. Brandenburg wurde bereits vor ein paar Wochen von diesem Spezialistenteam hinsichtlich der zu ergreifenden Maßnahmen beraten.

 

Die ISN meint:

Es ist gut, dass man bei der Bekämpfung der ASP koordiniert vorgehen will. Damit das gelingt, müssen die Absprachen auf allen Ebenen funktionieren und die Zuständigkeiten klar geregelt sein. Es reicht aber nicht, nur Gespräche zu führen, man muss jetzt auch konkrete Lösungen schaffen, wie man die Lage wieder in den Griff bekommen kann. Hierfür muss man weiträumiger denken und zum Beispiel natürliche Grenzen wie Autobahnen als Barrieren gegen eine Ausbreitung der ASP nutzen. Das BMEL hat diese Lösung schon lange ins Gespräch gebracht. Das sollte jetzt auch umgesetzt werden.

 


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