04.01.2019rss_feed

Aktionsplan Kupierverzicht – Das kommt auf alle Schweinehalter in diesem Jahr zu

Der Einladung zu den Infoveranstaltungen nach Bakum, Dorfmark, Hasbergen und Lingen folgten insgesamt rund 350 Personen.

Der Einladung zu den Infoveranstaltungen nach Bakum, Dorfmark, Hasbergen und Lingen folgten insgesamt rund 350 Personen.

Infoveranstaltungen des niedersächsischen Expertennetzwerks: Kupierverzicht ist ein europäisches Thema. Kupieren nur mit belastbarer Begründung der Notwendigkeit erlaubt. Auch Importferkel sind nicht verschont. An den Kupierverzicht nur sehr vorsichtig heranwagen. 

 

Das Thema Kupierverzicht ist alles andere als einfach – darin waren sich die Teilnehmer der Infoveranstaltungen zum Aktionsplan Kupierverzicht im Dezember einig. Der Einladung des durch die ISN-Projekt GmbH koordinierten niedersächsischen Expertennetzwerks nach Bakum, Dorfmark, Hasbergen und Lingen waren insgesamt rund 350 Personen gefolgt.

 

Tierhaltererklärungen auch bei Importferkeln

Anne-Claire Berentsen vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) verdeutlichte, dass die EU-Kommission das Thema sehr hoch aufgehängt hat und EU-weit Druck macht. So zeigten die verschiedenen Audits (in Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Italien usw.) erwartungsgemäß auch, dass nahezu flächendeckend (mit Ausnahme von Finnland und Schweden) die Schwänze der meisten Ferkel kupiert werden.

Fast alle Staaten sind der Aufforderung der EU-Kommission inzwischen nachgekommen, einen Aktionsplan zum Kupierverzicht einzureichen. Diese werden gerade durch die EU-Experten begutachtet. Dass man an dem Thema dranbleibt, zeigen neu anberaumte Audits in weiteren EU-Staaten und auch bereits auditierte Mitgliedsstaaten werden erneut durch EU-Expertengruppen besucht. In Dänemark beispielsweise hat man bereits zum 1.1.2019 die nationalen Rechtsvorgaben angepasst. Auch hier müssen Schweinehalter ab sofort regelmäßig den Status in ihren Betrieben erfassen und Risikoanalysen durchführen.

Dänische Schweinehalter, die kupierte Ferkel einstallen, müssen dem Herkunftsbetrieb nun eine Erklärung über die Notwendigkeit des Eingriffs vorlegen. Und das betrifft dann auch (ab dem 1.7.2019) den Ferkelexport – also beispielsweise deutsche Schweinemäster, die dänische Ferkel einstallen.

 

Die Vorlagen sind kein Muss, aber …

Das beschriebene Vorgehen in Dänemark erinnert sehr stark an das, was mit dem deutschen Aktionsplan auf die deutschen Schweinehalter zukommt. Wie dieses genau aussieht, wurde sehr intensiv von Dr. Heiko Janssen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Dr. Karl-Heinz Tölle von der ISN-Projekt GmbH dargelegt. Die Details dazu haben wir bereits hier im www.schweine.net im Mitgliederbereich beschrieben (Link s.u.).

Deutsche Schweinehalter sind zwar nicht gezwungen, sich zukünftig genau an diese Vorlagen zu halten, sie sind jedoch (wie bisher auch) dazu verpflichtet, die Unerlässlichkeit des Kupierens gegenüber Ihren zuständigen Behörden auf deren Nachfrage zu erklären und nachzuweisen, wenn sie kupierte Tiere halten. Und dafür wird zukünftig nicht eine einfache  Bescheinigung reichen.

Der nun im Aktionsplan beschriebene und ohne Frage mit deutlichem Dokumentationsaufwand verbundene Ablauf ist als solcher abgesegnet und bietet deshalb auch Sicherheit. Auch wenn das Ziel, den Anteil unkupierter Tiere zu erhöhen, klar ist, bleiben jedoch verschiedene Optionen. Und eine dieser Optionen ist bei entsprechender Begründung in der Lieferkette (Ferkelerzeuger/Ferkelaufzüchter/Mäster) zunächst auch weiter das Kupieren. Eine besondere Herausforderung wird der entsprechende Austausch der Tierhaltererklärungen im freien Ferkelhandel werden.  

 

Kupierverzicht – bestimmt nicht einfach

Das es genau richtig ist, sich nur ganz vorsichtig an das Thema Kupierverzicht heranzuwagen, zeigte Schweinehalter Torsten Lange auf, der sich schon längere Zeit u.a. im Rahmen eines Modell- und Demonstrationsvorhabens beschäftigt. Lange ist gestartet mit einer Fortbildung zum Thema Tiersignale. Und genau diese Tiersignale stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Inzwischen hat er eine Vielzahl an Maßnahmen in seinem Betrieb im Bereich Haltung, Fütterung und Genetik und Genetik umgesetzt.

Dies und die Tatsache, dass sich kleinste Fehler bei unkupierten Tieren schnell in Form von Schwanzbeißen äußern, macht die gebotene Vorsicht beim Herantasten an den Kupierverzicht mehr als deutlich.


arrow_forwardDer "Nationale Aktionsplan zum Kupierverzicht" im Detail - für ISN-Mitglieder


Beachten Sie u.a. zu dem Thema auch die folgenden Veranstaltungen:


arrow_forward8. Januar 2019: Tipps für Ferkelerzeuger und Mäster in Espelkamp

arrow_forward9. Januar 2019: Tipps für Ferkelerzeuger und Mäster in Ahaus

arrow_forward10. Januar 2019: Tipps für Ferkelerzeuger und Mäster in Ascheberg-Davensberg


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