19.02.2014

Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Polen festgestellt

Nachdem Ende Januar in Litauen bei zwei toten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt worden war, ist jetzt auch Polen von ASP-Ausbrüchen betroffen.

 

Die EU-Kommission hat am Montagabend und am heutigen Vormittag mitgeteilt, dass bei einem toten Wildschwein in der Podlaskie Provinz, ca. 1 km entfernt von der Grenze zu Weißrussland, die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden ist.

Ein weiterer Fall von ASP wurde bei einem tot aufgefundenen Wildschwein festgestellt. Der Fundort liegt ca. 15 Km vom ersten Fall und ca. 3 km von der Grenze zu Belarus in der bereits als Restriktionsgebiet ausgewiesenen Provinz Podlaskie.

Den Angaben des polnischen Veterinärdienstes zufolge wurden die toten Wildschweine im Rahmen der verstärkten Überwachung im polnischen Grenzgebiet gefunden.

 

Provinz Podlaskie ist Risikogebiet

Polen hat sofort die nach Maßgabe der EU-Richtlinien zur ASP vorgesehenen Maßnahmen ergriffen. Die Provinz Podlaskie wurde durch die polnischen Behörden zum Risikogebiet erklärt. In diesem Gebiet sind Schweinemärkte verboten und die Aufklärungskampagne wurde verstärkt. In einer 10 km Zone werden Hausschweine klinisch untersucht und Proben genommen. Bislang wurden weder erhöhte Krankheitsraten noch eine erhöhte Mortalität festgestellt. Die Probenahme bei Wildschweinen wird im gesamten polnischen Staatsgebiet weitergeführt.

 

Hygiene, Hygiene, Hygiene!!!

Dieser zweite ASP-Fall in der EU sollte alle Schweinehalter daran erinnern, die bekannten Hygienemaßnahmen in den Ställen unbedingt einzuhalten und erhöhte Wachsamkeit bei unklaren Krankheitsausbrüchen in den Tierbeständen zu zeigen.

Das Friedrich-Löffler-Institut hat dazu ein spezielles Informationsblatt auf der Homepage veröffentlicht.

 

Aufhebung zur Exportsperre laufen auf Hochtouren

Bezüglich der Gefahr eines ASP-Ausbruchs in Deutschland sowie für das aktuelle Marktgeschehen am deutschen Schlachtschweinemarkt ergeben sich jedoch aus heutiger Sicht keine gravierenden Änderungen gegenüber der vergangenen Woche. Bereits nach dem Bekanntwerden der beiden ASP-positiven Wildschweine in Litauen hatte Russland die Grenzen für Schweinefleisch aus der gesamten EU geschlossen. Die Aktivitäten der EU bei den russischen Veterinärbehörden zur Aufhebung der Importsperre laufen derzeit weiter auf Hochtouren.

 

Lesenswert ist zu diesem Thema aus die ISN-Analyse zu den möglichen finanziellen Auswirkungen eines Schweinepestausbruches in Weser-Ems und im Münsterland. Darin werden auch Tipps zur Seuchenprävention gegeben.