EU-Schweinepreise: Preiseinbruch der Schlachtschweine – Stabilität im Süden
Der europäische Schlachtschweinemarkt steht in der laufenden Schlachtwoche unter massivem Druck, dem die Notierungen in den verschiedenen EU-Mitgliedsländern nicht standhalten können und folglich deutlich nachgeben. Die Notierungsrückgänge bewegen sich zwischen korrigierten fünf und elf Cent. Im Süden Europas können sich die Notierungen dem negativen Trend entziehen.
Der europäische Fleischmarkt ist gegenwärtig sehr reichlich versorgt, während entscheidende Nachfrage-impulse ausbleiben. Zum einen wird infolge des ASP-Ausbruchs in Spanien nach wie vor vermehrt spanisches Schweinefleisch innerhalb der EU angeboten, gleichzeitig ist der Wettbewerbsdruck beim Absatz von europäischem Schweinefleisch in Drittstaaten groß. Die Preise für Teilstücke geben spürbar nach, obwohl der Lebendmarkt saisonbedingt überschaubar versorgt ist.
In Deutschland hatte der Druck der Schlachtunternehmen in den vergangenen Wochen spürbar zugenommen. Die Notierung konnte der Drosselung der Schlachtaktivitäten, der Verkürzung von Schichten und der Streichung ganzer Schlachttage an einigen Standorten schließlich nicht mehr standhalten und gab am vergangenen Mittwoch um 10 Cent nach. Damit wurden auch weitere Notierungen im europäischen Umfeld in die Tiefe gezogen.
Die österreichische Notierung gab beispielsweise parallel um 10 Cent nach, ebenso die dänische Notierung, die das Schlusslicht im europäischen Preisgefüge bildet. Nach Angaben des dänischen Schlachtunternehmens Danish Crown werden verschiedene Teilstücke in Europa zu rückläufigen Preisen angeboten, auch um den Aufbau von Gefrierbeständen zu vermeiden. Der Absatz von gefragten Teilstücken in Australien und Japan sei gleichzeitig jedoch zu akzeptablen Konditionen möglich.
Niederländische Schlachtunternehmen griffen den Preis-rückgang aus Deutschland ebenfalls auf. Einige Schlacht-unternehmen kürzten ihre Auszahlungspreise um jeweils 10 Cent. Vion senkte lediglich um 5 Cent ab, setzte aber laut boerderij parallel den Wochenzuschlag der Vertrags-lieferanten von vier Cent auf Null und preiste ihn in den Basispreis ein. Die belgische Notierung setzte den bereits bestehenden Trend zur Schwäche fort und gab um korrigierte 8 Cent nach.
In Spanien behauptete sich die Notierung trotz der aktuellen Problematik am Fleischmarkt. Das Lebend-angebot entwickelt sich dort bei sehr hohen sommerlichen Temperaturen rückläufig und die Schlachtgewichte pendeln spürbar zurück. Der französische Markt stabilisiert sich mit einem kosmetischen Plus. In Italien bewegt sich die Notierung nach mehrwöchiger Talfahrt nun seitwärts auf einem vergleichsweise weiter hohen Niveau.
Tendenz für den deutschen Markt:
Auch wenn sich die Anspannung noch nicht vollständig gelegt hat, pendelt sich die Marktlage allmählich auf dem stark abgesenkten Niveau ein. Aus heutiger Sicht dürften sich die Preise für die kommende Schlachtwoche behaupten. |