EU-Schweinepreise: Stabile bis weiter steigende Notierungen
Am europäischen Schlachtschweinemarkt trübt sich das Stimmungsbild in der laufenden Schlachtwoche zunehmend ein. Die Marktlage wird überwiegend als ausgeglichen beschrieben, wobei sich ein Großteil der Schlachtschweinenotierungen seitwärts bewegt. Die Preisanstiege in Südeuropa setzen sich verlangsamt fort.
Nach dem Ende der sommerlichen Hitze normalisiert sich das Angebot an schlachtreifen Schweinen, während sich die Nachfrage nach Schweinefleisch dagegen überwiegend verhalten entwickelt. In den kommenden Wochen erwarten Marktteilnehmer eine weitere Zunahme des Angebots. Der Fleischmarkt bewegt sich dagegen erwartungsgemäß in einem weiter schwierigen Umfeld, das von einem zunehmenden innereuropäischen Konkurrenzdruck geprägt ist. Eine ausgeprägte Marktentlastung ist nicht erkennbar und das aktuelle Gleichgewicht am Markt wird dem Vernehmen nach fragiler.
In Deutschland nehmen die Schlachtungen parallel zum steigenden Angebot sukzessive zu und lagen in der vorletzten Woche bei rund 745.000 Schweinen. Während der heißen Sommerwochen war die Marke von 700.000 Tieren noch deutlich unterschritten worden. Die angebotenen Stückzahlen fließen bislang stetig ab, so dass sich die Notierung seitwärts bewegte.
Auch in den Niederlanden und Dänemark steigt das Angebot. In den Niederlanden lagen die Schlachtzahlen zuletzt nach Angaben des Fachmagazins boerderij knapp über dem Jahresdurchschnitt der ersten 35 Kalender-wochen und gleichzeitig unter dem Vergleichswert im Vorjahreszeitraum. Auch die Schlachtgewichte bleiben unter dem Vorjahresniveau. Angespannter ist die Situation in Dänemark, wo das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown vor einem strukturellen Überangebot auf dem europäischen Markt warnt. Die dänische Notierung bildet nach wie vor mit deutlichem Abstand das Schlusslicht im europäischen Preisgefüge.
In Spanien stützt das begrenzte Angebot an Schlachtschweinen den Markt, wobei der positive Trend inzwischen einer Stabilisierung weicht. In Frankreich legte die Notierung um weitere korrigierte 3 Cent und damit moderater als zuvor zu. In Italien sorgt das knappe Angebot trotz nachlassender Nachfrage für einen spürbaren Preisanstieg bei Schlachtschweinen.
Tendenz für den deutschen Markt:
Gegenüber der vergangenen Woche hat sich die Marktlage kaum geändert. Zu Wochenbeginn steht am Schlachtschweinemarkt ein ausreichendes Lebendangebot zur Verfügung. Die Schlachtunternehmen klagen über wachsende Herausforderungen bei der Fleischvermarktung. |