EU-Schweinepreise: Notierungen für Schlachtschweine brechen trotz deutlich rückläufiger Schlachtgewichte ein
Der europäische Schlachtschweinemarkt erlebt in der laufenden Schlachtwoche einen massiven Preisrutsch und die Notierungen geben um bis zu 13 Cent nach. Ausnahmen gegen den allgemeinen Trend zur Schwäche bilden die Notierungen in Italien mit einem Notierungsanstieg und Frankreich mit einer weiter stabilen Entwicklung.
Haupttreiber der starken Preisrückgänge für Schlacht-schweine ist der schwache und impulslose Fleischmarkt innerhalb der EU. Aufgrund von ASP-bedingten Handels-restriktionen verbleiben seit dem Ausbruch der ASP in Spanien seit Ende 2025 umfangreiche Mengen an Schweinefleisch in der EU, so dass der europäische Fleischmarkt überversorgt ist. Gleichzeitig nimmt der Konkurrenzdruck der europäischen Exporteure auf dem internationalen Parkett zu. Der Lebendmarkt ist unter-dessen grenzübergreifend überschaubar versorgt: Hitzebedingt pendeln die Schlachtgewichte in Europa deutlich zurück und die Schlachtbetriebe müssen sich um eine effiziente Auslastung sorgen.
Der drastische Notierungseinbruch in Deutschland von 10 Cent infolge des massiven Preisdrucks der deutschen Schlachtunternehmen brachte zuletzt das europäische Preisgefüge weiter ins Wanken und die Notierungen in anderen EU-Mitgliedsländern wurden mit in die Tiefe gezogen. Die dänische Notierung, die ohnehin schon Schlusslicht im europäischen Preisgefüge war, folgte am Donnerstag mit einem Minus von korrigierten 13 Cent, das die deutsche Vorgabe sogar noch übertrifft. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown begründet die heftige Absenkung mit einem extrem harten Wettbewerb beim Absatz fast aller Teilstücke, ohne dass eine Markbelebung erkennbar sei. Dies ist der mit Abstand größte wöchentliche Preisrückgang für die dänische Notierung seit Beginn der Aufzeichnungen des Preisvergleichs der ISN. Die Notierungen in Belgien, den Niederlanden und Österreich gaben um korrigierte 8 bis 9 Cent nach. In den Niederlanden weisen Markbeobachter auf folgendes Paradoxon hin: Die Schlachtbetriebe suchen einerseits nach schlachtreifen Schweinen, fordern jedoch gleichzeitig einen billigeren Einkauf, um auf dem Fleischmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.
In Spanien gehen die Meinungen zur Marktlage aus-einander. Obwohl die Schlachtgewichte deutlich zurück-pendeln und die Urlaubssaison begonnen hat, gibt die spanische Notierung ganz untypisch für das beliebte Urlaubsland um einen Cent nach. Aufgrund einer Zusammenfassung mehrerer Notierungen zu einer Referenzbasis bei Mercolleida wurde die spanische Preisbasis des europäischen Preisvergleichs der ISN parallel und rückwirkend angepasst. Der italienische Markt legte unterdessen entgegen dem Gesamttrend zu und auch die französische Notierung entwickelt sich aufgrund des rückläufigen Lebendangebots fest.
Tendenz für den deutschen Markt:
Zu Wochenbeginn setzt sich die lebhafte Nachfrage vom Freitag letzter Woche nach schlachtreifen Schweinen weiter fort und es zeigt sich insbesondere Kaufinteresse an Partien zur kurzfristigen Lieferung. |