Marktbericht von Montag, 27.04.2026
Der europäische Schlachtschweinemarkt präsentiert sich in der laufenden Schlachtwoche weiter insgesamt ausgeglichen und die Notierungen bewegen sich seitwärts. Der italienische Markt legt unterdessen leicht zu, während der Großteil der Notierungen auf die erforderlichen Nachfrageimpulse wartet.
Das Lebendangebot fällt grenzübergreifend keineswegs zu reichlich aus und genügt dabei insgesamt für die Nachfrage der Schlachtunternehmen. Angebot und Nachfrage passen zusammen, lautet zumeist die Einordnung. Der europäische Fleischmarkt bleibe unterdessen reichlich versorgt und es mangelt an spürbaren Nachfrageimpulsen. Zum einen bremste die kühle Witterung umfangreiche Grillaktivitäten aus. Zum anderen seien lukrative Absatzmöglichkeiten außerhalb Europas begrenzt und der Wettbewerbsdruck hoch.
Die deutsche Notierung tritt nun seit sechs Wochen auf der Stelle und die von den Erzeugern erhoffte Preissteigerung bleibt bei ausgeglichener Marktlage aus. Deutsche Schlachtunternehmen klagten zuletzt über stockende Fleischgeschäfte. Positiv zu bewerten ist die aktuelle Einigung zwischen Deutschland und den Philippinen auf ein Regionalisierungsabkommen in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest, so dass diese Destination nun nach siebenjähriger Sperre wieder den deutschen Schweinefleischexporteuren offen steht. Vor dem Ausbruch der ASP in Deutschland waren die Philippinen ein wichtiger Absatzmarkt mit ungefähr 90.000 t pro Jahr.
Die dänische Notierung bewegte sich zuletzt seitwärts auf dem in der Vorwoche angehobenen Preisniveau, was auf eine leicht anziehende Nachfrage außerhalb Europas zurückzuführen war. Für einen weiter positiven Trend sind aus dänischer Sicht Impulse unabdingbar.
Auch in Spanien stagniert die Preisentwicklung trotz des rückläufigen Lebendangebots. In Bezug auf die feiertagsbedingt verkürzte Woche genügt das Angebot aktuell jedoch, berichtet Mercolleida. Unterdessen breitet sich die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Spanien weiter aus: Die ASP-Sperrzone wurde auf die bislang unbetroffene Gemeinde Castellbisbal ausgeweitet.
In den Niederlanden gehen die Meinungen von Schlachtunternehmen und Viehvermarktern dem Vernehmen nach auseinander. Die niederländischen Schlachtunternehmen halten ihre Auszahlungspreise aufgrund der hinter den Erwartungen verbleibenden Fleischgeschäfte unverändert. Am heutigen Montag fehlt in den Niederlanden bereits feiertagsbedingt ein Schlachttag (Koningsdag). In Italien wird die positive Tendenz der letzten Wochen gebremst und der Preisanstieg verlangsamt sich spürbar.
Tendenz für den deutschen Markt:
Der Schweinemarkt zeigt sich zu Beginn der verkürzten Arbeitswoche ohne Veränderung. Aufgrund des fehlenden Schlachttags am 1. Mai schreitet die Planung der Schlachttierannahme zügig voran. Gleichzeitig dürfte endlich verstärkt in die Grillsaison eingestiegen werden. |