04.04.2014rss_feed

Französische Fleischindustrie: „EU-Kommission verfolgt falsche Verhandlungstaktik“

Schweinepest_Sperrbezirk

Frankreichs Vereinigung der Fleischindustrie und des Handels (SNIV-SNCP) hat sich besorgt über das andauernde Exportverbot von EU-Schweinefleisch nach Russland geäußert und der EU-Kommission eine falsche Verhandlungstaktik vorgeworfen.

 

Seit dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Litauen und Polen Ende Januar 2014 erkennt Russland aufgrund des freien Warenverkehrs im Binnenmarkt das gemeinsame EU-Exportzertifikat nicht mehr an und hat die Einfuhr von lebenden Schweinen und Schweinefleisch aus der Gemeinschaft verboten. Eine Wiederaufnahme des Handels wurde jedoch in Aussicht gestellt, falls die Ausfuhr von Schweinefleisch aus Polen und Litauen komplett untersagt werde und es wieder nationale Exportzertifikate der Mitgliedsstaaten gäbe, berichtet Agra Europe.

 

Keine Kompromissbereitschaft

Bei den als letzte Chance bezeichneten Gesprächen mit dem russischen Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit (Rosselkhoznadzor) Mitte März in Spanien habe die Kommission jedoch keine Kompromissbereitschaft erkennen lassen und durch ihr Beharren auf einer Teilsperrung von nur kleinen Gebieten in Polen und Litauen das Scheitern der Verhandlungen in Kauf genommen.

Als kontraproduktiv bezeichnete SNIV-SNCP auch die von der Kommission angestrebte Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) sowie den Widerstand gegen bilaterale Veterinärabkommen von einzelnen EU-Staaten mit Russland.

 

Bilaterale Gespräche bevorzugt

Die französische Vereinigung der Fleischindustrie rief deshalb die nationalen Regierungen in den EU-Mitgliedsländern dazu auf, Druck auf die EU-Kommission auszuüben, damit in bilateralen Gesprächen mit der russischen Seite Veterinärvereinbarungen getroffen werden könnten, um den Export von Schweinefleisch wieder in Gang zu bringen.

Kurzfristig habe zwar das vergleichsweise kleine Schweineangebot in der EU und eine gute Binnennachfrage wegen des schönen Wetters ein Absacken der Preise verhindert, doch könne langfristig nicht ohne negative Folgen auf den wichtigen Absatzmarkt Russland verzichtet werden, so Agra Europe.

 



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