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Dr. Karl-Heinz Tölle

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Karl-Heinz Tölle

Geschäftsführer ISN-Projekt GmbH

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Expertennetzwerk für Tierschutz und Tiergesundheit (Ringelschwanz)

Warum ein Expertennetzwerk für Tierschutz und Tiergesundheit in Niedersachsen?

 

  • Damit es bei dem schwierigen Thema Kupierverzicht und Vermeidung von Schwanzbeißen inhaltlich weiter
  • Damit die notwendige Transparenz beim Thema Kupierverzicht gegeben ist.
  • Damit die Einzelerfahrungen (Berater/Betrieb) gesammelt und dokumentiert werden und somit nicht verloren gehen.
  • Damit die Innovationen / Ideen / Lösungsansätze aus der Praxis weiter vorangebracht werden
  • Damit auch eine Vernetzung zu den Aktivitäten in der Wissenschaft und anderen Regionen geschaffen wird.
  • Damit Landwirte und Berater nicht allein im Regen stehen, wenn es um die Umsetzung des Kupierverzichts geht.
  • Damit Verletzungen durch Schwanzbeißen so weit es geht vermieden bzw. reduziert werden.

Informationen zur ELER-Förderung (Ringelschwanzprämie)

Auf den Seiten des Niedersächsischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen finden Sie weitere Unterlagen und Informationen zur Ringelschwanzprämie (ELER-Förderung) in Niedersachsen:


Gut Gucken – Dann Denken –  und dann erst Handeln!

Informationsveranstaltung des Expertennetzwerks in Hausstette

Gut Gucken – Dann Denken –  und dann erst Handeln! – unter diesen Leitsatz setzte der Schweineflüsterer Dr. Kees Scheepens, Tierarzt und Berater aus den Niederlanden seinen Vortrag vor rund 120 Personen im Rahmen der Informationsveranstaltung  des Expertennetzwerks  am 14. Dezember 2016 in Bakum-Hausstette.

 


v.l.n.r.: Prof. Dr. Thomas Blaha, Dr. Kees Scheepens, Renate Rehm, Timo Jürgens, Andreas Corleis, Caren Ahrendt, Heinrich Dierkes, Dr. Karl-Heinz Tölle

v.l.n.r.: Prof. Dr. Thomas Blaha, Dr. Kees Scheepens, Renate Rehm, Timo Jürgens, Andreas Corleis, Caren Ahrendt, Heinrich Dierkes, Dr. Karl-Heinz Tölle


"Schweineflüsterer" Dr. Kees Scheepens berichtet von seinen Erfahrungen.

"Schweineflüsterer" Dr. Kees Scheepens berichtet von seinen Erfahrungen.

Was können uns die Schweine sagen?

Ein langer Ringelschwanz bietet dem Tierhalter mehr Informationen als der kupierte Schwanz – Wenn er nicht mehr geringelt ist, sondern lang herunter hängt oder sogar zwischen die Hinterläufe geklemmt wird, stimmt in dieser Bucht etwas nicht mehr. Diese Anzeichen müssen früh erkannt werden – daher gut gucken, dann darüber nachdenken und dann handeln. Nur so kann beginnendes Schwanzbeißen erkannt werden, beispielsweise bedingt durch Krankheitseinbrüche, Fehler in der Lüftungseinstellung oder der Fütterung usw..


Timo Jürgens (Landwirt und Teilnehmer der Ringelschwanzprämie) Landwirt sieht in der Tierbeobachtung eine große Bedeutung für den Erfolg mit dem Langschwanz.

Timo Jürgens (Landwirt und Teilnehmer der Ringelschwanzprämie) Landwirt sieht in der Tierbeobachtung eine große Bedeutung für den Erfolg mit dem Langschwanz.

Kosten von 20 bis 25 € je Schwein

Auch Timo Jürgens, Landwirt und Teilnehmer an der Fördermaßnahme Ringelschwanzprämie berichtet, dass die Tierbeobachtung von großer Bedeutung für den Erfolg mit dem Langschwanz ist. Trotzdem betont er, dass alle Lüftungs- Fütterungs- und Haltungsfehler behoben sein können, die Tiergesundheit spielt die bedeutendste Rolle, wenn der Ringelschwanz dran bleiben soll. Die Mehraufwendungen für Zusätzliche Arbeit, Tierbeobachtung, Beschäftigungsmaterialien sowie Behandlung von Verletzungen belaufen sich in seinem Betrieb auf 20-25€ pro Schwein, so Timo Jürgens.

 

Frühzeitig eingreifen, um schlimmeres zu verhindern

Erfahrungen aus den anderen teilnehmenden Betrieben trug Caren Ahrendt von der ISN-Projekt GmbH, die das Netzwerk koordiniert, zusammen: Wichtige Erfolgsfaktoren, wenn der Ringelschwanz intakt bleiben soll, sind gesunde Tiere, die viel Abwechslung durch verschiedene Beschäftigungsmaterialien erhalten und ihre Bucht gut strukturieren können. Häufige Ausbruchsfaktoren sind demnach Krankheiten, besonders Influenza sowie Durchfallerkrankungen ziehen häufig ein Schwanzbeißgeschehen nach sich. Außerdem Ausfälle der Technik, sei es Fütterung, Lüftung oder Ähnliches. Schwanzbeißen ist kaum sicher zu verhindern, so Ahrendt. Entscheidend ist es, dies frühzeitig einzugreifen, um Schlimmeres zu verhindern.  

 

Geringelt, leicht abgeflacht und beborstet

Seine Erfahrungen aus den vor-Ort-Kontrollen auf den teilnehmenden Betrieben stellte Andreas Corleis von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen dar. Interessiert hörten insbesondere die zahlreich anwesenden Landwirte zu, als er berichtete, worauf die Kontrolleure besonders achten: Der intakte Ringelschwanz, so Corleis, sei im Normalfall geringelt, das Ende ist leicht abgeflacht und beborstet.  Wichtig seien insbesondere aber auch die vorgegebenen Dokumentationspflichten.


Renate Rehm, Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium

Renate Rehm, Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium

Positive Zwischenbilanz von Seiten des Landwirtschaftsministeriums

Dass sich die teilnehmenden Landwirte intensiv mit dem Thema Kupierverzicht und den Vorgabe der Fördermaßnahme auseinandergesetzt haben, zeigte Renate Rehm aus dem Tierschutzreferat des Niedersächsischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz auf. Sie zog eine positive Zwischenbilanz der Fördermaßnahme Ringelschwanzprämie und berichtete, dass die Förderung zukünftig u.a. auch auf die Ferkelaufzucht ausgedehnt werden soll.

 

Einige Eckdaten zur Förderung

Renate Rehm stellte einige Eckdaten zur Förderung vor:

Im ersten Förderjahr vom 1. Dezember 2015 bis 30. November 2016 haben insgesamt 86 Betriebe mit einer Gesamtzahl von 80.857 Mastschweinen erfolgreich an der Ringelschwanzprämie teilgenommenen. Davon sind 54 konventionelle, 13 Neuland- und 19 Öko-Betriebe. Insgesamt erfolgte bei 91 Betrieben eine Vor-Ort-Kontrollen.  Dabei fielen fünf Betriebe bei den Vor-Ort-Kontrollen durch, weil sie die Mindestquote von 70 % intakter Ringelschwänze nicht erreichten. Zudem kamen sechs Betriebe aus anderen Gründen nicht zu Zuge und weitere 18 haben ihren Antrag vor oder während der Förderperiode zurückgezogen.

Im zweiten Förderjahr vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017 wurden 156 Anträge gestellt, davon 69 erstmalig. 148 Anträge wurden bewilligt.    


Infoveranstaltung Expertennetzwerk Dezember 2016

Ohne Ferkelaufzucht ist Erfolg wenig abschätzbar

Ein Fazit aus der Diskussion in Hausstelle: Zwar werden Landwirte, die sich mit dem Thema auseinandersetzen für Ihre Pionierarbeit belohnt, die bisherigen Ergebnisse bzw. Erfolgsquoten zum Kupierverzicht sind jedoch wenig aussagekräftig, da sich die Förderung  Ringelschwanzprämie bis Dato nur auf Mastschweine und nicht auf die Ferkelaufzucht bezieht. Somit kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie viele von den insgesamt nicht kupierten Ferkeln am Ende unversehrt am Schlachthof angekommen sind. Der kritischste Zeitpunkt für das Auftreten von Schwanzbeißen ist und bleibt die Ferkelaufzucht, besonders in den ersten Wochen nach dem Absetzen der Ferkel von der Sau. Deshalb ist es wichtig und richtig die Ferkelaufzucht zukünftig stärker einzubeziehen.

Wertvoll sind in jedem Fall die gesammelten Erfahrungen und die wachsende Zahl an Ansprechpartnern zu dem Thema Vermeidung von Schwanzbeißen.



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