10.06.2016rss_feed

Extensiv auf Kosten der Entwicklungsländer? Denkanstöße beim Parlamentarischen Abend der ISN

Ist eine Welt ohne Hunger möglich? Diese Frage beantwortete der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, als Gastredner auf dem diesjährigen Parlamentarischen Abend der ISN mit einem klaren Ja.

 

Den Weg dorthin erläuterte er den rund 160 geladenen Gästen am Mittwoch dieser Woche beim 14. traditionellen Spanferkelessen der ISN in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin.

Neben den agrarpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen nutzten zahlreiche hochrangige Vertreter aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium und aus verschiedenen Länderministerien sowie Abgeordnete des Deutschen Bundestages und des Europaparlaments, der verschiedenen Länderparlamente, der Jugendorganisationen der Parteien und verschiedener Botschaften die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.

 

Nicht extensiv, sondern intensiv

Aktuell wachse die Weltbevölkerung jährlich um die Einwohnerzahl von Deutschland - fast 84 Millionen. Gleichzeitig verschwinde jedes Jahr weltweit etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Deutschland durch verschiedene Faktoren, wie Ausbreitung von Wüsten und Erosion. Die extensive Produktion ist eine Qualitätsnische, die wir uns in Deutschland leisten, erklärte Minister Müller im Hinblick auf die Herausforderung, die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Grundsätzlich dürfe daher vor allem an den Gunststandorten nicht extensiviert, sondern müsste weiter mit nachhaltiger, angepasster Landwirtschaft die Produktivität und die Erträge gesteigert werden. Nicht extensiv, sondern intensiv sei hier die Maßgabe stellt der Entwicklungsminister klar.

Widersprüche werden deutlich

Der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes verdeutlichte den Widerspruch, welcher die Schweinehalter derzeit vor geradezu unlösbare Aufgaben stellt: Um den gesellschaftlichen Ansprüchen in Deutschland nachzukommen, sollen Schweinehalter extensivieren, Ställe umbauen und komplette Produktionsverfahren ändern – und das weitestgehend zum Nulltarif. Ist unsere Gesellschaft nur für das ´Gute´, wenn es nicht zu viel kostet? fragte Dierkes kritisch. Wir möchten dass unsere Landwirtschaft nicht den Weg einschlägt, den unsere Textilindustrie gegangen ist – raus aus Deutschland. Wir wollen mit unseren Betrieben nicht als Alibi herhalten, während das Fleisch, das auf den Tellern der Verbrauchern landet, aus China oder Brasilien kommt - ohne Antibiotika Monitoring und einem 200er Kanalrohr in den Amazonas als Düngeverordnung., machte Dierkes in seiner Rede klar.

 

Mehr zum Parlamentarischen Abend erfahren Sie im nächsten Mitgliederrundbrief der ISN, der schon bald in Ihren Briefkästen liegen wird.

 


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