Inventarversicherung

Die Inhaltswerte (sogenanntes Inventar) des landwirtschaftlichen Betriebes sollte versichert werden – zumindest gegen Feuer und gegebenenfalls auch gegen Sturm/Hagel!

 

Durch die Feuer-Inventarversicherung schützen Sie Ihr Eigentum, wenn dieses durch Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion) beschädigt oder zerstört wird. Zum Inventar zählt die Betriebseinrichtung (z.B. Stalltechnik, Fütterungsanlagen, Werkzeuge u.s.w.), Vorräte (Betriebsmittel, Düngemittel, Saatgut), Ernte (unabhängig davon ob eingelagert oder auf dem Feld - Hackfrüchte jedoch nur eingelagert), sowie Tiere.

Grundsätzlich sollte das Inventar zum NEUWERT versichert werden, da im Schadenfall dann auch der Neuwert entschädigt wird, es sei denn das beschädigte oder zerstörte Gerät liegt im Wert unter 40% des ursprünglichen Neuwertes. In der Praxis wird jedoch immer dann noch zum Neuwert entschädigt, solange die Betriebseinrichtung regelmäßig in Gebrauch ist, voll funktionstüchtig ist und regelmäßig gewartet wird. Bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen (z.B. Mähdrescher) sollte mit dem Versicherer jedoch eine klare Einigung getroffen werden, ob Neuwert oder ggf. Zeitwert ersetzt wird. In aller Regel kommt hier der Zeitwert in Betracht.

Die richtige Versicherungssumme ist entscheidend! Es handelt sich um eine sogenannte Vollwertversicherung - das heißt, dass das gesamte Inventar bei der Bemessung der Versicherungssumme (zum Neuwert) zu berücksichtigen ist. Auch die Ernte auf dem Feld (ausgenommen Hackfrüchte - diese nur wenn sie eingelagert werden) muss entsprechend mitbewertet werden. Sofern im Schadenfall eine Unterversicherung festgestellt wird, kommt nur das Verhältnis zwischen versicherter Summe und tatsächlich vorhandenen Werten zur Auszahlung. z.B. Versicherungssumme 400.000,- € - tatsächlicher Wert 800.000,- € - hier kommt bei einem Schaden von 100.000,- € lediglich die Hälfte - also 50.000,- € zur Auszahlung!

 

Wir empfehlen auch in jedem Falle eine Pauschale Versicherungssumme in der Police festzulegen und nicht einzelne Positionen (z.B. Tiere, Ente, Vorräte, Betriebeinrichtung, u.s.w.) aufzuzählen, da ansonsten innerhalb der Positionen leicht im Schadenfall vom Sachverständigen eine Unterversicherung festgestellt werden könnte. Mit dem sogenannten Summenausgleich kann hier zwar entgegengewirkt werden, jedoch begibt man sich bei der Summarischen Pauschalen Versicherungssumme gar nicht in die schlechtere Position.

 

Mittlerweile gibt es auch vernünftige Systeme, um per Vertrag eine Unterversicherung zu vermeiden. Hier wird anhand der betrieblichen Eckdaten eine Versicherungssumme gebildet - und eine Unterversicherung vertraglich ausgeschlossen!

 

Neben den Sachschäden, die im Schadenfall entsprechend entschädigt werden, sollten auch die Nebenkosten (Aufräumkosten, Abbruchkosten, Feuerlöschkosten, u.s.w.) in ausreichender Höhe mitversichert sein. Da die Behörden bei größeren Brandschäden sehr leicht dazu neigen den Brandschutt als Sondermüll zu deklarieren, können hier erhebliche Kosten entstehen. Nicht selten sind die Nebenkosten höher als der eigentliche Sachschaden am Inventar. Diese Positionen müssen aber nicht nur in der Inventarversicherung in ausreichender Höhe mitversichert sein, sondern auch in der Gebäude-Feuer-Versicherung.

 

Für Schweinemastbetriebe mit automatischer Be- und Entlüftungsanlage sollte die Position Überspannungsschäden durch Blitzschlag mit Folgeschäden entsprechend mitversichert werden, da neben dem Sachschaden an der beschädigten Platine, bzw. Elektromotor auch erhebliche Schäden an den Tieren durch Sauerstoffmangel entstehen können.