ISN-Position zur Tierwohl-Offensive

In gesamten Wertschöpfungsketten denken

Die ISN begrüßt den Schritt von Bundeslandwirtschaftsminister Christian, Schmidt bestehende und künftige Initiativen der Wertschöpfungskette vom Erzeuger über den Handel bis zum Verbraucher zu unterstützen, die nachweislich hohe Tierschutzstandards fördern. Schmidt fordert bei der Umsetzung höherer Tierwohlstandards eine freiwillige Verbindlichkeit der Tierhalter. Genau das bietet beispielsweise die Initiative Tierwohl der Wirtschaft – Freiwilligkeit bei der Teilnahme und Verbindlichkeit bei der Umsetzung. Es ist der richtige Weg sowohl die Tierwohl Initiativen als auch die Branchen einzubinden.


Logo der Tierwohl-Offensive im BMEL

Androhung von Ordnungsrecht kritisch

Das Thema Verzicht auf Schwanzkupieren ist heikel. Auch hier setzt der  Minister zwar auf eine freiwillige Vereinbarung der Tierhalter, behält sich aber gesetzliche Regelungen vor, falls die Anstrengungen der Branche auf freiwilliger Basis in einem Zeitraum von 2 Jahren nicht genug voranschreiten.

 

Die Androhung von Ordnungsrecht ist aus Sicht der ISN der falsche Weg. Tierhalter sind zu freiwilligen Verpflichtungen bereit. Voraussetzung ist jedoch, dass die Umsetzung in der Praxis machbar ist. Und mit entprechenden ökonomischen Alternativen geschieht. Eine Umsetzung kann nicht erfolgen, wenn durch den Verzicht auf das Schwänze kupieren noch schwer wiegendere Tierschutzprobleme ausgelöst werden. Wir fordern die Politik daher auf, diese Zielkonflikte differenziert zu betrachten, denn hier kommt das Prinzip der freiwilligen Verbindlichkeit an ihre Grenzen. Entscheidend ist dabei, dass die Verantwortung nicht allein bei den Landwirten liegt, die die Tierwohlinvestitionen ökonomisch tragen.

Bündelung der Aktivitäten zum Tierschutz

Initiative Tierwohl, Tierschutzplan, Runde Tische, Foren zur Tierhaltung... Es ist in den letzten Monaten in Deutschland ein richtiger Flickenteppich an Initiativen und Aktivitäten entstanden. Wir fordern die Bundesregierung auf, über die Tierwohl-Offensive die verschiedenen Ansätze zu bündeln und im Sinne des Tierwohls und auch der Tierhalter umzusetzen. Klare Signale bilden einen verlässlichen Rahmen und tragen zu einem einheitlichen Verständnis der Akteure bei. Dem neu gegründeten Kompetenzkreis Tiewohl, der die Folgen politischer Maßnahmen abschätzen und Tierschutzindikatoren als Ratgeber erarbeiten soll, wird eine besondere Bedeutung zukommen.


Tierwohl-Offensive der Bundesregierung gestartet


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