10.07.2012

EU-Schweinepreise: Preisrückgang in Deutschland führt zu gespaltener Preisentwicklung

10 07 2012

Die Lage an den europäischen Schlachtschweinemärkten zeigt sich derzeit gespalten. Während zahlreiche Länder, wie beispielsweise Spanien, Dänemark und Österreich, ein stabiles Preisniveau melden, sind andere Länder mit in den Strudel des Preisrückgangs gerutscht, der am Ende der vergangenen Woche wieder einmal von einigen großen deutschen Schlachtkonzernen ausgelöst worden war. Die Preisschere für die Schweinehalter geht damit bei den gleichzeitig ansteigenden Getreide- und Futterkosten deutlich auseinander. Von einer rentablen Schweineerzeugung kann daher derzeit keine Rede sein.


Doch selbst der erneute Preisrückgang vom vergangenen Freitag reicht einigen Unternehmen noch nicht aus und wird beispielsweise von der Vion mit einem Hauspreis von 1,58 € wieder einmal noch weiter unterboten. Aber auch die Westfleisch will scheinbar mal wieder in der Reihe der Hauspreis-Unternehmen vertreten sein und zahlt nur 1,58 €. Als Argumente dafür werden wieder einmal schwierige Exportgeschäfte nach Asien, die schwache Inlandsnachfrage und der Ferienbeginn in vielen Bundesländern angeführt. Nach spanischen Informationen hat Südkorea jetzt jedoch ein neues Import-Kontingent von 50.000 Tonnen Schweinespeck zu ermäßigten Zollsätzen beschlossen um das dortige Preisniveau zu stabilisieren und die Inflation einzudämmen.

 

In Österreich wird von einem ausgewogenen Markt berichtet. Dort sind aufgrund der sommer­lichen Temperaturen die täglichen Zunahmen zurückgegangen und sorgen für geringere Angebotsmengen. Aber auch in Südeuropa, wie beispielsweise in Italien und Spanien, sorgt die Hitze für ein knapperes Angebot. So wird in Spanien wird von außerordentlich niedrigen Schlachtgewichten berichtet. In Frankreich hingegen stehen die Schweinepreise nach dem Anstieg der Vorwoche jetzt wieder unter Druck. Dort konnte man keine höheren Preise im Fleischverkauf durchsetzen, was unter anderem auf das niedrige deutsche Preisniveau zurückgeführt wird. Italien konnte gestern sogar einen Preisanstieg um 1,5 Cent verbuchen.

 

 

Tendenz für den deutschen Markt: Nach dem erneuten Preisrückgang am vergangenen Freitag erwarten viele Marktbeteiligte endlich ein Ende der Abwärtsspirale bei den Schweinepreisen. Die angebotenen Mengen an schlachtreifen Schweinen sind keineswegs zu reichlich und lassen sich trotz der Klagen der Schlachtbetriebe über schwierige Fleischgeschäfte kontinuierlich und zeitnah platzieren.

 




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