28.08.2012

EU-Schweinepreise: Preisrallye geht weiter

EU Vergleich 28.08.2012

Die Preisrallye auf den EU-Märkten für Schlachtschweine hält auch in der aktuellen Schlachtwoche an. Aus nahezu allen Ländern wird von einem knappen Angebot bei einer lebhaften Nachfrage berichtet. Den größten Preissprung mit + 7 Cent machten Deutschland, die Niederlande und Österreich. In Deutschland reagierte das größte Schlachtunternehmen Tönnies bereits mit einer Änderung der Abrechnungsmodalitäten, vermutlich um die Auslastung zu steigern: Lieferanten haben nun auch am Standort Rheda-Wiedenbrück wieder die Wahl, die Schweine nach FOM oder nach Auto-FOM abzurechnen. Aus Österreich wird berichtet, dass der Schweinemarkt wegen geringer Stückzahlen leer gefegt sei. In den Niederlanden hatte man daher auch keine andere Möglichkeit, als den Preisanstieg in Deutschland mitzugehen, wenn nicht alle Schweine den Weg in das östliche Nachbarland finden sollen.

In Frankreich stiegen die Preise um umgerechnet 6 Cent im Vergleich zur Vorwoche und auch in Spanien und Italien ist die Situation vergleichbar. Das Angebot bleibt, auch wegen der hohen Temperaturen und der damit verbundenen geringen Tageszunahmen, hinter der Nachfrage zurück. In Dänemark konnten die Preise um umgerechnet + 4 Cent anziehen. Dennoch ist der Rückstand zu Deutschland auf satte 10 Cent angestiegen. Während man vor einigen Wochen noch deutlich vor Deutschland lag, hält man sich nun mit den Preissteigerungen zurück. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Zurückhaltung nicht zu einer Gefahr für das hohe Preisniveau in den übrigen Ländern entwickelt, schließlich ist Dänemark nach Deutschland der zweitgrößte Exporteur von Schweinefleisch in der EU.

Tendenz für den deutschen Markt: Die gute Nachfrage der Schlachtunternehmen bleibt auch zu Beginn der neuen Woche unge­brochen, der Export von lebenden Schweinen nach Polen läuft hingegen nicht mehr ganz so flott wie zuvor. Nach dem rasanten Preisanstieg in Deutschland muss jetzt wohl erst das polnische Preisniveau etwas nachziehen. Da derzeit keine Zunahme der Angebotsmengen an schlachtreifen Schweinen in Sicht ist, dürften auch für die kommende Schlachtwoche mindestens stabile Preise die Folge sein.




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