14.05.2014rss_feed

SCHWEINEMARKT: WARUM BLEIBT DER PREISANSTIEG AUS?

Schweine Schlachten Zwei Schlachthaelften

Die Lage am Schlachtschweinemarkt scheint festgefahren. In der dritten Woche in Folge blieb der nötige Preisanstieg aus.

Die Voraussetzungen vor Veröffentlichung der neuen Notierung gleichen sich auch in dieser Woche: Schweine sind gesucht, das Angebot überschaubar. Aber wieder einmal hat man sich jedoch durch die Angriffe der roten Seite überrumpeln lassen. Bereits am Dienstag meldeten sich Vion und Danish Crown schriftlich bei den Lieferanten zu Wort: Beide Unternehmen sahen den neuen Notierungspreis bei 1,55 €/kg.

Zugegeben: In der aktuellen Woche zeigte sich auch der Spotmarkt nicht mehr ganz so freundlich wie noch in der Vorwoche. Viele Grillfeste sind ins Wasser gefallen. Die Internet Schweinebörse endete mit einem Durchschnittspreis von 1,67 € dennoch gemessen am Niveau des aktuellen Vereinigungspreises freundlich. Die Internet Schweinebörse bildet zwar nur den Spotmarkt ab und gibt nur einen Marktimpuls, dennoch wäre aus Sicht der Schweinehalter ein Preisanstieg um 2 bis 3 Cent durchaus marktgerecht gewesen. Am Ende reichte es wieder nur für einen unveränderten Preis.


Cleverer Schachzug oder Eigentor der Schlachter?

Die vermehrten Foulspiele von Seiten der Schlachtunternehmen in Form von Hauspreisankündigungen werfen jedoch eine weitere Frage auf: Wie gestört ist die Kommunikation zwischen den Preismeldern und den Schlachtunternehmen wirklich? Es ist schon bemerkenswert, dass einige Schlachtunternehmen ihre Preisvorstellung scheinbar nur noch schriftlich kundtun. Diese Strategie ist fragwürdig. Haben sich die Schlachtunternehmen, insbesondere Danish Crown und Vion, schon mal Gedanken gemacht, dass man sich durch die überaus pessimistischen Einschätzungen des Fleischmarktes selbst ein Eigentor schießt? Glaubt man wirklich, dass Fleischeinkäufer diese Informationen nicht zu ihren Gunsten verwenden?


Stochern im Nebel

Schweinehalter haben das Gefühl, dass die Preismelder bei der Festlegung eines marktgerechten Preises allzu oft im Nebel stochern. Bei unklaren Sichtverhältnissen, wie sie meist am Mittwoch noch herrschen, ist die grüne Seite noch anfälliger für falsche Nebelkerzen, die gezielt von den Schlachtunternehmen gezündet werden. Im Klartext: Schweinehalter lassen sich durch die Hauspreisdrohungen der Schlachter ins Bockshorn jagen. Die letzten drei Wochen dürften hierfür ein eindeutiger Beleg sein. Auch in dieser Woche ist von den Drohungen nichts übrig geblieben. Nicht wenige Stimmen im Markt sind überzeugt, dass ohne die Verlegung des Termins der Schweinepreis heute höher liegen würde.   


Gewinner LEH?

Ohne intensiven Kontakt und fairen Verkaufsgesprächen auf Augenhöhe zwischen grüner und roter Seite wird es nicht möglich sein, eine Notierung nachhaltig am Markt bestehen zu lassen. Großer Gewinner ist aktuell der LEH, der von günstigen Fleischpreisen profitiert.  

 

Hauspreise an die ISN melden!

Die Internet Schweinebörse zeigt deutlich, dass am Markt mehr möglich ist, als es die genannten Schlachtunternehmen vorgeben. Unter vorgehaltener Hand ist von Vertretern anderer großer Schlachtunternehmen zu hören, dass der Schweinepreis derzeit unterbewertet sei. Die zwei Cent, die die Westfleisch in der vergangenen Woche zusätzlich zahlte, sind ein weiterer Beleg. Landwirte und Vermarkter sollten ihre Schlüsse ziehen. Und das nicht nur in Hauspreiswochen!

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