02.08.2013rss_feed

Keine Berührungsängste - Junge ISN trifft NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel

Gruppenbild mit Minister Remmel (2.v.l.)

Das Wort Massentierhaltung nehme ich nicht mehr in den Mund, sagte der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Johannes Remmel lachend. Mit diesem Begriff wird jede angefangene Diskussion zum Definitionsgeschacher und das ist ja nicht das Ziel. Ich spreche daher lieber von intensiver Tierhaltung.

 

Genau so einen Betrieb mit intensiver Schweinehaltung besuchte Minister Remmel am Freitag, 26.07.2013 in Lichtenau. Schweinemäster und Junge ISN-Mitglied Tobias Roeren-Wiemers hatte den Grünen Landwirtschaftsminister auf seinen Betrieb eingeladen. Im Gespräch und bei der Vorbereitung wurde er von Vertretern des Sprecher- und Beraterteams der Jungen ISN unterstützt.


Auch die Schweine waren neugierig auf den Grünen Minister

Grüne Ideen

Ungefähr sechs Schweine haltende Betriebe habe er seit seinem Amtsantritt im Juli 2010 besucht, erzählte Remmel. Ideen für Veränderungen in der Schweinehaltung kamen aus seinem Ministerium während dieser Zeit ebenso viele. Vom Verbandsklagerecht bis zur Bundesratsinitiative zu  weniger Arzneimitteln und mehr Tierschutz.

Diskussionsthemen gab es am vergangenen Freitag also wahrlich viele.

 

Intensiv wurde über die Bundesratsinitiative aus NRW zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung diskutiert. Die Jungen Schweinehalter forderten den Minister auf, die Bemühungen der Wirtschaft hin zu einer gemeinsamen Branchenlösung hinsichtlich des Themas Tierwohl anzuerkennen und die Initiative Tierwohl nicht durch gesetzliche Vorstöße zu unterwandern.


Im Gespräch mit Vertretern der Jungen ISN

One apple a day …

Schwänze kupieren ist und bleibt ein großes Thema. Zu diesem Spezialthema verwies Remmel auf  Prof. Dr. Friedhelm Jaeger (MUNKLV). Dieser stellte die Ergebnisse einer aktuellen Studie vor. Die Anlagen für das Problem Schwanz beißen entstehe bereits im Ferkelalter von zwei Wochen, unter anderem durch das Angebot an reichhaltigem Futter.

Wie wir als Menschen nach einer halben Sahnetorte Verdauungsprobleme haben, geht es auch den Schweinen. Die Ohren und der Schwanz werden weniger durchblutet. Die Tiere scheuern sich daran und so entstehen kleine Nekrosen und die anderen Schweine knabbern daran, erklärte Jaeger.

Die Gabe von Raufutter oder grobfaserigen Futter könne dieses Problem beheben. Sie wirke wie ein Apfel verdauungsfördernd und beuge so dem Schwanzbeißen vor. Dass das von vielen Faktoren beeinflusste Problem Schwanz beißen mit der Gabe von etwas Rauhfutter einfach so zu lösen sei, konnte die jungen Schweinehalter noch nicht recht überzeugen.


Remmel im Gespräch mit Roeren-Wiemers

Weiter zum Dialog bereit

Ich freue mich, wenn Sie einige neue Infos zur Schweinehaltung von diesem Treffen mitnehmen können. Wir bleiben gerne im Dialog und wenn Sie Fragen zur Schweinehaltung haben, können Sie sich gerne an uns wenden, schloss Roeren-Wiemers das Gespräch mit einem Resümee ab.  Seine Hoffnung: Auch wenn wir keine Wende um 180 Grad erwarten können, so doch etwas mehr Verständnis für uns (junge) Schweinehalter in NRW.



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