18.01.2006rss_feed

CDU-Agrarsprecher und junge Schweinehalter diskutieren über Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung

4. Fachexkursion der Jungen ISN zur Grünen Woche in Berlin / QS-Dialog mit Nachwuchs-Schweinehaltern: Salmonellenmonitoring und Einzelfuttermittel problematisch

Die 1:1-Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung war zentrales Thema der Diskussion zwischen den Agrarsprechern der CDU-Landtagsfraktionen und Vertretern der Jungen ISN, der Nachwuchsorganisation der ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, im Rahmen ihrer vierten Fachexkursion zur Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Ausgiebig diskutierten die Landtagsabgeordneten Renate Holznagel aus Mecklenburg-Vorpommern, Gabriele Brakebusch aus Sachsen-Anhalt, Clemens Große Macke aus Niedersachsen, Bernhard Daldrup aus Sachsen-Anhalt und Andreas Heinz aus Sachsen, mit den jungen Schweinehaltern.

Der Austausch mit dem Nachwuchs ist uns wichtig, betonte Daldrup, Sprecher der Arbeitsgruppe, gegenüber der 30-köpfigen Gruppe. Deren Forderungen an die Politik brachte Thankmar Corleis vom Sprecherteam der Jungen ISN auf den Punkt: Wir wollen einheitliche Rahmenbedingungen in Europa. Dazu gehört auch eine 1:1-Umsetzung der EU-Schweinehaltungsverordnung!.

Aufgabe der Politik müsse es nun sein, gerade für den Nachwuchs ein deutliches Signal zu setzen. Sie müsse die Position der Schweinehalter sichern und darüber hinaus stärken. Nur so könne die Zukunft der Schweinehaltung am Wirtschaftsstandort Deutschland gesichert werden. Große Macke forderte die Exkursionsteilnehmer auf, sich auch weiterhin aktiv für die eigene Zukunft als Unternehmer einzusetzen.

In einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der QS GmbH mit Sitz in Bonn, Dr. Hermann-Josef Nienhoff, zeigte die Junge ISN auf, in welchen Bereichen des QS-Systems die teilnehmenden Schweinehalter Probleme haben. So bereite es vielen größeren Mästern zurzeit erhebliche Schwierigkeiten, die Hersteller von Nebenprodukten aus der Lebensmittelerzeugung zu motivieren, sich als Einzelfuttermittelhersteller anerkennen zu lassen.

Auch das Salmonellenmonitoring laufe noch nicht zufrieden stellend. Wir Tierhalter sind bei der Probenahme auf die Schlachthöfe angewiesen, und die Kosten bleiben in vielen Fällen bei uns hängen, erläuterte Ansgar Lünnemann vom Sprecherteam der Jungen ISN. Diesen Aspekt diskutierte die Gruppe ausführlich. Abschließend teilte Nienhoff mit, dass demnächst auch Lidl an QS teilnehmen wird, Aldi Süd sei bereits dabei. QS ist also auf einem guten Weg zu einer flächendeckenden Verbreitung, schloss Nienhoff.

Den Abschluss der Exkursion bildete eine Besichtigung des Landhof Joachim Tietz in Dahnsdorf bei Berlin. Der Landwirt hält 60 bis 80 Mastschweine, die er direkt vermarktet. Die Kunden aus der Umgebung können sich die Tierhaltung bei ihm anschauen und sowohl verarbeitete Ware als auch zerlegte Schweinehälften kaufen. Auf diese Weise erlöst er gegenüber einer konventionellen Vermarktung etwa das Dreifache. Diese Vermarktung hat ihre Vorteile, waren sich die Exkursionsteilnehmer einig, aber es handelt sich nur um eine Nische und kann kein Modell für alle Schweinehalter sein.

Im Bild:
(v.l.) die Landtagsabgeordneten Gabriele Brakebusch, Clemens Große Macke, Bernhard Daldrup, Andreas Heinz und Renate Holznagel


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