16.04.2014rss_feed

Alle Jahre wieder: Schlachter legen Schweinehaltern zu Ostern faules Ei ins Nest – Machen sie mit Beim ISN-Hauspreis-radar

EU-Preise im Vergleich

Schweinehalter haben die Nase gestrichen voll: Aus den USA werden Rekordschweinepreise gemeldet, die spanische und französische Schweinenotierungen setzen seit Mitte März 2014  zu Höhenflügen an. So hat beispielsweise die französische Notierung umgerechnet um fast 35 Cent zugelegt. Nur Nordwesteuropa gelingt es unter dem Eindruck der deutschen Leitnotierung nicht, den zur Kostendeckung dringend erforderlichen Preisanstieg umzusetzen! Dabei spricht auch in Deutschland gegenwärtig nichts für rückläufige Schweinepreise.


Fleischgeschäft läuft

Im Gegenteil: Zwar sind die Schlachtzahlen in der vergangenen Kalenderwoche wieder über die Millionengrenze gestiegen, aber der Fleischabsatz zu Ostern läuft. Sei es auf dem Grill oder zum Spargel, die Deutschen werden wieder ordentlich zulangen. Nicht umsonst schieben Bratwursthersteller aktuell Sonderschichten. Auch der Export gibt nach Kenntnis der ISN wenig Grund zur Klage. Zwar ist weiterhin der wichtige russische Markt zu. Dadurch werden weiterhin einige Mengen aus den Niederlanden und Dänemark nach Deutschland umgeleitet und ergänzen  das Angebot. Das ist ein Problem, keine Frage, doch öffnen sich dieser Tage dafür andere Ventile, insbesondere in Asien. Hier konnten deutliche Marktanteile amerikanischer Exporteure übernommen werden. Das Argument eines Schlachters vor wenigen Wochen, dass die Kühlhäuser in Deutschland zum Bersten voll seien, entpuppte nach Recherchen der ISN als glatte Lüge. Es ist also weder nachvollziehbar, dass kein Fleisch mehr eingelagert werden könne, noch dass jetzt Unmengen aus den Frostern ausgelagert würden. Zusammengefasst lassen sich nicht wirklich belastbare und seriöse Argumente finden, die eine komplett gegenläufige Marktentwicklung im Vergleich zu den oben angeführten Märkten begründen könnten.


Hauspreise verunsichern den Markt

Es geht also rein um die Marge der Schlachter und dafür wird ohne Rücksicht auf Verluste mit der Hauspreiskeule gedroht. In der vergangenen Woche preschte Vion vor und informierte seine Lieferanten unmittelbar nach der Bekanntgabe des neuen Vereinigungspreises schriftlich über Hauspreise. Das ging selbstverständlich nicht an der Konkurrenz vorbei, die dankbar auf den Zug aufsprangen. Neben Danish Crown meldete auch Tönnies einen eigenen Auszahlungspreis, der identisch mit dem Vion-Preis war. 

 


Tönnies zeigt, wo der Hammer hängt

In dieser Woche übernimmt der Branchenprimus Tönnies einmal mehr die Rolle als Vorreiter. Bereits am Dienstag hat er über seine großen Lieferanten in der Branche verkünden lassen, dass der Preis in der kommenden Woche bei 1,56 € zu liegen habe. Nur wenige Stunden später folgt die schriftliche Markteinschätzung von Danish Crown: Auch das Unternehmen aus Essen/Oldb. kündigt an, nur einen Preis von maximal 1,56 € zahlen zu wollen. Das Muster ist immer dasselbe: Ein Schlachtunternehmen verkündet einen Preis, die übrigen springen auf.


Marktdominanz wird ausgenutzt

Schlachtunternehmen nutzen aktuell gezielt die kurzen Schlachtwochen aus, um den Preis zu drücken und sich die lukrativen Ostergeschäfte zu vergolden. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch die ISN ist eindeutig der Meinung, dass Angebot und Nachfrage den Preis am besten regeln. Wenn jedoch die Spielregeln, insbesondere vom ungleichen Marktpartner, immer wieder verletzt werden, haben die Schweinehalter keine Chance auf ein ausreichend großes Stück vom Kuchen.

 


Mittelstand als verlässlicher Marktpartner

Auffällig ist, dass insbesondere aus dem Mittelstand in den vergangenen Tagen kaum Klagen über zu hohe Schweinepreise kamen und auch keine Hauspreise gezahlt wurden. Auch die Westfleisch hat sich bislang nicht beteiligt. Landwirte sollten dieses mit ihrem Vermarktungsverhalten honorieren. Diesen Schlachtunternehmen den Vorzug auch in anderen Wochen im Jahr zu geben hilft, den Wettbewerb in Deutschland zu erhalten. Hauspreissünder sollten nach Möglichkeit konsequent umfahren werden, Viehhandelsunternehmen und Erzeugergemeinschaften sollten so viele Partien wie möglich umlenken! 


Hauspreise Melden!

Hauspreissünder melden - Machen Sie mit beim ISN-Hauspreis-Radar

Für Schlachtunternehmen ist es zwar kein Gesetz, aber Zeichen einer guten und verlässlichen Partnerschaft, sich an die ausgehandelte Preisvereinbarung zu halten!

 

Hat ihr Vermarktungspartner auch die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften unterlaufen? Dann werden Sie aktiv:

Sowohl Landwirte als auch Viehhandelsunternehmen und Erzeugergemeinschaften sind aufgerufen, uns die Hauspreissünder per Mail oder per unten stehendem Faxformular zu melden!

Akltuell arbeiten wir daran, ein praktikables Meldesystem aufzubauen. Mehr dazu in Kürze...

Helfen Sie uns, den Wettbewerb ums Schwein wieder anzufachen. Schlachtunternehmen müssen wieder merken, dass ihr Verhalten Auswirkungen auf die Liefermengen hat!


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