Am vergangenen Montag hat der niederländische Fleischkonzern Vion in den Niederlanden wie jede Woche seine Notierung für die neue Schlachtwoche veröffentlicht. Entsprechend des Vereinigungspreises in Deutschland hat das Unternehmen den Schweinepreis um neun Cent auf 1,12 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht abgesenkt. Neu ist jedoch, dass dieser Preis nach Unternehmensangaben gleich für zwei Wochen gelten soll. Interessant ist auch die Begründung, die Vion liefert: Der Konzern erhofft sich durch einen Zweiwochen-Preis, dass die Schweinehalter ihre schlachtreifen Schweine nun auf zwei Wochen verteilen und das Angebot in der laufenden Woche dadurch geringer ausfällt.
Würden wir den Preis in der Folgewoche weiter absenken, werden alle Schweinehalter ihre Schlachtschweine bereits in dieser Woche liefern wollen, so Vion.
Ferner spricht sich Vion für einen so genannten
Minimumpreisfür den Verkauf von Schweinefleisch aus, der ebenfalls für zwei Wochen gelten soll. Einkäufer von Schweinefleisch kämen sonst, so die Begründung des Unternehmens, auf die Idee, die Preise für Schweinefleisch weiter zu drücken.
Wir von der ISN halten dieses Vorgehen für höchst bedenklich und einen plumpen Versuch der Schlachtbranche, den Schweinepreis möglichst lange auf seinem jetzigen Tiefpunkt festzuschreiben. Denn entgegen der Fehleinschätzung von Vion lösen sich die Überhänge am Schweinemarkt bereits auf, so dass sich die Marktlage aktuell schon wieder ausgeglichen zeigt.
Bei dieser Vorgehensweise scheinen sich die Großen der Schlachtbranche mal wieder einig zu sein. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte auch Tönnies mehr oder weniger einen Zweiwochen-Preis genannt. Obwohl dies keine offizielle Aussage war, haben sie mir verschiedene Marktbeteiligte bestätigt. Das Risiko, in der folgenden Woche nicht genügend Schweine zu bekommen, ist gleich Null. Denn einerseits haben wir in der Regel in jedem Jahr Anfang Januar Preisschwächen im Markt und andererseits fielen die Überhänge nach den Weihnachtsfeiertagen wegen des kontinuierlichen Schweineangebots bei insgesamt drei fehlenden Schlachttagen diesmal etwas größer aus.
Im europäischen Vergleich ist das deutsche Preisniveau für Schlachtschweine nach Weihnachten deutlich stärker zurückgegangen als in den anderen europäischen Nachbarländern. Das weist unser
EU-Schweinepreisvergleicheindeutig aus (s. angehängte pdf-Datei). Dieses Preisniveau dann auch noch zwei Wochen festschreiben zu wollen, schlägt dem Fass den Boden aus. Dafür, dass die Schlachtbranche den Preis bereits im Dezember mit minus neun und jetzt erneut mit minus neun Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht bewusst heruntergeprügelt hat, spricht auch, dass sich diese Preissenkungen im Fleischgeschäft nicht wieder finden. Auf jeden Fall versuchen Tönnies und Vion offensichtlich, den Markt wieder einmal einzuschränken und die derzeitige Wochennotierung zu unterlaufen.
Dies hat in meinen Augen nichts mit seriöser u. partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen
roter u. grüner Seitezu tun!
Wenn die Schlachtbranche glaubt, sie könne so den Markt aushebeln, dann irrt sie. Denn weder die Schweinehalter noch die Einkäufer von Schweinefleisch lassen sich von derartigen Preisdiktaten beeindrucken. Der Schweinemarkt ist und bleibt schnelllebig und kann nicht zwei Wochen im Voraus beurteilt werden. Wer weiß heute schon, ob sich in der kommenden Woche nicht schon wieder Aufschläge erzielen lassen? Sollte die Notierung den Markt dann nicht widerspiegeln, werden die Schweinehalter ihre Schlachttiere zurückhalten bis die Notierung wieder marktkonform ist.










Eu schweinepreis 09 01 07
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