29.05.2008 RSS Feed

Wulff:„Agrarwirtschaft ist weltweit Schlüsselbranche der Zukunft!“

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Viel Prominenz beim Traditionellen Spanferkelessen der ISN in Berlin – Ministerpräsident fordert starke heimische Schweinehaltung – Niedersachsen ist und bleibt Agrarland Nr.1 – Grundsatzdiskussion um Nahrungsmittel- oder Energiegewinnung – GVO-Nulltoleranz bei Futtermitteln nicht zu rechtfertigen – Tierernährung droht Eiweißfuttermittelengpass – Bürokratiemonster Tierschutz-TÜV– Ferkelpreis von 70 Euro und Schweinepreis von 2 €/kg erforderlich – Schweinefleischexport schürt Hoffnung auf Marktentlastung

 

(Berlin/Damme) Gut 170 geladene Gäste konnte ISN-Vorsitzender Franz Meyer zu Holte gestern Abend beim sechsten Traditionellen Spanferkelessen der ISN in der Landesvertretung Niedersachsens beim Bund in Berlin begrüßen. Darunter der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, den niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander, die Staatsekretäre aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium Gert Lindemann und Dr. Gerd Müller, Staatssekretär Wolfgang Gibowski aus der niedersächsischen Staatskanzlei sowie zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages, der Landtage Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsens und Nordrhein-Westfalens. Außerdem gaben hochrangige Vertreter der Botschaften Dänemarks, der USA und Polens der ISN die Ehre.

 

Franz Meyer zu Holte wies in seiner Begrüßung auf die weltweiten Konflikte zwischen Energie und Brot vom Acker hin und bedauerte, dass sich gerade bei den so genannten alternativen Energien unvereinbare Konkurrenzen abzeichneten. Da in den nächsten Tagen das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG–Novelle) beraten werde, ginge es um die Grundsatzdiskussion, ob Nahrungsmittel oder Reststoffe der Energiegewinnung zugeführt werden sollen, so der ISN-Vorsitzende. Mit Blick auf das Gesetz zum Tierschutz-TÜV betonte er, dass die Schweinehalter zu einer intensiv betreuten Spezies gehörten: Dabei ist der Schweinesektor über QS schon einer der am besten kontrollierten. Zudem stehe das Schreckgespenst der in Kürze fehlenden Eiweißversorgung der Tiere vor unseren Augen, was auch ein Tierschutzthema sei, so Meyer zu Holte weiter.

 

Ministerpräsident Wulff würdigte die ISN in seinem Grußwort als deutschlandweite Vertretung, die ihre Mitglieder hochkompetent und dennoch bodenständig vertrete. Das Herz der Schweinehaltung schlage ohnehin in Niedersachsen, wo rund 30% des deutschen Schweinebestandes ständen. Er lobte die Schweinehaltung als Musterbeispiel dafür, wie man auch ohne Preisstützung und Ausgleichszahlungen erfolgreich Landwirtschaft betreiben könne, trotz der schwierigen Lage der letzten Monate. Der Ministerpräsident freue sich über die jüngsten Berichte über die Belebung der Nachfrage und daher anziehende Preise.

 

Mit Blick auf die Belebung der Agrarmärkte, sagte Wulff, dass die Globalisierung auch ihr Gutes habe: Die Agrarwirtschaft ist weltweit eine Schlüsselbranche der Zukunft. Er sei davon überzeugt, dass mittelfristig auch dieser Bereich von der veränderten Marktsituation profitieren werde. Niedersachsen ist und bleibt Agrarland Nr.1 und will es bleiben, so der Landesvater. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft ist unser zweitwichtigster Wirtschaftszweig , jeder fünfte Erwerbstätige Niedersachsens verdient hiermit seinen Lebensunterhalt. Er lobte die Agrarbranche als einen modernen, dynamischen und hoch technisierten Wirtschaftszweig. Der Ministerpräsident zeigte sich überzeugt, dass diese Stärken das Land auch künftig nach vorn bringen würden. Schon jetzt wüchsen sich diese für die hiesigen Produzenten zu einem echten Wettbewerbsvorteil aus. Daher sei es wichtig, dass es im Rahmen der laufenden WTO-Verhandlungen zu praktikablen Ergebnissen komme. Aus seiner Sicht sei nur ein ausgewogener Kompromiss, der nicht eindeutig zu Lasten der europäischen Landwirtschaft gehe, akzeptabel.

 

Zum Thema Futtermittelimporte erklärte der Ministerpräsident, dass eine Nulltoleranz gegenüber gentechnisch veränderten Bestandteilen nicht zu rechtfertigen sei und der EU eine Verknappung der Eiweißfuttermittel drohe. Er forderte eine Reformierung der Zulassungsverfahren, es müssen Schwellenwerte für gentechnisch veränderte Bestandteile in den Futtermitteln festgelegt werden.

 

Mit Blick auf den Tierschutz-TÜV versprach Wulff ein Einbinden der ISN, wenn es um die konkrete Ausgestaltung gehe. Klar sei für ihn, dass Kosten und Bürokratie für die Tierhalter soweit wie möglich minimiert werden müssten. Der Minister sagte anschließend zur Ferkelkastration: Wir werden hier eine Lösung finden müssen, die sowohl den Anforderungen des Tierschutzes als auch der Wirtschaftlichkeit gerecht wird.

 

Auch in Niedersachsen werden wir das tun, was für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Schweine haltenden Betriebe richtig ist, stellte Christian Wulff fest. Schließlich bedeute Schwein zu haben im Volksmund soviel wie Glück zu haben, versprach der Ministerpräsident.

 

ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer verwies in seiner Eröffnung angesichts der explodierenden Futtermittelkosten auf die wirtschaftlichen Probleme der Schweinehalter:Damit Ferkelerzeuger und Schweinemäster rund kommen, bedarf es eines Ferkelpreises von 70 Euro und eines Schweinepreises von 2 €/kg. Doch das ist noch in weiter Ferne. Er kritisierte, dass die Verbraucher einerseits mit einem Anstieg der Preise für Schweinefleisch um 1,3% belastet würden, andererseits die Landwirte im vergangenen Jahr über 10% weniger als noch vor zwei Jahren bekommen hätten. Man müsse sich ernsthaft fragen, ob Verbraucher überhöhte Fleischpreise zahlen und Schweinehalter gleichzeitig ausgebeutet würden.

 

Ausdrücklich lobte Breuer an, Staatssekretär Dr. Gerd Müller gewandt, deshalb auch die aktuellen Exportinitiativen des Bundeslandwirtschaftsministerium: Russland, China, Japan, Südafrika und Süd-Korea - dies sind unsere Zukunftsmärkte, die wir beliefern wollen und können.

 

Den Tierschutz-TÜV bezeichnete der ISN-Geschäftsführer als dem politischen Ordnungs- und Regulierungswahn entsprungenes Bürokratiemonster", das nur Kosten verursache und jegliche Innovation hemme.

 

Außerdem richteten die Bundestagabgeordneten und Sprecher des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages ein Grußwort an die Teilnehmer. Allen voran die Ausschussvorsitzende Ulrike Höfken (Grüne), gefolgt von Dr. Kirsten Tackmann (Die Linke), Peter Bleser (CDU/CSU), Hans-Michael Goldmann (FDP) und Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD-Tierschutz-Beauftragter).

 

Kontakt:

Katja Ahnfeldt

ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter

Deutschlands e.V.

Kirchplatz 2

D - 49401 Damme

Tel. 0 54 91 / 96 65 - 11

Fax  0 54 91 / 96 65 - 19

E-mail: ahnfeldt@schweine.net

 



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