"Was können Schweinehalter von der Integration in der Geflügelfleischbranche lernen?" – Kommentar von Friedrich Ahlers, ISN-Beirat
Könnte eine verstärkte vertragliche Bindung für die Schweinehalter auf Dauer doch der richtige Weg sein? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, lohnt es sich, einen Blick auf die vollkommen integrierte Geflügelfleischbranche zu werfen und festzustellen, wie es hier um die Erzeuger bestellt ist.
Wie stellt sich dieser integrierte Markt aktuell dar?
Auf dem europäischen Geflügelmarkt und im Grunde weltweit tobt in den letzten Jahren ein enormer Verdrängungswettbewerb. Die BSE-Krise hat den europäischen Markt für Importe aus Brasilien und Asien noch weiter geöffnet. Seither kommt aus diesen Ländern zwar keine Topqualität, aber der europäische Markt für
Um den Markt zu entlasten, reduzieren die Franzosen ihre Putenerzeugung um rund 20 Prozent, die Italiener die von Puten und Hähnchen um 10 Prozent. In Deutschland verringert z.B. der Unternehmensverbund
Der Druck vom Weltmarkt auf die Geflügelfleischbranche wird in Deutschland noch verstärkt durch den Preiskampf der Discounter. Besonders aggressiv bewerben diese seit Monaten neben Schweine- auch Geflügelfleisch. Preissenkungen bis zu 35 Prozent sind hier keine Seltenheit! Mit dem Einzug des Frischfleisches in die Regale der Discounter ist zwar der Umsatz gestiegen, aber bisher nicht gekannte Preisschlachten bestimmen den Markt. Und das gilt sowohl für Geflügel- als auch für Schweine- und ebenfalls Rindfleisch.
Auswirkungen auf die Erzeugerpreise
Die Situation auf dem europäischen Markt sowie der Kampf der Discounter in Deutschland haben dementsprechende Auswirkungen auf die Erzeugerpreise. So erlösten die Erzeuger für 17 kg schwere Putenhähne im Januar dieses Jahres nach Angaben der Landwirtschaftskammer Weser-Ems noch knapp 1,05 Euro je Kilogramm Lebendgewicht (€/kg LG). Seither gingen die ohnehin schwachen Putenpreise rasant in den Keller und landeten im September bei nur noch 0,98 €/kg LG.
Bei den Hähnchen dümpeln die ebenfalls schwachen Hähnchenpreise auf sehr niedrigem Niveau. Die Erzeuger erlösten im Januar für 1.500 g schwere Hähnchen 0,73 €/kg LG, im vorigen Monat waren es nur noch 0,71 €/kg LG. (Die Preisentwicklung seit Anfang 2003 können sie der angehängten pdf-Datei entnehmen.)
Da der Markt voll integriert ist, haben die Mäster überhaupt keine Möglichkeit, flexibel auf die aktuelle Situation zu reagieren. Es gibt keine unternehmerische Freiheit, um die Erzeugnisse in dieser brisanten Lage anderweitig zu vermarkten, weil es ein
Anhand der aktuellen Entwicklung der Futterkosten wird ebenfalls deutlich, wie die Geflügelmäster in die Zange genommen werden: Ende August sind die Futterpreise um rund 15 Prozent gesunken.
Wenn wir den Schweinemarkt ansehen, stellen wir fest, dass wesentliche Erkenntnisse aus der Geflügelfleischbranche übertragen werden können.
Die aktuelle Situation am europäischen Schweinemarkt belegt nämlich geradezu frappierend, welche Konsequenzen eine hochgradige Integration für die Erzeuger hat: So haben die faktisch voll integrierten dänischen Schweinemäster vom insgesamt angezogenen Preisniveau in den letzten Monaten in keiner Weise profitiert. So lagen die von der ISN korrigierten Notierungen für Schlachtschweine in den letzten acht Wochen in Deutschland durchschnittlich bei 1,50 €/kg SG, hingegen in Dänemark nur bei 1,35 €/kg SG!
Hier wird deutlich, dass die Exportprobleme der dänischen Schlachtbranche zum größten Teil auf dem Rücken der Schweinehalter ausgetragen werden. Der Integration sei´s gedankt – sie ermöglicht dies einfach und elegant…
Wie stellt sich dieser integrierte Markt aktuell dar?
Auf dem europäischen Geflügelmarkt und im Grunde weltweit tobt in den letzten Jahren ein enormer Verdrängungswettbewerb. Die BSE-Krise hat den europäischen Markt für Importe aus Brasilien und Asien noch weiter geöffnet. Seither kommt aus diesen Ländern zwar keine Topqualität, aber der europäische Markt für
No-Name-Produktewird mit dieser Billigware überschüttet. Der Geflügelflut aus Asien hat die dortige Geflügelgrippe vorerst einen Riegel vorgeschoben. Allerdings haben US-amerikanische und brasilianische Geflügelkonzerne sofort die Gunst der Stunde erkannt und sind in diese
Lückeeingestiegen. So hat z. B. der brasilianische Fleischverarbeiter Perdigao seine Gewinne dieses Jahr um sage und schreibe rund 350 Prozent erhöhen können! Somit ist der Druck auf den europäischen Markt nicht weniger geworden.
Um den Markt zu entlasten, reduzieren die Franzosen ihre Putenerzeugung um rund 20 Prozent, die Italiener die von Puten und Hähnchen um 10 Prozent. In Deutschland verringert z.B. der Unternehmensverbund
PHW-Gruppe Lohmann & Co AGzwar nicht die Produktion, schließt aber einen seiner sechs deutschen Standorte, um Kosten einzusparen.
Der Druck vom Weltmarkt auf die Geflügelfleischbranche wird in Deutschland noch verstärkt durch den Preiskampf der Discounter. Besonders aggressiv bewerben diese seit Monaten neben Schweine- auch Geflügelfleisch. Preissenkungen bis zu 35 Prozent sind hier keine Seltenheit! Mit dem Einzug des Frischfleisches in die Regale der Discounter ist zwar der Umsatz gestiegen, aber bisher nicht gekannte Preisschlachten bestimmen den Markt. Und das gilt sowohl für Geflügel- als auch für Schweine- und ebenfalls Rindfleisch.
Auswirkungen auf die Erzeugerpreise
Die Situation auf dem europäischen Markt sowie der Kampf der Discounter in Deutschland haben dementsprechende Auswirkungen auf die Erzeugerpreise. So erlösten die Erzeuger für 17 kg schwere Putenhähne im Januar dieses Jahres nach Angaben der Landwirtschaftskammer Weser-Ems noch knapp 1,05 Euro je Kilogramm Lebendgewicht (€/kg LG). Seither gingen die ohnehin schwachen Putenpreise rasant in den Keller und landeten im September bei nur noch 0,98 €/kg LG.
Bei den Hähnchen dümpeln die ebenfalls schwachen Hähnchenpreise auf sehr niedrigem Niveau. Die Erzeuger erlösten im Januar für 1.500 g schwere Hähnchen 0,73 €/kg LG, im vorigen Monat waren es nur noch 0,71 €/kg LG. (Die Preisentwicklung seit Anfang 2003 können sie der angehängten pdf-Datei entnehmen.)
Da der Markt voll integriert ist, haben die Mäster überhaupt keine Möglichkeit, flexibel auf die aktuelle Situation zu reagieren. Es gibt keine unternehmerische Freiheit, um die Erzeugnisse in dieser brisanten Lage anderweitig zu vermarkten, weil es ein
anderweitigüberhaupt nicht gibt und in dieser Branche noch nie gegeben hat. Das Motto
Konkurrenz belebt das Geschäftwird in der Integration - zumindest für die Bauern - außer Kraft gesetzt. Und es ist dann ein Einfaches, den Marktdruck nach unten, also an die Lieferanten der Rohware, abzugeben.
Anhand der aktuellen Entwicklung der Futterkosten wird ebenfalls deutlich, wie die Geflügelmäster in die Zange genommen werden: Ende August sind die Futterpreise um rund 15 Prozent gesunken.
Schwupp-die-Wuppsind passgenau die Geflügelpreise um genau diese vermeintlich einzusparenden
Centsherabgesetzt worden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. So etwas ist im Gegensatz zum Schweinemarkt nur im voll integrierten System möglich.
Wenn wir den Schweinemarkt ansehen, stellen wir fest, dass wesentliche Erkenntnisse aus der Geflügelfleischbranche übertragen werden können.
Die aktuelle Situation am europäischen Schweinemarkt belegt nämlich geradezu frappierend, welche Konsequenzen eine hochgradige Integration für die Erzeuger hat: So haben die faktisch voll integrierten dänischen Schweinemäster vom insgesamt angezogenen Preisniveau in den letzten Monaten in keiner Weise profitiert. So lagen die von der ISN korrigierten Notierungen für Schlachtschweine in den letzten acht Wochen in Deutschland durchschnittlich bei 1,50 €/kg SG, hingegen in Dänemark nur bei 1,35 €/kg SG!
Hier wird deutlich, dass die Exportprobleme der dänischen Schlachtbranche zum größten Teil auf dem Rücken der Schweinehalter ausgetragen werden. Der Integration sei´s gedankt – sie ermöglicht dies einfach und elegant…










Puten und haehnchenpreise
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