Vilomix Fachgespräch: Vom Maskenball bis Zur Ebermast
Die Vilomix konnte zu ihrem traditionellen Fachgespräch in diesem Jahr rund 200 interessierte Tierhalter und Berater empfangen. Zur Begrüßung stellte Herr Dr. Dreishing die neue Produktionsstätte in Haldensleben vor. Das Werk ist für die Herstellung von bis zu 20.000 t Vormischungen (Premixe) für die Mischfutterindustrie sowie Mineralfutter für selbstmischende Betriebe ausgelegt.
Adrianus Straathof erklärte seine „Begeisterung für Ferkel - Das Management von Sauen mit hohen Ferkelzahlen in der Straathof-Holding GmbH Gladau“.
Erst 2001 richtete sich Straathof als Sauenhalter in Ostdeutschland ein. In wenigen Jahren baute er seinen Bestand an sechs Standorten in den neuen Bundesländern stark aus.
Mit 35.000 Sauen produziert er aktuell und ist damit der größte Ferkelerzeuger in Deutschland.
Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg rasant. Wurden im Jahr 2005 fünf Mitarbeiter beschäftigt, so arbeiten heute bereits über 200 Mitarbeiter für die Straathof Holding. Dabei hatten 90% seiner Mitarbeiter zuvor nichts mit Schweinen „am Hut“. Die Ausbildung findet in den verschiedenen Betrieben statt.
Auf die vielfältigen Maskenänderungen hat Straathof schnell reagiert und setzt den Schwerpunkt nun wieder auf fleischreiche Pietraineber. Nur noch 1/3 der produzierten Ferkel werden mit Durocebern erzeugt.
Fast alle Betriebe sind für die Gruppenhaltung bereit. 12 Sauen werden pro Bucht eingestallt. Fussbälle haben sich in seinem Betrieb als Beschäftigungsmaterial bewährt.
Anschließend referierte Josef Beuck, Westfleisch, über die „Marktanforderungen an Rind- und Schweinefleisch“.
„Fleisch hat viele Krisen überwunden.“ Man habe aus den Skandalen gelernt und sei auf dem Weg von der Produkt- zur Prozessqualität. Die Qualitätsabteilung der Westfleisch sei inzwischen mit Abstand größer als der Einkauf. Beuck bereitete die Anwesenden darauf vor, dass dieser Wandel weitere Auflagen für die landwirtschaftliche Produktion bedeutet. „Der Landwirt fragt: Muss das alles sein? Ich sage eindeutig: Ja!“
Auch weitere Umstellungen in der Abrechnungssystematik kündigte Beuck an: „13 Maskenbälle haben wir bereits erlebt, der 14. kommt wohl im Sommer.“
Eine begrenzte Zahl von Ebern wird bereits für Welfare Programme geschlachtet. Bis die Forschung eine praktikable Lösung zur Selektion der sogenannten "Stinker" gefunden hat, werden diese in der Übergangsphase mit Nase und Kochprobe aussortiert. Die Westfleisch hatte im Vorfeld 101 Abnehmer gefragt ob sie Eberfleisch aufnehmen würden. 98 antworten mit "Nein" auf diese Frage, nur drei wollten unter Bedingungen Eberfleisch abnehmen.
An einem Abrechnungssystem für die Eber nach Handelswert, dass die pauschale Abrechnung ersetzt, arbeitet Beuck nach eigenen Aussagen.













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