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11.03.2010

US-Agrarminister: USA „dicht“ an Fleischabkommen mit China

Die USA könnten bereits in Kürze wieder Schweinefleisch nach China liefern, berichtet Dow Jones. Die Arbeit an den nötigen Handelszertifikaten sei beinahe beendet, teilte US-Agrarminister Tom Vilsack mit. Das Agrarministerium arbeite „an den letzten Details der Exportzertifikate“, sagte Vilsack zu Dow Jones Newswires. „Wir sind sehr, sehr dicht dran.“ China hatte im April 2009 einen Importstopp für Schweinefleisch aus den USA verhängt, allerdings gehen Marktexperten im Licht der neuesten Entwicklung davon aus, dass China ein äußerst interessanter und großer Wachstumsmarkt für US-Schweinefleisch bleiben wird. Fast ein Viertel der gesamten Weltbevölkerung lebt heute in  China. Verbunden mit dem dort verzeichneten ökonomischen Wachstum ist mit einer steigenden Nachfrage nach Schweinefleisch zu rechen. „Das eröffnet neue  Möglichkeiten für den Absatz von US-Schweinefleisch in China“, sagte Dermot Hayes, Professor für Ökonomie und Finanzen an der Iowa State University auf dem National Pork Forum in Kansas City.

Im April 2009 hatte China seine Grenzen für US-Schweinefleisch wegen der Grippevariante A/H1N1 geschlossen und noch nicht wieder geöffnet. Allerdings dürfen seit  kurzem die EU und Kanada ihre Exporte wieder aufnehmen, sodass sich auch US-Vermarkter entsprechende Hoffnungen machen. China und Hongkong haben 2008 rund 400.000 t Schweinefleischprodukte aus den USA gekauft, die Lieferungen hatten einen Wert von etwa 560 Mio USD. Für die USA war China damit hinter Japan und Mexiko der drittgrößte Absatzmarkt. Damit markiert 2008 die Rekordmarke. Laut einer Studie aus dem USAgrarministerium (USDA) war China „2008 der am schnellsten  wachsende Absatzmarkt für US-Schweinefleisch“. 2009 fielen die Ausfuhren von Schweinefleisch und Beiprodukte deutlich um 35%. Bei Muskelfleisch seien sogar  Einbußen von 56% zu verzeichnen gewesen, hieß es weiter von dem Experten. Mehr als die Hälfte der chinesischen Schweinefleischerzeugung wurde bisher von kleinen  Farmen und Familienbetrieben gewährleistet. Die Vermarktung findet auf kleinen Vorstadtmärkten statt. Allerdings hat das Wirtschaftswachstum dazu geführt, dass es immer mehr Menschen, unter anderem auch Schweinefleischerzeuger, aus ländlichen Gebieten in die Stadt zieht. In China sind die Produktionskosten für kommerziell  erzeugte Schweine mit 132 USD von der Aufzucht bis zur Schlachtung sehr hoch, in den USA fallen lediglich 81 USD/t pro Tier an, wie Hayes weiter vorrechnete.

China müsste seine kommerzielle Schweineproduktion verdoppeln, um die Abwanderung von Erzeugern aus der Landwirtschaft in die Städte auszugleichen. In den Städten wird laut Hayes gleichzeitig die Nachfrage nach länger haltbarem, tief gekühltem Fleisch steigen. Dies bringe die USA in eine exzellente Lage, da es kein Land auf der Welt gebe, das günstiger Schweinefleisch erzeugen könne als die Vereinigten Staaten. Noch seien politische Hindernisse zu überwinden, aber möglicherweise werde
die wirtschaftliche Situation China dazu bringen, seine Importmengen deutlich zu steigern, prognostizierte Hayes, so Dow Jones. 

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